Deutsche Telekom: 14 Prozent Minus in 30 Tagen
Spekulationen über eine Komplettfusion mit T-Mobile US drücken den Kurs der Deutschen Telekom auf Jahrestief-Niveau.

Kurz zusammengefasst
- Kursverlust von 14 Prozent in 30 Tagen
- Analysten uneins über strategischen Nutzen
- Tarifverhandlungen mit ver.di starten
- T-Mobile US-Quartalszahlen in Kürze
Die Idee klingt nach einem historischen Coup. Die Deutsche Telekom verschmilzt komplett mit ihrer amerikanischen Tochter T-Mobile US. Damit entstünde der weltgrößte Telefonkonzern. Am Aktienmarkt löst dieses Gedankenspiel allerdings Fluchtreflexe aus.
Ein kleines Team um Konzernchef Timotheus Höttges rechnet derzeit verschiedene Szenarien durch. Das Ziel: eine neue Holding oder rechtliche Konstruktion für den Zusammenschluss. Mittlerweile wächst in der Bonner Zentrale die Sorge. Die vorzeitige Berichterstattung könnte den gesamten Deal gefährden.
Anleger flüchten, Analysten streiten
Die Spekulationen schicken die T-Aktie auf Talfahrt. Innerhalb von 30 Tagen verlor das Papier rund 14 Prozent an Wert. Zum Wochenschluss fiel der Kurs auf 27,61 Euro. Das bisherige Jahrestief rückt damit in greifbare Nähe.
Experten bewerten die strategische Logik völlig unterschiedlich. Die britische Bank Barclays sieht kaum konkrete Vorteile und erwartet erhebliche Hürden für das Vorhaben. Die Deutsche Bank warnt vor einem Bewertungsabschlag für den neuen Großkonzern. Andere Analysten sehen eine Einstiegschance. Die Schweizer UBS hält den jüngsten Kursrückschlag für übertrieben. JPMorgan erkennt ein klares Motiv hinter den Plänen. Die Bonner wollen den Bewertungsunterschied zur wachstumsstarken US-Tochter verringern.
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Tarifstreit und neues Gesetz
Abseits der Fusionsdebatte muss das Management operative Baustellen abarbeiten. Am Montag startet in Siegburg die zweite Verhandlungsrunde mit der Gewerkschaft ver.di. Die Arbeitnehmervertreter fordern für rund 70.000 Beschäftigte ein Lohnplus von knapp sieben Prozent. Eine schnelle Einigung gilt als unwahrscheinlich. Die Gespräche könnten sich bis in den späten Mai ziehen.
Parallel dazu greift in Deutschland eine neue Mobilfunk-Regulierung. Kunden dürfen künftig ihre Rechnungen kürzen. Voraussetzung ist ein dauerhaft schlechtes Netz. Die Telekom sieht sich hier gut gerüstet. Der Konzern verweist auf eine 5G-Abdeckung von fast 88 Prozent. Flächendeckende Preissenkungen drohen den Bonnern daher kaum.
Neue Fakten liefert die kommende Woche. Am Dienstag präsentiert T-Mobile US nach amerikanischem Börsenschluss die Quartalszahlen. Da die Tochter den Großteil zum Konzerngewinn beisteuert, definieren diese Daten den Spielraum der Muttergesellschaft. Der Bewertungsabstand bleibt enorm. Die Telekom handelt aktuell zum 14-fachen des erwarteten Gewinns. Die US-Tochter kommt auf einen Faktor von 20.
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