Deutsche Telekom Aktie: 240.000 Glasfaseranschlüsse im Juni
Telekom-Zahlen am Donnerstag: Analysten erwarten Prognoseanhebung, während T-Mobile-Fusionspläne wackeln und ein Gericht den Glasfaserausbau bremst.

Kurz zusammengefasst
- Quartalsbericht am Donnerstag erwartet
- T-Mobile-US-Fusion stößt auf Widerstand
- Gericht stoppt Glasfaser-Wohnungsstich
- Kursziele gesenkt, Einstufungen bleiben positiv
Die Deutsche Telekom steuert auf einen ereignisreichen Bilanztermin zu. Am Donnerstag veröffentlicht der Bonner Konzern den Zwischenbericht zum zweiten Quartal und ersten Halbjahr 2026, begleitet von einem Investoren-Webcast. Im Zentrum der Erwartungen steht die Frage, ob der Vorstand die Jahresprognose anhebt – gestützt durch starke Signale aus dem US-Geschäft.
US-Tochter liefert Rückenwind für die Prognose
T-Mobile US hatte am 26. Juli seine Prognose für den bereinigten freien Cashflow 2026 auf 18,4 bis 18,8 Milliarden US-Dollar angehoben. Grundlage war ein Gewinn je Aktie von 2,99 US-Dollar im zweiten Quartal, der die Markterwartungen übertraf. Für die Deutsche Telekom, die über ihre Mehrheitsbeteiligung eng mit dem Erfolg der US-Tochter verknüpft ist, nährt das die Spekulation auf eine eigene Prognoseanhebung am Donnerstag. Zusätzliches Wachstum brachte T-Mobile US zudem durch den am 24. Juli abgeschlossenen Zusammenschluss des Glasfaseranbieters Metronet im Rahmen eines Joint Ventures mit dem Finanzinvestor KKR.
Fusionspläne verlieren an Rückhalt
Parallel zur guten operativen Nachrichtenlage bröckelt ein strategisches Projekt, das die Aktie zuletzt bewegt hatte. Berichten zufolge, unter anderem von Semafor, unterstützt das Management von T-Mobile US Pläne für eine vollständige Fusion mit der Deutschen Telekom nicht länger. Als Gründe werden regulatorische Hürden und Widerstände von Minderheitsaktionären genannt. Der mögliche Rückzug von einem der größten denkbaren Zusammenschlüsse der Telekommunikationsbranche dürfte die Debatte um die künftige Konzernstruktur neu entfachen, auch wenn er operativ zunächst keine unmittelbaren Folgen für das Tagesgeschäft hat.
Rückschlag beim Glasfaserausbau in Deutschland
Auf der Heimatmarkt-Seite musste der Konzern zugleich einen juristischen Dämpfer hinnehmen. Am Donnerstag untersagte das Oberlandesgericht Karlsruhe der Deutschen Telekom, gebäudeinterne Glasfaseranschlüsse ohne ausdrückliche Zustimmung der Eigentümer zu verlegen, und ordnete in einem betroffenen Fall den Rückbau bereits installierter Infrastruktur an. Das Urteil betrifft die Praxis des sogenannten Wohnungsstichs und könnte den Ausbau in Mehrfamilienhäusern verlangsamen. Unabhängig davon meldete der Konzern gestern Fortschritte beim Netzausbau: Im Juni wuchs das deutsche Glasfasernetz um 240.000 neue Anschlüsse auf insgesamt 13,6 Millionen Haushalte und Betriebe.
Analysten senken Kursziele, Einstufungen bleiben positiv
Trotz der gemischten Nachrichtenlage bleiben die begleitenden Analystenstimmen grundsätzlich wohlwollend, auch wenn die Kursziele zuletzt nach unten korrigiert wurden. Die DZ Bank senkte am 28. Juli ihren fairen Wert für die Aktie von 37,00 auf 35,00 Euro, bestätigte aber die Einstufung „Kaufen“. JPMorgan reduzierte am 27. Juli das Kursziel von 40,00 auf 38,00 Euro und beließ die Einstufung bei „Overweight“. Die Bandbreite der Kurszielsenkungen deutet darauf hin, dass die Häuser die jüngste Kursschwäche zwar eingepreist haben, das grundsätzliche Aufwärtspotenzial aber weiterhin sehen.
Kursbild: Erholung, aber noch unter altem Hoch
An der Börse hat sich die Aktie zuletzt stabilisiert. Der Kurs notiert bei 28,22 Euro und hat in den vergangenen 30 Handelstagen um 10,71 Prozent zugelegt. Zum 52-Wochen-Hoch von 34,35 Euro, erreicht Ende Februar, fehlen der Aktie dennoch weiterhin 17,85 Prozent. Der Konzern selbst stützte den Kurs zuletzt aktiv: Zwischen dem 13. und 17. Juli kaufte die Deutsche Telekom eigenen Angaben zufolge 1.354.425 eigene Aktien zu einem Durchschnittskurs von 26,73 Euro zurück. Ob die Erholung nach den Zahlen am Donnerstag Bestand hat, dürfte maßgeblich davon abhängen, wie deutlich der Vorstand die Jahresprognose tatsächlich anhebt – und wie der Markt den offenbar ins Wanken geratenen Fusionsplan mit T-Mobile US einordnet.
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