Deutsche Bank Aktie: Radiant-World-Falle!
Das maximale Ausfallrisiko beträgt 102,59 Millionen US-Dollar; zugleich verfolgt die Bank Effizienz- und Renditeziele bis 2028.
Kurz zusammengefasst
- Gericht ordnet vorläufige Verwaltung an
- Rückkauf von Forderungen über 48,6 Millionen Dollar
- Maximales Ausfallrisiko: 102,59 Millionen US-Dollar
- Mindestens zwei Milliarden Euro Effizienzgewinne geplant
Nach mutmaßlich gefälschten Verträgen im Rohstoffhandel drohen der Deutschen Bank finanzielle Einbußen. Ein Gericht in Singapur stellte das Handelsunternehmen Radiant World am Donnerstag unter vorläufige gerichtliche Verwaltung. Vorausgegangen war der Verdacht auf unberechtigte Dokumente bei Finanzierungsgeschäften mit Rohstoffkonzernen.
Gefälschte Rechnungen bei Rohstofftransaktionen
Die Deutsche Bank hatte von Radiant World sieben Forderungen aus angeblichen Eisenerzverkäufen an die Handelskonzerne Vitol und Glencore erworben. Anfang August teilte Vitol dem Frankfurter Geldhaus jedoch mit, dass entsprechende Verträge mit gefälschten Unterschriften versehen waren. Vitol-Finanzchef Jay Ng habe die Vereinbarungen weder unterzeichnet noch autorisiert.
Kurz darauf forderte das Institut den Rückkauf betroffener Forderungen über rund 48,6 Millionen US-Dollar ein. Zudem sicherte sich die Bank etwa 11,25 Millionen US-Dollar von Konten des Handelshauses.
Nach einer Mitteilung von Glencore über abweichende Vertragsbedingungen verlangte die Deutsche Bank auch für die verbliebenen Forderungen Rückzahlung. Insgesamt beziffert die Bank ihr maximales Ausfallrisiko gegenüber Radiant World auf 102,59 Millionen US-Dollar.
Radiant World weist über seine Rechtsvertreter jegliches Fehlverhalten zurück. Für die Deutsche Bank reiht sich der Vorfall in die operationellen Risiken des globalen Handelsfinanzierungsgeschäfts ein. Das Institut betonte, sämtliche rechtlichen Möglichkeiten zur Eintreibung der offenen Beträge auszuschöpfen.
Strategische Mittelfristziele bleiben im Blick
Trotz der Unruhe im Handelsgeschäft hielten sich die Belastungen an den Finanzmärkten in Grenzen. Die Aktie der Deutschen Bank legte gestern um 2,3 Prozent auf 32,03 Euro zu. Damit liegt der Kurs 5,3 Prozent über seinem 200-Tage-Durchschnitt.
Das Management um Finanzvorstand Raja Akram setzt darauf, dass die operative Ertragskraft mögliche Belastungen auffangen kann. Der Konzern hat seine Abhängigkeit vom volatilen Kapitalmarktgeschäft in den vergangenen Jahren spürbar reduziert. Rund 60 Prozent der Erträge erwirtschaftet die Bank mittlerweile außerhalb des klassischen Investmentbankings.
Sparprogramm soll Profitabilität bis 2028 sichern
Finanzvorstand Akram bekräftigte vor Investoren die Marschroute für die kommenden Jahre. Bis zum Jahr 2028 strebt die Deutsche Bank eine Eigenkapitalrendite von mehr als 13 Prozent an. Die bereinigte Aufwand-Ertrag-Relation soll im selben Zeitraum unter die Marke von 60 Prozent sinken.
Um diese Vorgaben zu erreichen, plant das Geldhaus operative Effizienzgewinne von mindestens zwei Milliarden Euro. Gelingt die Umsetzung, würde die Bank ihre Widerstandskraft gegen einzelne Kreditausfälle nachhaltig stärken.
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