Deutsche Bank Aktie: Sewing warnt, Goldman lobt
Goldman Sachs empfiehlt die Deutsche-Bank-Aktie zum Kauf, während Christian Sewing vor politischen Risiken und höheren Finanzierungskosten warnt.

Kurz zusammengefasst
- Aktie erreicht höchsten Stand seit 2014
- Goldman-Analyst setzt Kursziel auf 43,75 Euro
- Sewing kritisiert Abschottung und Nationalismus
- Bundesanleiherenditen verteuern staatliche Finanzierung
Zwei Botschaften prägen den Mittwoch für die Deutsche Bank – eine kommt vom Analystenpult, die andere von der eigenen Vorstandsspitze. Während Goldman Sachs die Aktie mit einer Kaufempfehlung nach oben katapultiert, nutzt Konzernchef Christian Sewing den „Handelsblatt-Bankengipfel“ in Frankfurt für eine politische Standortbestimmung. Kursrally und Klartext-Rede treffen an diesem Tag aufeinander.
Höchststand seit 2014
Die Aktie kletterte am Vormittag in der Spitze auf 35,375 Euro und markierte damit erneut den höchsten Stand seit Januar 2014. Auslöser war eine Kaufempfehlung von Goldman-Analyst Chris Hallam, der ein Kursziel von 43,75 Euro ausgab. Seine Begründung: Die Bank starte in „eine Ära höherer Profitabilität“, getragen von stärkerer Ertragsdynamik und operativem Hebel. Besonders ab 2027 erwartet Hallam zusätzliche Flexibilität beim Kapital.
Trotz der Gewinne bleibt die Aktie hinter dem Sektor zurück. Seit Ende 2025 steht ein Plus von gut sechs Prozent, während der Stoxx 600 Banks im gleichen Zeitraum bereits gut 20 Prozent zulegte. Der Nachholbedarf gegenüber der europäischen Konkurrenz bleibt damit trotz der jüngsten Rally deutlich.
Sewing warnt vor politischem Rechtsruck
Wenige Tage vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt bezog Sewing klar Stellung gegen populistische Parteien. Er warnte, dass Abschottung und Nationalismus „kein einziges unserer Probleme“ lösten, sondern Investitionen und Fachkräfte abschreckten.
Aus Gesprächen mit Investoren wisse er, dass viele über einen möglichen Wahlausgang besorgt seien – auch wenn nicht sofort alle Entscheidungen zurückgedreht würden, ändere sich der Blick auf Deutschland spürbar.
Parallel mahnte er die Bundesregierung, angekündigte Reformen nicht zu verwässern. Die deutsche Wirtschaft zeige zwar Anzeichen der Besserung – Volkswirte rechnen für das laufende Jahr mit rund einem Prozent Wachstum, im kommenden Jahr mit etwa 1,5 Prozent –, das reiche aber noch nicht aus.
Sewing verwies zudem auf den starken Anstieg der Anleiherenditen: Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen kletterte zuletzt auf den höchsten Stand seit mehr als 15 Jahren, was Staatsschulden merklich teurer macht.
Die politischen Warnungen ändern nichts am fundamentalen Bild, das Goldman Sachs zeichnet. Für die Aktie bleibt die Ausgangslage vielschichtig: operative Stärke auf der einen Seite, politische Unsicherheit rund um die Wahl am Sonntag auf der anderen. Wie stark sich ein möglicher Rechtsruck in Sachsen-Anhalt tatsächlich auf Investitionsentscheidungen auswirkt, dürfte sich erst in den Wochen nach dem 6. September zeigen.
Deutsche Bank-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Deutsche Bank-Analyse vom 2. September liefert die Antwort:
Die neusten Deutsche Bank-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Deutsche Bank-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 2. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Deutsche Bank: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...