Deutsche Bank Aktie: Ein Meilenstein?

Die Deutsche Bank meldet einen nahezu verdoppelten Jahresgewinn, sieht sich aber mit neuen Schadensersatzforderungen in Milliardenhöhe aus einem alten Rechtsstreit konfrontiert.

Redaktion Stock-World ·
Deutsche Bank Aktie (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Nachsteuergewinn verdoppelt sich auf 7,1 Milliarden Euro
  • Ex-Mitarbeiter fordern über 800 Millionen Dollar Schadensersatz
  • Aktienrückkäufe laufen planmäßig an
  • Bundesgerichtshof weist Beschwerde im Postbank-Streit ab

Rekordgewinn und Milliardenklage auf einmal — der Geschäftsbericht 2025 der Deutschen Bank bringt beides ans Licht. Während die Zahlen glänzen, offenbart das Dokument eine bislang unbekannte Dimension eines alten Rechtsstreits. Die Aktie verlor zuletzt rund fünf Prozent innerhalb einer Woche und notiert gut 23 Prozent unter dem Jahresanfangsniveau.

Zahlen ohne Fehl und Tadel

Der am 12. März veröffentlichte testierte Jahresabschluss bestätigt die vorläufigen Ergebnisse vom Januar ohne Abweichungen. Der Vorsteuergewinn stieg 2025 um 84 Prozent auf 9,7 Milliarden Euro, der Nachsteuergewinn verdoppelte sich nahezu auf 7,1 Milliarden Euro. Für 2026 erwartet die Bank einen leichten Anstieg der Konzernerträge auf rund 33 Milliarden Euro — getragen von allen vier Geschäftsbereichen.

Strategisch setzt das Institut auf die Phase „Scaling the Global Hausbank“ für 2026 bis 2028. Kernziele: eine Eigenkapitalrendite von über 13 Prozent und eine Ausschüttungsquote von 60 Prozent ab 2026.

Monte dei Paschi: Alte Geschäfte, neue Forderungen

Der Jahresbericht enthüllt, dass vier frühere Mitarbeiter insgesamt mehr als 800 Millionen US-Dollar Schadensersatz fordern — wegen angeblicher Reputationsschäden im Zusammenhang mit Derivategeschäften, die die Deutsche Bank 2008 mit der italienischen Monte dei Paschi abschloss. Die ursprünglichen Verurteilungen der Banker wurden 2022 aufgehoben; nun folgt die zivilrechtliche Gegenwehr. Die Höhe der Forderungen war bis zur Veröffentlichung des Berichts nicht öffentlich bekannt.

Hinzu kommt eine separate Klage eines fünften Ex-Bankers vor einem Frankfurter Gericht über 152 Millionen Euro, die noch in diesem Jahr verhandelt werden soll. Die Bank bezeichnet sämtliche Klagen als gegenstandslos und will sich entschieden wehren — ob Rückstellungen gebildet wurden, lässt sie offen.

Etwas Klarheit schafft dagegen der Bundesgerichtshof: Im Postbank-Streit wies er die Beschwerde der Deutschen Bank ab. Die fälligen rund 112 Millionen Euro inklusive Zinsen sind vollständig durch Rückstellungen gedeckt und belasten weder das Ergebnis 2025 noch den Ausblick für 2026.

Aktienrückkäufe laufen, Großaktionär meldet sich

Das seit Ende Februar laufende Rückkaufprogramm schreitet planmäßig voran: Bis Anfang März wurden kumuliert knapp 5,9 Millionen Aktien zurückgekauft. Zudem meldete Supreme Universal Holdings Limited — verbunden mit H. H. Sheikh Hamad bin Khalifa al-Thani — per 4. März eine Gesamtbeteiligung von 3,47 Prozent.

Die nächste Quartalsmitteilung ist für den 29. Juli 2026 terminiert. Bis dahin dürfte vor allem der Fortgang der Monte-dei-Paschi-Verfahren im Blick der Anleger bleiben — insbesondere das Frankfurter Verfahren, das noch in diesem Jahr auf die Tagesordnung kommt.

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Deutsche Bank Aktie

28,04 EUR

+ 0,16 EUR +0,59 %
KGV 8,47
Sektor Finanzdienstleistungen
Div.-Rendite 3,57 %
Marktkapitalisierung 53,47 Mrd. EUR
Ø Kursziel 34,70 EUR
ISIN: DE0005140008 WKN: 514000

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