Deutsche Rohstoff glänzt, Energy Fuels liefert — fünf Energiewerte im Check

Deutsche Rohstoff erhält Kursziel von 145 Euro, Energy Fuels reduziert Verluste. T1 Energy steht vor entscheidenden Quartalszahlen.

Andreas Sommer ·
Refined Energy Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Kursziel für Deutsche Rohstoff auf 145 Euro erhöht
  • Energy Fuels schrumpft Nettoverlust auf 10,8 Millionen Dollar
  • T1 Energy vor Q1-Zahlen mit hohem Erwartungsdruck
  • Refined Energy und Future Fuels als spekulative Explorationswerte

Quartalszahlen, Analystenupgrades und geopolitische Verwerfungen sorgen im Energiesektor für Bewegung. Während Deutsche Rohstoff mit einem frischen Kursziel von 145 Euro belohnt wird und Energy Fuels seine Verluste eindämmt, steht bei T1 Energy am Montag der große Härtetest an. Die beiden Micro-Caps Refined Energy und Future Fuels kämpfen derweil an ganz anderer Front: Explorationserfolge müssen her, um die Bewertung zu unterfüttern.

Energy Fuels: Verluste schrumpfen, Uran-Absatz stabil

Energy Fuels hat im ersten Quartal 2026 die Erwartungen übertroffen. Der Umsatz lag bei 36 Millionen US-Dollar, der Nettoverlust schrumpfte auf 10,8 Millionen — eine spürbare Verbesserung gegenüber dem Vorjahresquartal. Die Produktion am White Mesa Mill erreichte 790.000 Pfund U3O8.

Strategisch treibt das Management den Umbau vom reinen Uranproduzenten zum vertikal integrierten Rohstoffkonzern voran. Die Übernahme von Australian Strategic Materials verschafft dem Unternehmen Zugang zu Seltene-Erden-Metallisierung in Korea und perspektivisch in den USA. CEO-Team spricht intern von einem „Game Changer“, weil damit ein kritischer Engpass in der Lieferkette entfällt.

Die Jahresprognose bleibt unangetastet: 1,5 bis 2,0 Millionen Pfund Uranverkäufe für 2026, unterstützt durch ein Betriebskapital von knapp einer Milliarde Dollar. H.C. Wainwright hob am 8. Mai das Kursziel von 27,75 auf 29 US-Dollar an und behielt die Kaufempfehlung bei. An der Frankfurter Börse schloss die Aktie am Freitag bei 18,18 Euro — ein Tagesverlust von 8,6 %, der den zuvor starken Monatslauf etwas relativiert.

Das seit 2024 geltende US-Importverbot für russisches Uran wirkt wie ein Schutzschild. Inländische Versorger müssen bei heimischen Produzenten einkaufen, und Energy Fuels ist als größter US-Uranförderer direkt begünstigt.

Deutsche Rohstoff: Kursziel 145 Euro — Bohrprogramm nimmt Fahrt auf

Die Mannheimer haben in diesem Jahr eine bemerkenswerte Rally hingelegt. Mit einem Kursplus von knapp 88 % seit Jahresbeginn gehört Deutsche Rohstoff zu den stärksten deutschen Nebenwerten überhaupt. Am Freitag schloss die Aktie bei 93,50 Euro.

First Berlin Equity Research erhöhte am 8. Mai das Kursziel von 124 auf 145 Euro und bestätigte die Kaufempfehlung. Die Begründung: höhere Bewertung der Almonty-Beteiligung sowie ein optimistischeres Produktionsmodell für die Jahre nach 2027.

Tatsächlich hat DRAG den Almonty-Anteil teilweise versilbert — rund 100 Millionen Euro flossen aus dem Verkauf von neun Millionen Aktien in die Kasse. Das Geld fließt direkt in ein ambitioniertes Bohrprogramm:

  • 2026er Investitionsbudget: 220 bis 230 Millionen Euro
  • Geplante Bohrungen: rund 21,8 Netto-Wells
  • Produktionsstart: ab Jahresmitte, gestaffelt über die Folgequartale

Die Guidance für 2026 sieht Umsätze zwischen 260 und 280 Millionen Euro vor, das EBITDA soll 290 bis 310 Millionen erreichen. Bei einer Nettoverschuldung von lediglich dem 0,4-Fachen des EBITDA bleibt die Bilanz komfortabel.

Für 2025 wurde eine Dividende von 2,25 Euro je Aktie vorgeschlagen — ein Plus von 13 % gegenüber dem Vorjahr. Hinzu kommt ein Aktienrückkaufprogramm über bis zu 7,5 Millionen Euro. Der RSI von 88,4 signalisiert allerdings kurzfristig eine technische Überhitzung.

T1 Energy: 25.000 % Umsatzwachstum — jetzt muss die Bestätigung kommen

T1 Energy, ehemals FREYR Battery, hat sich innerhalb eines Jahres vom Batterie-Start-up zum Solarmodul-Hersteller gewandelt. Der Umsatz explodierte 2025 auf 755 Millionen US-Dollar, nachdem im Vorjahr gerade einmal knapp drei Millionen in den Büchern standen. Die Verluste sanken parallel um gut 15 %.

Am Freitag legte die Aktie um satte 18,18 % auf 5,20 Euro zu — innerhalb einer Woche steht ein Plus von fast 27 %. Die Volatilität ist mit über 120 % annualisiert allerdings extrem. Anleger, die hier einsteigen, brauchen starke Nerven.

