Deutsche Telekom Aktie: 140.000 Firmen via SupplyOn-KI
T-Systems schließt KI-Pakt für Lieferketten ab, MagentaTV erzielt WM-Zuschauerrekord. Die Aktie notiert dennoch nahe Jahrestief.

Kurz zusammengefasst
- T-Systems kooperiert mit SupplyOn
- KI-Cloud für 140.000 Firmen geplant
- MagentaTV mit 36 Millionen WM-Zuschauern
- Aktie fällt trotz positiver Nachrichten
Starke operative Nachrichten, schwache Kurse. Bei der Deutschen Telekom klaffen Realität und Börsenstimmung derzeit weit auseinander. Der Bonner Konzern meldet gleich zwei Erfolge. Die Großkundensparte T-Systems treibt die industrielle Künstliche Intelligenz voran. Parallel dazu bricht der Streaming-Dienst MagentaTV während der laufenden Fußball-Weltmeisterschaft alle Rekorde. Die Aktie honoriert das bisher nicht.
KI für die Lieferkette
T-Systems schließt einen weitreichenden Pakt mit der Plattform SupplyOn. Gemeinsam wollen die Unternehmen die Lieferketten von über 140.000 Firmen weltweit automatisieren. Im Zentrum steht dabei die neue Industrie-Cloud der Telekom. Einkaufsabteilungen sollen dadurch mithilfe von Algorithmen deutlich effizienter arbeiten.
Das technische Rückgrat liefert ein neues Rechenzentrum in München. Dort arbeiten 10.000 Hochleistungschips von Nvidia. T-Systems-Chef Ferri Abolhassan sieht Künstliche Intelligenz künftig als Betriebssystem der Wirtschaft. Flankierend startet das europäische KI-Modell „Soofi S“. Dieses Basismodell wurde speziell auf deutschsprachige Daten trainiert.
MagentaTV im WM-Fieber
Im Privatkundengeschäft sorgt derweil der Fußball für Spitzenwerte. In der ersten Turnierwoche zählte MagentaTV mehr als 36 Millionen Zuschauer. Allein das Exklusivspiel zwischen Frankreich und Senegal lockte zeitweise 6,5 Millionen Fans vor die Bildschirme.
Das schlägt sich direkt in den Verkaufszahlen nieder. Die Abo-Absätze haben sich gegenüber dem vorherigen großen Turnier mehr als verdoppelt. Auch die Netzinfrastruktur hielt dem massiven Datenansturm problemlos stand.
Aktie sucht den Boden
An der Börse verpuffen diese Erfolgsmeldungen bislang. Die T-Aktie pendelt aktuell um die Marke von 27,00 Euro. Damit summiert sich das Minus der vergangenen sieben Tage auf rund vier Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch ist das Papier mittlerweile mehr als 20 Prozent entfernt.
Analysten bleiben ungeachtet der schwachen Kursentwicklung optimistisch. Sie trauen der Aktie im Schnitt ein Kursziel von 38,61 Euro zu. Ob der Konzern diese Erwartungen untermauern kann, klärt sich bald. Am 6. August legt die Telekom ihre detaillierten Zahlen für das zweite Quartal vor.
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