Deutsche Telekom Aktie: Cashflow-Ziel auf 20 Milliarden Euro erhöht

Die Telekom hebt ihre Jahresprognose an und stockt das Rückkaufprogramm auf. Das zweite Quartal zeigt starkes Wachstum, besonders in den USA.

Dr. Robert Sasse ·
Abstrakte Darstellung moderner Telekommunikationsinfrastruktur mit Fokus auf Wachstum und Konnektivität. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Cashflow-Prognose auf 20 Milliarden Euro angehoben
  • Aktienrückkaufprogramm um 3 Milliarden Euro aufgestockt
  • Organischer Umsatz steigt um 3,3 Prozent
  • T-Mobile US treibt Wachstum mit starkem Serviceumsatz

Die Deutsche Telekom hat am Donnerstag mit ihren Zahlen zum zweiten Quartal 2026 für Bewegung gesorgt. Der Konzern hob im Zuge der Berichterstattung seine Prognose für den freien Cashflow im Gesamtjahr auf rund 20,0 Milliarden Euro an, zuvor hatte die Erwartung bei mehr als 19,8 Milliarden Euro gelegen. Gleichzeitig stockte das Management das laufende Aktienrückkaufprogramm um 3 Milliarden Euro auf, das Gesamtvolumen liegt nun bei bis zu 5 Milliarden Euro.

Operativ lieferte das zweite Quartal die Basis für die optimistischere Einschätzung. Der organische Konzernumsatz stieg um 3,3 Prozent auf 29,9 Milliarden Euro, das bereinigte EBITDA AL legte organisch um 7,3 Prozent auf 11,8 Milliarden Euro zu. Damit wuchs der Gewinn auf Ergebnisebene deutlich stärker als der Umsatz – ein Signal für steigende Margen im Konzern.

US-Tochter liefert kräftigen Wachstumsbeitrag

Rückenwind kommt auch aus Amerika. T-Mobile US, an der die Bonner rund 53 Prozent halten, meldete für das zweite Quartal ein Service-Umsatzwachstum von 8,9 Prozent auf 19,0 Milliarden US-Dollar, wie das Handelsblatt berichtete. Die US-Tochter hob zudem ihre eigene Jahresprognose für den bereinigten freien Cashflow auf eine Spanne von 18,4 bis 18,8 Milliarden US-Dollar an.

Für Diskussionsstoff sorgten zuletzt Berichte von Semafor und Reuters, wonach das Management von T-Mobile US eine vollständige Fusion mit dem Mutterkonzern – ein Vorhaben mit einem Volumen von rund 300 Milliarden US-Dollar – nicht weiter vorantreibt. Als Gründe nannten die Medien Widerstand institutioneller Minderheitsaktionäre sowie mögliche Hürden durch das US-Komitee für Auslandsinvestitionen. Für Anleger dürfte das bedeuten, dass die Konzernstruktur mit einer börsennotierten US-Tochter vorerst bestehen bleibt.

Analysten mit unterschiedlicher Tendenz

JPMorgan bestätigte am Donnerstag im Zuge der Quartalszahlen die Einstufung „Overweight“ mit einem Kursziel von 38 Euro und verwies auf die über den Erwartungen liegende operative Entwicklung im europäischen Segment. Zuvor hatte das Haus sein Kursziel Ende Juli von 40 auf 38 Euro gesenkt, bei gleichbleibender Einstufung. Die DZ Bank senkte Ende Juli ihren fairen Wert von 37 auf 35 Euro, beließ die Aktie aber auf „Kaufen“.

Anfang Juli hatte Vorstandsmitglied Rodrigo Francisco Diehl im Rahmen des Share Matching Plans laut Pflichtmitteilung 2.999 Aktien zu einem Kurs von 24,15 Euro erworben – zu einem Zeitpunkt, als das Papier noch deutlich unter dem aktuellen Niveau notierte.

Kursreaktion und Ausblick

Am Freitag schloss die Aktie bei 29,00 Euro, ein Minus von 0,58 Prozent gegenüber dem Vortag. Auf Wochensicht steht dennoch ein Plus von 8,13 Prozent zu Buche, ein deutliches Zeichen dafür, wie positiv der Markt die Quartalszahlen und die angehobene Prognose aufgenommen hat. Vom 50-Tage-Durchschnitt von 26,91 Euro hat sich der Kurs damit spürbar nach oben abgesetzt.

Anleger richten den Blick nun auf die kommenden Termine: Am 5. Oktober lädt der Konzern zu einem Investorentag mit Schwerpunkt auf KI-Infrastruktur und industrieller KI-Cloud nach München, am 5. November folgen die Zahlen zum dritten Quartal. Bis dahin dürfte vor allem der Fortschritt des aufgestockten Rückkaufprogramms im Fokus der Investoren stehen.

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