Deutsche Telekom Aktie: 6. August wird zum Stresstest

Die Aktie der Deutschen Telekom fällt nach enttäuschenden Umsatzzahlen der US-Tochter T-Mobile US. Ein technisches Verkaufssignal verstärkt den Abwärtstrend.

Dr. Robert Sasse ·
Deutsche Telekom Aktie

Kurz zusammengefasst

  • T-Mobile US verfehlt Umsatzerwartungen
  • Gewinn je Aktie übertrifft Prognosen
  • Charttechnik zeigt negatives Signal
  • Kursziel von Deutscher Bank gesenkt

Die Aktie der Deutschen Telekom steht zum Wochenschluss weiter unter Abgabedruck. Auslöser ist die Quartalsvorlage der US-Tochter T-Mobile US, an der der Bonner Konzern mit 54 Prozent beteiligt ist. Am Freitagvormittag notiert der Titel bei 25,83 Euro und gibt damit im Tagesverlauf 0,96 Prozent nach, nachdem bereits am Vortag und im frühen Handel ein Kursrückgang von über 4 Prozent zu verzeichnen war. Seit Jahresbeginn steht die Aktie nun mit 7,05 Prozent im Minus.

T-Mobile US verdient mehr, verkauft aber weniger

T-Mobile US legte am 23. Juli die Zahlen für das zweite Quartal 2026 vor. Der Gewinn je Aktie kletterte auf 2,99 US-Dollar und übertraf damit den Konsens von 2,59 US-Dollar deutlich. Beim Umsatz reichte es mit 22,79 Milliarden US-Dollar jedoch nicht an die Erwartungen der Analysten heran. Für Anleger zählte in diesem Fall offenbar die verfehlte Umsatzlinie mehr als die überraschend starke Gewinnentwicklung. Immerhin hob das Management die Prognose für den bereinigten freien Cashflow 2026 auf eine Spanne von 18,4 bis 18,8 Milliarden US-Dollar an.

Da T-Mobile US einen erheblichen Teil zum Konzernergebnis der Deutschen Telekom beiträgt, schlägt die Kursreaktion in New York unmittelbar auf die Frankfurter Notiz durch. Parallel dazu kursiert um die US-Tochter eine Governance-Debatte über die Vergütungsstruktur der Führungsebene, die einem Medienbericht zufolge deutlich über dem Niveau des deutschen Konzernvorstands liegen soll.

Charttechnik verstärkt die Schwäche

Zur fundamentalen Belastung gesellt sich ein technisches Warnsignal: Die Aktie kreuzte am 23. Juli die 38-Tage-Linie nach unten, was gemeinhin als negatives Signal gilt. Der Blick auf die weiteren Kennzahlen bestätigt das eingetrübte Bild: Mit einem Abstand von 24,80 Prozent zum 52-Wochen-Hoch von 34,35 Euro, das erst Ende Februar erreicht wurde, hat der Titel deutlich an Boden verloren. Am 30. Juni markierte die Aktie mit 23,54 Euro zugleich ihr 52-Wochen-Tief – von diesem Niveau ist der aktuelle Kurs nur noch knapp entfernt.

Kursziel gesenkt, Kaufempfehlung bleibt

Bereits am 21. Juli hatte Deutsche Bank Research sein Kursziel für die Deutsche-Telekom-Aktie von 42,00 auf 40,00 Euro gesenkt, die Einstufung „Buy“ jedoch beibehalten. Analyst Robert Grindle begründete den Schritt mit strukturellem Wettbewerbsdruck durch Satelliten-Internetdienste wie Starlink sowie durch neue KI-Infrastrukturprojekte, die das Wettbewerbsumfeld für den Konzern verändern.

Operatives Geschäft läuft im Hintergrund weiter

Abseits der US-Turbulenzen treibt die Deutsche Telekom ihren Netzausbau in Deutschland voran. In Leinach in Unterfranken ging ein neuer, 30 Meter hoher Mobilfunkmast in Betrieb, der die Region mit 4G- und 5G-Standards versorgt und lokale Funklöcher schließen soll. Zudem läuft das Aktienrückkaufprogramm 2026 planmäßig weiter: Zwischen dem 13. und 17. Juli erwarb der Konzern gemäß seiner jüngsten Zwischenmeldung 1.351.740 eigene Aktien. Seit Beginn des Programms am 1. Juli summiert sich die Gesamtzahl auf 3.673.275 zurückgekaufte Anteile.

Blick auf den 6. August

Im Fokus der Anleger steht nun der 6. August, wenn die Deutsche Telekom ihre Zahlen für das zweite Quartal und das erste Halbjahr 2026 vorlegt. Der Analystenkonsens erwartet für das Quartal einen Umsatz von durchschnittlich 29,95 Milliarden Euro, ein Plus von 4,46 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, sowie einen Gewinn je Aktie von 0,56 Euro. Angesichts der jüngsten Kursschwäche dürfte der Termin zum wichtigen Prüfstein dafür werden, ob der Konzern die durch die US-Tochter ausgelöste Verunsicherung mit eigenen Zahlen auffangen kann.

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– 1,10 EUR -4,04 %
KGV 15,04
Sektor Kommunikationsdienste
Div.-Rendite 3,75 %
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ISIN: DE0005557508 WKN: 555750

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