Deutsche Telekom Aktie: 300-Milliarden-Fusion mit T-Mobile US gescheitert

Widerstand aus den USA stoppt die geplante Telekom-T-Mobile-Fusion. Die Aktie verliert, während die US-Tochter ihre Cashflow-Prognose anhebt.

Eduard Altmann ·
Deutsche Telekom Aktie

Kurz zusammengefasst

  • US-Führung lehnt Fusion ab
  • Telekom-Aktie verliert deutlich
  • T-Mobile hebt Cashflow-Prognose
  • Breitbandförderung wird zurückgegeben

Die Deutsche Telekom muss einen milliardenschweren Rückschlag verkraften. Führungskräfte der US-Tochter T-Mobile US haben dem Mutterkonzern signalisiert, dass sie eine als 300-Milliarden-Dollar-Fusion kolportierte engere Verschmelzung mit Deutschland nicht mehr unterstützen. Das berichtet The Next Web. Auch Minderheitsaktionäre von T-Mobile US hätten Ablehnung signalisiert, zudem wird eine Prüfung durch den US-Ausschuss für ausländische Investitionen (CFIUS) erwartet.

Die Nachricht trifft die Aktie in einer ohnehin angeschlagenen Verfassung. Zum Handelsschluss am Freitag notierte das Papier bei 26,85 Euro, ein Minus von 0,63 Prozent. Auf Sicht von zwölf Monaten steht ein Rückgang von fast 15 Prozent zu Buche, und die Aktie bleibt gut ein Fünftel von ihrem 52-Wochen-Hoch aus dem Februar entfernt. Immerhin hat sich der Kurs auf Monatssicht deutlich erholt: Innerhalb von 30 Tagen legte das Papier um 6,63 Prozent zu, ein Zeichen dafür, dass Anleger die jüngste Konsolidierung teilweise schon eingepreist hatten.

US-Manager bremsen Fusionspläne

Für den Bonner Konzern ist der Widerstand aus Übersee ein empfindlicher Dämpfer. Die Deutsche Telekom hält über T-Mobile US einen zentralen Werttreiber des Konzerns, und eine engere Verzahnung beider Gesellschaften galt als strategische Option für die kommenden Jahre. Dass ausgerechnet die operative Führung in den USA nun öffentlich Distanz signalisiert, dürfte die Verhandlungsposition der Konzernzentrale schwächen. Zusätzlich erschwert eine mögliche CFIUS-Prüfung jeden weiteren Schritt in Richtung einer tieferen Integration, da US-Behörden bei ausländischer Beteiligung an kritischer Telekommunikationsinfrastruktur traditionell genau hinschauen.

Operativ bleibt die US-Tochter dennoch auf Kurs. T-Mobile US hatte bereits am 23. Juli die Prognose für den freien Cashflow angehoben, auf eine Spanne von 18,4 bis 18,8 Milliarden Dollar. Im Vorjahr hatte der Mobilfunker rund 18 Milliarden Dollar an freiem Cashflow erwirtschaftet, die neue Zielspanne signalisiert also weiteres, wenn auch moderates Wachstum. Für die Deutsche Telekom als Mehrheitseigner bleibt T-Mobile US damit finanziell der wichtigste Ergebnisbringer im Konzern – unabhängig davon, ob die Fusionsdebatte weitergeht oder erst einmal ruht.

Kritik am heimischen Breitbandausbau

Parallel zur US-Debatte gerät der Konzern auch im Inland unter Druck. Mehrere Kommunen und Zweckverbände haben Förderzusagen für den Breitbandausbau über insgesamt 154 Millionen Euro zurückgegeben – laut n-tv betrifft das fast jeden zehnten Antragsteller. Als Gründe werden unter anderem ein Ausbau ohne Förderung, die Übernahme durch Landkreise oder ein Wechsel in Landesförderprogramme genannt. Der nordrhein-westfälische Verkehrsminister Krischer wirft der Deutschen Telekom vor, lokale Konkurrenz beim eigenwirtschaftlichen Ausbau zu sabotieren. Ein Sprecher des Konzerns weist die Vorwürfe zurück. Die Grünen-Sprecherin Stumpp fordert unterdessen eine grundlegende Änderung der Förderpraxis.

Für Anleger bleibt die Gemengelage unübersichtlich: Auf der einen Seite steht ein operativ solide performender US-Konzernteil mit angehobener Cashflow-Guidance, auf der anderen Seite eine gebremste strategische Großfusion und regulatorischer Gegenwind im Heimatmarkt. Der 50-Tage-Durchschnitt von 27,00 Euro liegt nur knapp über dem aktuellen Kursniveau, was auf eine vorerst neutrale technische Verfassung hindeutet. Wie stark die geplatzten Fusionsambitionen die langfristige Strategie des Konzerns verändern, dürfte sich erst in den kommenden Quartalsberichten beider Unternehmen zeigen.

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KGV 14,78
Sektor Kommunikationsdienste
Div.-Rendite 3,69 %
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ISIN: DE0005557508 WKN: 555750

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