Deutsche Telekom Aktie: DEI bedrängt Cosmote mit Glasfaser

Wettbewerber DEI drückt mit günstigen Glasfaserangeboten die Margen der Telekom-Tochter Cosmote.

Andreas Sommer ·
Deutsche Telekom Aktie

Kurz zusammengefasst

  • DEI senkt Preise für Internetpakete
  • Cosmote reagiert mit Tarifreduzierungen
  • Deutscher Heimatmarkt zeigt sich stabil
  • KI bietet Potenzial für Effizienzsteigerung

Die Deutsche Telekom bekommt in Griechenland neuen Druck auf die Preise. Der Energieversorger DEI mischt dort mit Glasfaserangeboten den Markt auf. Für die Tochter Cosmote wird das Festnetzgeschäft damit spürbar härter.

Die Aktie reagiert bisher nicht panisch, aber auch nicht stark. Am Freitag schloss sie bei 28,83 Euro und verlor 0,59 Prozent. Auf Wochensicht steht ein Minus von 1,47 Prozent.

Griechenland wird unbequemer

DEI Fiber hat binnen eines Jahres die Preise für 2play-Internetpakete deutlich gedrückt. Der Rückgang liegt je nach Angebot zwischen 4 Prozent und 20 Prozent. Das trifft vor allem etablierte Anbieter mit höheren Kosten und bestehenden Kundenverträgen.

Das neue Glasfasernetz erreicht bereits rund 1,8 Millionen Haushalte. Etwa eine Million davon gelten als direkt anschließbar. Für Cosmote ist das kein Randthema mehr, sondern ein echter Test für die Preissetzung im Breitbandmarkt.

Bis 2028 will DEI die Abdeckung auf 3,8 Millionen Haushalte ausbauen. Dazu peilt der neue Wettbewerber 580.000 Abonnenten an. Damit würde aus dem aktuellen Preisdruck ein strukturelles Problem.

Cosmote hat bereits reagiert. Die Tochter der Deutschen Telekom senkte Tarife je nach Paket um 6,5 Prozent bis 20,4 Prozent. Auch Vodafone und Inalan mussten Preise teils um bis zu 20 Prozent reduzieren.

Der Druck bleibt vorerst auf Festnetz und Breitband begrenzt. DEI plant aktuell keinen Einstieg in den Mobilfunkmarkt. Das nimmt etwas Schärfe aus der Lage, löst das Margenproblem aber nicht.

Deutschland liefert den Gegenpol

Im Heimatmarkt sieht das Bild stabiler aus. Im ersten Quartal 2026 stiegen die Nominallöhne in Deutschland um 4,1 Prozent. Die Inflation lag bei 2,2 Prozent, daraus ergibt sich ein reales Lohnplus von 1,8 Prozent.

Das stärkt die Kaufkraft vieler Haushalte. Für Anbieter von Basisdiensten wie Mobilfunk, Internet und Festnetz ist das wichtig. Höhere Realeinkommen können helfen, Preisanpassungen besser durchzusetzen.

Besonders kräftig legten die Einkommen bei Geringverdienern und Auszubildenden zu. Dort standen Zuwächse von 7,0 Prozent und 6,8 Prozent. Das spricht für eine breitere Stütze der Konsumnachfrage.

Auch die Aktie zeigt dieses gemischte Bild. In den vergangenen 30 Tagen liegt sie 5,72 Prozent im Plus. Seit Jahresanfang beträgt der Zuwachs 3,44 Prozent, auf Sicht von zwölf Monaten bleibt aber ein Minus von 13,21 Prozent.

KI bleibt der Effizienzhebel

Neben Preisen und Löhnen rückt die Kostenbasis stärker in den Blick. Eine Studie des McKinsey Global Institute sieht in Deutschland das größte europäische Produktivitätspotenzial durch Künstliche Intelligenz. Bis 2030 beziffert sie den möglichen Effekt auf bis zu 486 Milliarden US-Dollar.

Für die Deutsche Telekom ist das vor allem im Kundenservice und in der Verwaltung relevant. Rund 59 Prozent der heutigen Arbeitsstunden gelten laut Studie als automatisierbar. Seit 2023 ist die Nachfrage nach KI-Kompetenzen stark gestiegen.

Hinzu kommt ein deutscher Sonderfaktor. Rund 35 Prozent der Beschäftigten arbeiten in agentenzentrierten Rollen. Das ist laut Studie der höchste Wert in Europa und eröffnet großen Spielraum für effizientere Prozesse.

Kurzfristig bleibt der Preisdruck in Griechenland der klarere Belastungsfaktor. Am Montag rückt deshalb der Bereich um die gleitenden Durchschnitte in den Blick: Die Aktie liegt unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 29,41 Euro und knapp unter der 200-Tage-Linie von 29,13 Euro. Ein Sprung darüber würde das Chartbild stabilisieren, ein weiterer Rücksetzer würde den jüngsten Gegenlauf wieder infrage stellen.

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