Deutsche Telekom Aktie: 3. August endet 2G-Netz
T-Mobile US schaltet 2G-Netz ab und migriert VMware-Systeme. Aktiver Aktienrückkauf und Analystenoptimismus stützen den Kurs.

Kurz zusammengefasst
- 2G-Abschaltung bei T-Mobile US
- VMware-Migration von 300.000 CPU-Kernen
- 560 Millionen Euro Aktienrückkauf gestartet
- UBS sieht Übernahmegerüchte als übertrieben
Die Papiere der Deutschen Telekom fangen sich wieder. Nach dem Rutsch auf das 52-Wochen-Tief von 23,54 Euro Ende Juni greifen Investoren nun zu. Aktuell notiert der Kurs bei 25,41 Euro. Das entspricht einem leichten Tagesplus. Der Fokus des Marktes richtet sich jetzt auf die USA. Bei der wichtigen Tochter T-Mobile US stehen in wenigen Wochen tiefgreifende Veränderungen an.
Zwangsumzug bei der US-Tochter
T-Mobile US kappt alte Zöpfe. Bis zum 3. August 2026 schaltet der Konzern sein veraltetes 2G-Netz endgültig ab. Die freigewordenen Frequenzen fließen direkt in den Ausbau der modernsten Funkstandards. Das Ziel: eine Abwehrstrategie gegen satellitengestützte Dienste wie Starlink.
Parallel dazu zwingt ein Streit mit Broadcom die Amerikaner zum Handeln. Es geht um hohe Support-Gebühren für VMware-Lizenzen. T-Mobile US verschiebt deshalb zehntausende virtuelle Maschinen auf alternative Plattformen. Der Prozess betrifft über 300.000 CPU-Kerne. Auch hier drängt die Zeit. Eine gerichtliche Verfügung sichert den Support nur noch bis Anfang August. Marktbeobachter werten den Ausstieg aus den teuren Lizenzmodellen langfristig als Treiber für die amerikanischen Gewinnmargen.
Milliardenpaket stützt den Kurs
Abseits der Technik stützt das Management den Aktienkurs aktiv. Seit Juli läuft die dritte Tranche des aktuellen Rückkaufprogramms. Bis Ende September kauft die Telekom eigene Papiere für bis zu 560 Millionen Euro. Für das gesamte Jahr peilt der Vorstand ein Rückkaufvolumen von rund zwei Milliarden Euro an.
Rückenwind kommt obendrein von der Schweizer Großbank UBS. Die Analysten werten den jüngsten Ausverkauf als überzogen. Zuvor hatten Gerüchte über eine Komplettübernahme von T-Mobile US den Kurs belastet. Die UBS betont jedoch, dass die Telekom mit 54 Prozent Anteil längst die operative Kontrolle ausübt. Ein teurer Kauf der restlichen Papiere brächte kaum strategischen Mehrwert.
Blick auf den kommenden Quartalsbericht
Charttechnisch bleibt das Bild trotz der Stabilisierung angespannt. Seit Jahresbeginn verzeichnet das Papier ein Minus von fast neun Prozent. Der Kurs verharrt damit weiter unter der 50-Tage-Linie von 27,49 Euro. Der aktuelle RSI-Wert von 39,2 signalisiert lediglich, dass der akute Verkaufsdruck vorerst stoppt.
Der nächste Prüfstein folgt am 6. August 2026. Dann präsentiert der Vorstand den neuen Quartalsbericht. Investoren warten hier auf konkrete Details zur laufenden IT-Migration in den USA. Ebenso wichtig werden die Auswirkungen der neuen Tarifstrukturen auf den monatlichen Umsatz pro Nutzer. Mit einer geschätzten Dividende von 1,13 Euro im aktuellen Jahr bleibt der Konzern für einkommensorientierte Investoren eine fixe Größe im Portfolio.
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