Deutsche Telekom Aktie: 2,5 Milliarden Euro Kostenziel bis 2030
Goldman Sachs senkt das Kursziel, während die Telekom bis 2030 geringere Kosten und höhere KI-Erlöse außerhalb der USA anstrebt.
Kurz zusammengefasst
- Goldman Sachs reduziert Kursziel auf 38 Euro
- Berenberg hält an 35,20 Euro fest
- Kostensenkungen von 2,5 Milliarden Euro bis 2030 angepeilt
- KI-Erlöse außerhalb der USA sollen wachsen
Die jüngsten strategischen Vorgaben der Deutschen Telekom stoßen am Kapitalmarkt auf ein geteiltes Echo. Während die langfristigen Zielmarken für Effizienzgewinne grundsätzlich positiv aufgenommen werden, passen erste Analysehäuser ihre Bewertungsmodelle an. Am gestrigen Montag legte das Papier um 1,1 Prozent zu und ging bei 26,87 Euro aus dem Handel.
Kursziele nach neuen Effizienzvorgaben
Im Zentrum der Marktbewertung stehen die mittelfristigen Kostensenkungspotenziale des Bonner DAX-Konzerns. Goldman Sachs bestätigte die Einstufung mit „Buy“, reduzierte das Kursziel für den Titel jedoch von 40 auf 38 Euro. Berenberg bekräftigte ebenfalls eine Kaufempfehlung und sieht das Kursziel unverändert bei 35,20 Euro.
Die Neubewertung erfolgt vor dem Hintergrund ehrgeiziger Effizienzschritte außerhalb des US-Geschäfts. Bis 2030 sollen die jährlichen indirekten Kosten gegenüber dem Basisjahr 2023 um rund 2,5 Milliarden Euro sinken.
Für das Jahr 2027 peilt das Management Bruttoeinsparungen von 1,1 Milliarden Euro an. Die tatsächliche Entlastung könnte allerdings geringer ausfallen, da etwaige Implementierungskosten in diesen Zielgrößen bislang nicht beziffert sind.
Zugleich soll der Konzernumbau neue Erlöse generieren. Das Geschäftskundensegment außerhalb der USA soll die Erlöse mit künstlicher Intelligenz von erwarteten 250 Millionen Euro im laufenden Jahr bis 2030 auf 800 Millionen Euro steigern. Ein Teil der freiwerdenden Mittel soll direkt in die Netzinfrastruktur fließen, insbesondere in den deutschen Glasfaserausbau.
Entlastungssignale aus Brüssel und operative Hebel
Flankiert wird die Debatte um die künftige Kostenstruktur von regulatorischen Entwicklungen auf europäischer Ebene. Laut Reuters drängen mehrere EU-Mitgliedstaaten auf mehr Zeit beim verpflichtenden Austausch von Mobilfunk-Netzkomponenten chinesischer Hersteller wie Huawei und ZTE.
Eine zeitliche Streckung der Vorgaben würde den Investitionsdruck mindern und könnte Netzbetreibern wie der Deutschen Telekom spürbare finanzielle Spielräume bei den Netzinvestitionen verschaffen.
Operativ setzt der Konzern bereits verstärkt auf Automatisierung. Bei der US-Tochter T-Mobile US sank das gesamte Anrufaufkommen im Kundenservice um 55 Prozent, da automatisierte Systeme inzwischen rund 40 Prozent der Kundenkontakte abwickeln. In München entsteht zudem gemeinsam mit Nvidia und SAP eine industrielle Cloud-Infrastruktur mit einem Investitionsvolumen von über einer Milliarde Euro.
Trotz der jüngsten Erholungstendenz bleibt der Titel mit einem Abschlag von 22 Prozent deutlich unter seinem 52-Wochen-Hoch. Für Anleger kommt es nun darauf an, wie zügig die avisierten Einsparungen die operative Marge im europäischen Kerngeschäft messbar stützen.
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