Deutsche Telekom Aktie: 8 Millionen Kunden ab 14. Juli verteuert
T-Mobile US erhöht Preise für Millionen Bestandskunden. Die Telekom-Aktie reagiert mit leichten Verlusten, während ein Spektrum-Deal zusätzliche Kapazitäten bringt.

Kurz zusammengefasst
- Millionen US-Kunden erhalten teurere Tarife
- Aktie fällt leicht auf 26,49 Euro
- Frequenztausch bringt Milliarden und neue Lizenzen
- Kurs bleibt deutlich unter Jahreshoch
Acht Millionen Kunden, eine Preiserhöhung, ein Konzern mit Nervosität. T-Mobile US stellt seit dem 14. Juli massenhaft Bestandskunden auf teurere Tarife um. Für die Deutsche Telekom ist das keine Randnotiz, denn die US-Tochter liefert den Großteil des Konzerngewinns.
Die Aktie der Deutschen Telekom notiert am Mittwoch bei 26,49 Euro und gibt um 0,45 Prozent nach. Am Dienstag schloss das Papier noch bei 26,61 Euro. Über die vergangenen sieben Handelstage steht dennoch ein Plus von 3,72 Prozent zu Buche.
Die größte Tarifreform in der Firmengeschichte
T-Mobile US migriert Kunden von den alten Tarifen Simple Choice, ONE und Magenta in neue „Experience“-Stufen. Manche dieser Verträge stammen noch aus der 3G- und 4G-Ära, teils fast 15 Jahre alt. Das Unternehmen begründet den Schritt mit besserer Netztechnik und einer Fünf-Jahres-Preisgarantie für die neuen Tarife.
Für viele Kunden steigt die monatliche Rechnung um bis zu 6 US-Dollar. Ein Unternehmenssprecher betont, die neuen Preise blieben in den meisten Fällen unter dem regulären Neukundenpreis. Man verschiebe die Kunden also nicht auf den vollen Listenpreis.
Die Aktion reiht sich in einen branchenweiten Trend ein. AT&T hat bereits eigene Alttarife verteuert, Verizon wirbt gezielt um verärgerte T-Mobile-Kunden. Der Wettbewerbsdruck bleibt hoch, während gleichzeitig alle großen Anbieter ihre Preise anziehen.
Spektrum-Deal bringt zusätzliche Kapazität
Parallel zur Tarifreform hat T-Mobile US grünes Licht für ein zweites Großprojekt erhalten. Die US-Regulierungsbehörde FCC genehmigt einen Frequenztausch mit dem Investmentunternehmen Grain Management, angekündigt bereits im März des Vorjahres.
T-Mobile überträgt seine 800-MHz-Lizenzen an Grain. Im Gegenzug erhält der Konzern 2,9 Milliarden US-Dollar in bar sowie die 600-MHz-Lizenzen des Investors. Für T-Mobile endet damit eine jahrelange Suche nach einem Käufer für überschüssiges Spektrum aus der Sprint-Übernahme.
Ein Branchenanalyst bewertet den Tausch gegenüber Light Reading positiv. Er entferne Spektrum, das für T-Mobile faktisch unbrauchbar sei, und bringe im Gegenzug nutzbare Kapazität. Kurzfristig dürfte der Deal aber weniger Kursrelevanz haben als die laufende Preisreform.
Kursbild bleibt angeschlagen
Die Deutsche-Telekom-Aktie notiert derzeit rund 23 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 34,35 Euro vom 27. Februar. Zum 52-Wochen-Tief von 23,54 Euro vom 30. Juni bleibt dagegen ein Polster von gut 12 Prozent. Auf Monatssicht steht ein Minus von 4,99 Prozent, seit Jahresbeginn liegt der Titel 4,95 Prozent im Minus.
Der Kurs liegt aktuell unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 27,33 Euro und deutlich unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 28,73 Euro. Der RSI von 50,9 zeigt eine neutrale Marktlage. Die annualisierte Volatilität von 31,24 Prozent signalisiert allerdings anhaltende Schwankungen im Handel.
Die ersten höheren Rechnungen erreichen betroffene Kunden im August. Das fällt zusammen mit dem Start der herbstlichen Smartphone-Saison, in der sich traditionell zeigt, wie stark AT&T und Verizon Kunden abwerben können. Erste belastbare Zahlen zur Wirkung der Preisreform liefert der nächste Quartalsbericht von T-Mobile US.
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