Deutsche Telekom: 12 Millionen Aktien seit April
Trotz Kursrückgang treibt die Telekom ihr milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm voran. Ein neuer Tarifvertrag sorgt für Planbarkeit, aber auch höhere Kosten.

Kurz zusammengefasst
- Über zwölf Millionen Aktien zurückgekauft
- Tarifabschluss mit ver.di in der Abstimmung
- Umsatzwachstum von 4,7 Prozent im ersten Quartal
- Aktie nahe überverkauftem Niveau
Der Kurs gibt nach — der Konzern kauft trotzdem. Diese Kombination prägt das aktuelle Bild bei der Deutschen Telekom: Während die Aktie auf Wochensicht fast vier Prozent verloren hat, läuft das Rückkaufprogramm auf Hochtouren.
Zwölf Millionen Aktien in weniger als zwei Monaten
Seit Programmstart am 2. April hat die Deutsche Telekom bereits über 12 Millionen eigene Aktien erworben. Allein in der Woche bis zum 29. Mai kaufte der Konzern rund 1,5 Millionen Anteile — zu einem Durchschnittspreis von etwa 29,20 Euro. Das Wochenvolumen überstieg 44 Millionen Euro.
Das Gesamtprogramm sieht Rückkäufe von bis zu 2 Milliarden Euro für 2026 vor. Den Großteil der zurückgekauften Aktien zieht das Unternehmen ein. Ein kleinerer Teil fließt in Vergütungsprogramme für Führungskräfte.
Tarifergebnis: Planbarkeit erkauft mit steigenden Kosten
Parallel läuft die ver.di-Mitgliederbefragung zum ausgehandelten Tarifpaket. Die Abstimmung endet Mitte Juni, die Kommission will am 19. Juni entscheiden. Formell ratifiziert ist der Pakt also noch nicht.
Die Einigung sieht gestaffelte Lohnerhöhungen vor. Das zusätzliche Monatsentgelt steigt von 190 Euro auf 340 Euro im August 2026 und weiter auf 480 Euro im Juli 2027. Für 2028 folgt eine Erhöhung der Entgelttabellen um 2,4 Prozent. Betriebsbedingte Kündigungen schließt der Pakt für seine gesamte Laufzeit aus.
Für Investoren bedeutet das: weniger Streikrisiko, mehr Kostenplanbarkeit — aber auch dauerhaft höhere Personalkosten. Der Konzern muss diese durch Produktivitätszuwächse und Umsatzwachstum auffangen.
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Starkes Q1, aber ein Wermutstropfen
Die operative Basis stimmt. Im ersten Quartal 2026 erzielte die Deutsche Telekom einen Konzernumsatz von 29,9 Milliarden Euro — organisch ein Plus von 4,7 Prozent. Das Management hat die Jahresprognose leicht angehoben: Das bereinigte EBITDA AL soll rund 47,5 Milliarden Euro erreichen, der Free Cashflow AL mehr als 19,8 Milliarden Euro.
Beim Konzernüberschuss trübte sich das Bild. Er fiel unbereinigt um 28,2 Prozent auf 2,0 Milliarden Euro. Grund: positive Bewertungseffekte aus Beteiligungen im Vorjahr, die 2026 ausgeblieben sind.
Im Deutschlandgeschäft stieg die Glasfaser-Penetration auf 17,1 Prozent. Über 13 Millionen Haushalte haben inzwischen einen direkten Anschluss. Der Konzern will jährlich 2,5 Millionen weitere Haushalte mit FTTH erschließen und investiert dafür in den nächsten drei Jahren zusätzliche 800 Millionen Euro.
Kurs unter Druck, Unterstützung in Sicht
Der Schlusskurs am Freitag lag bei 27,73 Euro — ein Minus von 0,72 Prozent am Tag, auf Jahressicht fast 19 Prozent unter dem Februar-Hoch von 34,35 Euro. Der RSI notiert bei 38,6 und signalisiert damit überverkauftes Terrain. Das 52-Wochen-Tief bei 25,99 Euro liegt rund 6,7 Prozent entfernt.
Der nächste harte Katalysator kommt am 6. August: Dann legt die Deutsche Telekom die Ergebnisse für das zweite Quartal vor. Bis dahin dürfte das Tempo des Rückkaufprogramms und der Ausgang der ver.di-Abstimmung am 19. Juni den Ton angeben.
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