Deutsche Telekom Aktie: BofA hebt Prognosen wegen Dollar an
BofA erwartet für das dritte Quartal mehr Umsatz als der Marktkonsens; der stärkere Dollar stützt die höhere Schätzung.

Kurz zusammengefasst
- BofA erhöht Umsatz- und EBITDAaL-Prognose
- Quartalsumsatz von 30,98 Milliarden Euro erwartet
- US-Geschäft macht knapp zwei Drittel aus
- Konsens: sieben Kauf- und eine Halteempfehlung
Bei der Deutschen Telekom steht vor den nächsten Quartalszahlen eine Frage im Mittelpunkt: Kann das US-Geschäft die optimistischen Analystenschätzungen stützen? Die heute diskutierten Erwartungen von BofA Global Research liegen beim Umsatz über dem Marktkonsens. Der stärkere Dollar liefert dabei Rückenwind. Die Geschäftszahlen werden für den 05.11.2026 erwartet.
Für Anleger geht es damit nicht allein um die jüngste Kursschwäche. Entscheidend wird, ob sich die höheren Erwartungen an das operative Geschäft bestätigen. Währungseffekte und mögliche zusätzliche Konkurrenz im US-Mobilfunk wirken dabei in unterschiedliche Richtungen.
BofA setzt auf den stärkeren Dollar
BofA Global Research erhöhte am 19. Oktober seine Prognosen für Umsatz und EBITDAaL der Deutschen Telekom im Jahr 2026 jeweils um 1,0%. Als wesentlichen Grund nannte das Analysehaus den stärkeren Dollar.
Diese Begründung ist für die Einordnung wichtig: Die höhere Schätzung beruht vor allem auf einem Währungseffekt. Sie ist deshalb nicht automatisch mit einer entsprechend stärkeren operativen Entwicklung gleichzusetzen. Für einen Konzern mit großem US-Geschäft kann die Währungsentwicklung dennoch erhebliches Gewicht haben.
Für das dritte Quartal 2026 erwartet BofA einen Umsatz von 30,98 Milliarden Euro. Der Marktkonsens liegt bei 30,47 Milliarden Euro. Die Bank setzt damit auf ein besseres Abschneiden als der Durchschnitt der Analysten.
Die regionale Umsatzverteilung erklärt den Fokus auf die Vereinigten Staaten. Knapp zwei Drittel des Telekom-Umsatzes stammten im zweiten Quartal aus den USA. Damit treffen sowohl der Währungsrückenwind als auch Sorgen vor zusätzlichem Wettbewerb einen wesentlichen Teil des Geschäfts.
Als Maßstab dient außerdem die Jahresprognose des Unternehmens. Danach soll der Free Cashflow AL rund 20,0 Milliarden Euro erreichen.
Kaufempfehlungen mit unterschiedlicher Überzeugung
Die Analysten bleiben mehrheitlich zuversichtlich. Ihre Einschätzungen sind allerdings weder eine Garantie für steigende Kurse noch ein Ersatz für die anstehenden Geschäftszahlen. Gerade der Abstand zwischen optimistischen Erwartungen und tatsächlich gemeldeten Ergebnissen wird für die weitere Bewertung wichtig.
Der Analystenkonsens umfasst sieben Kaufempfehlungen und eine Halteempfehlung. Das durchschnittliche Kursziel beträgt 35,20 Euro.
Dabei unterscheiden sich die Einschätzungen deutlich. Während BofA seine Geschäftserwartungen angehoben hat, fällt Bernstein bei der Bewertung der Aktie zurückhaltender aus. Das zeigt, dass positive Umsatzimpulse nicht bei allen Häusern zur gleichen Anlageentscheidung führen.
Bernstein empfiehlt, die Aktie zu halten, und nennt ein Kursziel von 28,10 Euro. Für Anleger liegt der nächste Prüfstein damit klar bei den Quartalszahlen: Sie müssen zeigen, wie belastbar die höheren Umsatzschätzungen sind und wie die Geschäftsentwicklung zur Jahresprognose passt.
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