Deutsche Telekom Aktie: 2 Milliarden für Rückkäufe bis Jahresende
Telekom-Aktie nahe Jahrestief: Milliarden-Rückkaufprogramm und Tarifabstimmung bei ver.di könnten für Impulse sorgen.

Kurz zusammengefasst
- Tarifvotum bei ver.di heute
- Aktienrückkäufe von bis zu zwei Milliarden
- T-Mobile US erhöht Dividende deutlich
- Charttechnisch überverkauft mit RSI 35
Drei Entwicklungen gleichzeitig, und keine davon ist unbedeutend. Die Deutsche Telekom steht heute vor einem Tarifvotum, stützt die Aktie mit Milliarden und kassiert frisches Geld aus den USA — während der Kurs trotzdem auf 26,90 Euro dümpelt, nur knapp über dem 52-Wochen-Tief.
Rückkäufe als Kurspuffer
Der Konzern kauft sich seine eigenen Aktien in hohem Tempo zurück. Allein in der Woche vom 8. bis 12. Juni erwarb die Telekom rund 1,6 Millionen Anteile für etwa 45,1 Millionen Euro. Der gewichtete Durchschnittspreis lag bei 27,90 Euro — also deutlich über dem aktuellen Kurs.
Seit Programmstart am 2. April hat der Bonner Konzern bereits mehr als 15 Millionen Aktien zurückgekauft. Das Gesamtprogramm sieht bis Jahresende ein Volumen von bis zu zwei Milliarden Euro vor. Der Effekt auf den Kurs ist bislang überschaubar: Die Aktie hat in den vergangenen 30 Tagen rund acht Prozent verloren.
T-Mobile US liefert Cashflow
Ein stabiler Einkommenspfeiler bleibt die US-Tochter T-Mobile US. Sie hat ihre Quartalsdividende um knapp 16 Prozent auf 1,02 US-Dollar je Aktie angehoben. Die Telekom hält rund 53 Prozent an T-Mobile US und profitiert damit direkt von diesem Schritt.
Die Mittelzuflüsse helfen, den teuren Glasfaserausbau in Deutschland zu finanzieren und die eigene Dividendenpolitik zu stützen. Der Markt reagierte dennoch verhalten. Sorgen über Regulierung in den USA und den wachsenden Wettbewerb durch Satellitenanbieter wie Starlink dämpfen die Stimmung.
Tarifvotum als Planungsfaktor
Heute entscheidet die ver.di-Tarifkommission über das ausgehandelte Lohnpaket für rund 60.000 Beschäftigte. Die Eckpunkte: Laufzeit bis Ende 2028, ein monatliches Zusatzentgelt von 340 Euro ab August 2026 und 480 Euro ab Juli 2027, dazu ein Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen.
Ein positives Votum würde der Telekom Planungssicherheit bei den Personalkosten geben. Weitere Streiks wären vom Tisch.
Charttechnik unter Druck
Operativ läuft es solide: Im ersten Quartal stieg das bereinigte EBITDA AL um 7,5 Prozent auf 11,5 Milliarden Euro. Das KGV liegt bei rund 13,8 — im Branchenvergleich moderat. Trotzdem notiert die Aktie mit einem Abstand von mehr als 21 Prozent zum 52-Wochen-Hoch bei 34,35 Euro. Der RSI von 35 signalisiert, dass das Papier technisch überverkauft ist.
Hält das Tarifvotum heute positiv aus und bleibt die Unterstützung knapp oberhalb des 52-Wochen-Tiefs bei 25,99 Euro intakt, könnte die Kombination aus Rückkäufen und verbesserter Planungssicherheit zumindest eine technische Gegenbewegung auslösen.
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