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Am Dienstag, dem 12. Mai, veröffentlicht T1 Energy die Q1-Zahlen 2026. Die Konsensschätzung liegt bei einem Quartalsumsatz von rund 111 Millionen US-Dollar. Im Vorquartal hatte das Unternehmen die Erwartungen um knapp zehn Millionen verfehlt — diesmal wird der Markt genauer hinschauen.

Im Zentrum steht die Phase 1 der Solarzellfabrik G2_Austin mit einer geplanten Kapazität von 2,1 Gigawatt. Die Finanzierung läuft über Wandelanleihen. Fünf Analysten stufen die Aktie mit „Strong Buy“ ein, das mittlere Kursziel liegt bei 8,90 US-Dollar — erheblich über dem aktuellen Kurs.

Refined Energy: Druzhba-Stopp als Makro-Kulisse für den Micro-Cap

Refined Energy ist ein Explorationsunternehmen im Frühstadium mit Fokus auf Uran und Lithium in Nordamerika. Die drei Projektstandorte — Dufferin in Saskatchewan, Horizon South und Lac Simard — befinden sich allesamt in der Erkundungsphase. Umsätze gibt es nicht, die Eigenkapitalrendite ist tiefrot.

Die Aktie notiert bei 0,24 Euro und hat seit Jahresanfang rund 32 % verloren. Der 50-Tage-Durchschnitt liegt mit 0,33 Euro deutlich über dem aktuellen Kurs, was die anhaltende Schwäche unterstreicht.

Makroökonomisch liefert die Druzhba-Pipeline-Krise indes einen interessanten Hintergrund. Russland hat zum 1. Mai den Transit von Rohöl durch die Druzhba-Pipeline eingestellt. Die PCK-Raffinerie in Schwedt — zentral für die Treibstoffversorgung Nordostdeutschlands — rechnet mit einem Auslastungsrückgang von 90 auf etwa 80 %. Das US-Finanzministerium hat die deutschen Rosneft-Töchter unter Treuhänderschaft unbefristet von US-Sanktionen ausgenommen, um Planungssicherheit zu schaffen.

Für Refined Energy selbst ändert die Raffineriekrise wenig am operativen Geschäft. Die strategische Botschaft ist eine andere: Westliche Energielieferketten werden fragiler, und die Suche nach heimischen Uranquellen gewinnt an Dringlichkeit. Ohne konkrete Bohrergebnisse bleibt der Titel allerdings hochspekulativ.

Future Fuels: Hornby-Basin-Genehmigung eingeleitet

Future Fuels treibt sein Flaggschiffprojekt im Hornby Basin voran — ein 3.407 Quadratkilometer großes Areal im Nordwesten Nunavuts mit über 40 bislang kaum erforschten Uranvorkommen. Das Genehmigungsverfahren für Bohrungen wurde formell eingeleitet.

Finanziell hat sich das Unternehmen im April 2026 frisches Kapital gesichert: Eine Privatplatzierung brachte zwei Millionen kanadische Dollar ein, wobei 2.469.135 Flow-Through-Einheiten zu je 0,81 CAD ausgegeben wurden. Seit Januar 2026 sind die Aktien unter dem Kürzel FTURF an der OTCQX gelistet, was die Sichtbarkeit bei US-Investoren erhöhen soll.

An der Frankfurter Börse steht der Kurs bei 0,26 Euro — seit Jahresbeginn ein Minus von knapp 46 %. Analysten-Coverage existiert nicht. Future Fuels bleibt ein reines Explorationsspiel, bei dem jede Bohrkampagne die Karten neu mischen kann.

Die Makro-Kulisse liefert Rückenwind: Chinas massive Investitionen in erneuerbare Energien verändern globale Handelsströme. Die erste Tranche der chinesischen Kraftstoff-Exportquoten für 2026 liegt bei 19 Millionen Tonnen, während die tatsächlichen Exporte 2025 um 3,2 % zurückgingen. Für westliche Uranexplorer unterstreicht dieser Trend die langfristige Notwendigkeit, unabhängige Lieferketten aufzubauen.

Energiesektor zwischen Cashflow und Exploration

Die fünf Werte bilden das gesamte Spektrum der aktuellen Energielandschaft ab:

  • Deutsche Rohstoff kombiniert unmittelbare Cashflow-Visibilität mit der attraktivsten Bewertung — ein KGV von 7,4 bei zweistelligem Dividendenwachstum
  • Energy Fuels profitiert vom US-Importverbot für russisches Uran und baut sein Geschäftsmodell in Richtung Seltene Erden aus
  • T1 Energy bietet das größte kurzfristige Überraschungspotenzial, steht mit dem Q1-Bericht am Montag aber vor einem Schlüsselmoment
  • Refined Energy und Future Fuels bleiben vorbörsliche Wetten auf Explorationserfolge — ohne Umsätze, ohne Analystenabdeckung, aber mit der Fantasie einer strukturell engeren Uranversorgung

Die nächsten Tage dürften vor allem bei T1 Energy für Klarheit sorgen. Bei Deutsche Rohstoff rückt die Frage in den Vordergrund, ob das beschleunigte Bohrprogramm planmäßig in Produktion geht. Und bei Energy Fuels deuten steigende Erzgehalte in der Pinyon-Plain-Mine auf sinkende Produktionskosten hin — ein Hebel, der die Marge im zweiten Halbjahr deutlich verbessern könnte. Die Micro-Caps Refined Energy und Future Fuels brauchen dagegen handfeste Bohrergebnisse. Makro-Rückenwind allein reicht nicht, um Anleger auf Dauer zu überzeugen.

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Refined Energy Aktie

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KGV
Sektor Energie
Div.-Rendite
Marktkapitalisierung
ISIN: CA75867L2066 WKN: A407GC

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