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WKN: 766400 ISIN: DE0007664005
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13.11.08 Volkswagen: Ein typischer Darvas-Wert?
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Meldung
 

Um die Frage aus der Überschrift gleich zu Beginn zu beantworten: Ja und Nein.

 

Ja deshalb, weil der geradezu sensationelle Kursanstieg bis auf über 1.000 Euro in der Spitze zeigt, in welch ungeahnte Höhen Aktien steigen - und damit gleichzeitig auch gezeigt wird, welche enormen Gewinne möglich sind, wenn man Buchgewinne laufen lässt und Verluste begrenzt.

 

Nein deshalb, weil Darvas vor allem auf Wachstumswerte aus (potenziellen) Zukunftsbranchen gesetzt hat und dabei die Fantasie, die eine Aktie beim Anleger auslösen kann, eine große Rolle bei den Überlegungen gespielt hat. Von daher wäre VW als Angehöriger der Krisenbranche Autobauer wohl eher durchs Raster gefallen.

 

Andererseits: VW war in den letzten Monaten eine von maximal einer Handvoll Aktien, die nach Darvas am deutschen Aktienmarkt überhaupt für einen Kauf in Frage gekommen wäre. Daher wären Darvasianer wohl aus "Verzweiflung" automatisch auf das Papier aufmerksam geworden.

 

Der Trendverlauf war relativ eindeutig. Die Aktie hatte am 24. Juli ein lokales Hoch bei 215,03 Euro ausgebildet und schwankte anschließend in einer relativ engen Trading-Range zwischen 215 und 192 Euro. In diesem Kurskorridor hielt sich die Aktie bis zum 16. September 2008, also fast zwei Monate lang, auf. An diesem Tag brach die Aktie unter deutlich erhöhtem Handelsvolumen auf ein neues Allzeit-Hoch aus und generierte damit ein Kaufsignal nach Darvas.

 

*Hohe Gewinne in kürzester Zeit

 

Das Signal entpuppte sich als Volltreffer. Bereits am 18. Juli touchierte die Aktie erstmals die Marke von 300 Euro. Wer bei 215 Euro eingestiegen war, saß also bereits wenige Tage später auf Buchgewinnen von knapp 40 Prozent. Danach ging die Aktie in eine Konsolidierungsbewegung mit einem lokalen Tief bei 241,50 Euro über, um dann Anfang Oktober einen erneuten Ausbruchsversuch zu starten.

 

Auch dieser gelang - aber nur kurzfristig. Die Aktie sprintete bis auf 448 Euro, um anschließend wieder bei 283 Euro zu schließen. Dies nahmen offenbar viele Leerverkäufer zum Anlass Short-Positionen in der fundamental überteuerten Aktie aufzubauen. Doch wegen der - wie sich nachher herausstellte - nur noch sehr geringen Zahl an frei handelbaren Aktien und einem anhaltenden Aufwärtstrend wurden die Leerverkäufer nach und nach zum Eindecken ihrer Position gezwungen.

 

An dieser Stelle gibt es übrigens eine interessante Parallele zu Darvas. Einen seiner erfolgreichsten Trades machte er 1958 mit der Aktie von E.L. Bruce. Diese vollzog einen ähnlich fulminanten Anstieg wie VW und kletterte von ca. 20 Euro innerhalb weniger Wochen bis auf knapp 80 Euro. Dann wurde der Handel in der Aktie ausgesetzt.

 

Auch hier schritt ähnlich wie bei VW/Porsche ein Aufkäufer zur Tat, der systematisch den Free Float der Aktie aufkaufte. Viele Leerverkäufer, die wegen der fundamental hohen Bewertung auf steigende Kurse gesetzt hatten, waren mit von der Partie und versuchten nun verzweifelt Stücke zu bekommen. Schließlich mussten Sie ihre leerverkauften Aktien ja irgendwann wieder zurück kaufen.

 

*E.L. Bruce wird vom Handel ausgesetzt

 

Regelrecht dramatisch wurde die Situation dann als E.L. komplett vom Handel ausgesetzt worden ist. Darvas erhielt in dieser Situation per Telefon Angebote von verschiedenen Brokern, die im Auftrag ihrer Klienten Darvas seine E.L. Bruce-Aktien abkaufen wollten.

 

Ihm wurden zunächst 100 US-Dollar je Aktie angeboten. Darvas war hin- und hergerissen, entschied sich dann aber die Papiere weiter zu behalten. Wenige Wochen später wurden ihm dann sage und schreibe 171 US-Dollar angeboten. Diese Offerte nahm Darvas an und realisierte damit einen Gewinn von sage und schreibe 295.000 US-Dollar. Gekaut hatte er bei 52 US-Dollar.

 

E.L. Bruce wurde im Anschluss nie mehr offiziell gehandelt. Das Unternehmen wurde aufgekauft und von der Börse genommen. E.L. Bruce stellte übrigens Parkettböden her. Das dürfte bereits damals keine Wachstumsbranche mehr gewesen sein.

 

VW wurde zwar nicht vom Handel ausgesetzt, aber die erste Kursexplosion auf 440 Euro ist durchaus mit der ersten Offerte bei 100 US-Dollar vergleichbar, die Darvas ausschlug. Der finale Run auf 1.000 Euro ist das Pendant zu dem nochmals verbesserten Angebot für E.L. Bruce bei 171 US-Dollar.

 

Darvasianer, die bei 215 eingestiegen waren und die Nerven hatten, bis zum zweiten Upmove auf 1.000 Euro (bzw. zumindest bis in den Bereich 800/900 Euro) durchzuhalten, konnten Ihren Einsatz innerhalb weniger Wochen ca. vervierfachen.

 

Zugegebenermaßen war das bei VW etwas schwieriger, weil die Aktie weiter fortlaufend gehandelt wurde und somit ständig die Versuchung bestand, die Aktie frühzeitig zu verkaufen. Trotzdem zeigt das Beispiel VW eindrucksvoll, dass sich mit der Darvas-Strategie auch heutzutage noch exorbitant hohe Gewinne erzielen lassen.

 

Davon ganz abgesehen: Noch ist es keineswegs ausgemachte Sache, dass wir nicht nochmals einen Short-Squeeze bei der Aktie sehen.

 


MEIN FAZIT:

 

- VW ist ein gutes Beispiel dafür, dass die Darvas-Strategie auch heute noch funktioniert.

- Wer die wenigen Chancen, die sich bieten, konsequent nutzt, kann so exorbitante Gewinne erzielen.

- Angesichts des geringen Free Floats ist die weitere Entwicklung bei der VW-Stammaktie kaum prognostizierbar. Auch ein erneuter Squeeze kann nicht ausgeschlossen werden.

 

 

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Viel Erfolg bei Ihrer Geldanlage wünscht Ihnen

 

Ihr

Armin Brack

Chefredakteur Geldanlage-Report

 

 

 




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