Deutsche Telekom Aktie: 0,75 Millionen FTTH-Neukunden für 2026
Die Telekom kämpft mit niedriger Auslastung ihres Glasfasernetzes. Trotz hoher Investitionen und Ausbautempo bleibt die Kundengewinnung hinter den Erwartungen zurück.

Kurz zusammengefasst
- Glasfasernetz wächst rasant
- Kundenzahl hinkt hinterher
- KI-Projekte sollen Effizienz steigern
- Umsatz steigt, Gewinn sinkt
Die Deutsche Telekom liefert solide Quartalszahlen, aber beim Glasfaserausbau zeigt sich ein unbequemer Punkt. Das Netz wächst schneller als die Kundenzahl. Genau dort entscheidet sich, ob die milliardenschweren Investitionen im Heimatmarkt bald mehr Ertrag bringen.
An der Börse passt das Bild zu dieser Zurückhaltung: Die Aktie schloss am Donnerstag bei 27,79 Euro, seit dem Vorjahr liegt sie klar im Minus. Kurzfristig steht einem Wochenplus von 1,39 Prozent ein Monatsminus von 2,66 Prozent gegenüber.
Viel Netz, zu wenig Nutzung
Ende März zählte die Telekom in Deutschland rund 2,2 Millionen Kunden mit aktivem Glasfaseranschluss. Im Auftaktquartal kamen etwa 0,2 Millionen hinzu. Das ist Wachstum, aber noch nicht der Durchbruch.
Die Aufnahmerate lag bei 17,1 Prozent und damit 1,6 Prozentpunkte höher als im Vorjahr. Von gut 13 Millionen erreichbaren Haushalten nutzt also nur ein kleiner Teil den Anschluss aktiv und bezahlt dafür. Kein Wunder, dass Konzernchef Tim Höttges mit der bisherigen Auslastung nicht zufrieden ist.
Finanzchef Christian Illek gibt sich optimistischer. In diesem Jahr sollen 0,75 Millionen FTTH-Neukunden hinzukommen. Für 2027 peilt der Konzern dann eine Million an.
Ausbau läuft, Rendite braucht Zeit
Beim Bau selbst liefert die Telekom Tempo. Im ersten Quartal 2026 entstanden rund 370.000 neue Glasfaseranschlüsse, im Schnitt waren es 5.873 pro Arbeitstag. Operativ funktioniert die Maschine.
Der Konzern legt beim Kapital nach. In den kommenden Jahren fließen weitere 800 Millionen Euro zusätzlich in den Ausbau, bis 2030 sind insgesamt 30 Milliarden Euro vorgesehen. Das ist eine klare Ansage an Wettbewerber — und eine Belastung, solange die Nutzung hinterherläuft.
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Für 2026 plant die Telekom, weiteren zweieinhalb Millionen Haushalten und Unternehmen Glasfaser buchbar zu machen. Der Engpass liegt damit weniger im Verlegen der Leitung. Er liegt im Verkauf des Produkts.
KI soll Effizienz liefern
Neben Glasfaser rückt Künstliche Intelligenz stärker in den Vordergrund. Die Telekom verweist auf neue Tools, ausgebuchte Nvidia-B200-Kapazitäten in München und ein geplantes Investor-Event im Oktober mit Fokus auf KI-Anwendungen und finanzielle Effekte.
Im deutschen Geschäft leitete ein KI-gestützter Chatbot im Auftaktquartal bereits eine Million Anrufe um. Im laufenden Jahr soll sich diese Zahl verdoppeln. Konzernweit laufen nach Unternehmensangaben mehr als 500 KI- und Digitalisierungsprojekte, vor allem im Kundenservice und im Netzbetrieb.
Die Finanzzahlen geben dem Konzern dabei Luft. Der Umsatz stieg organisch um 4,7 Prozent auf 29,9 Milliarden Euro. Der unbereinigte Konzernüberschuss sank zwar um 28,2 Prozent auf 2,0 Milliarden Euro, belastet durch ausgebliebene positive Bewertungseffekte aus dem Vorjahr.
Im Mobilfunk bleibt das Kerngeschäft robust. Die Service-Umsätze legten um 2,1 Prozent zu, unter den eigenen Marken kamen 200.000 Vertragskunden hinzu.
Am 26./27. Mai folgt die nächste Tarifrunde für rund 60.000 Beschäftigte. Kurzfristig kann das Thema Unruhe bringen. Strategisch zählt vor allem, ob die Telekom die Glasfaser-Aufnahmerate schneller nach oben bekommt — dort liegt der Hebel zwischen teurem Ausbau und dauerhaft höherem Ertrag.
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