Die Kluft zwischen der aktuellen Kursentwicklung und den Erwartungen einiger Experten könnte kaum größer sein. Während die Aktie der Deutschen Telekom am Freitag spürbar unter Druck geriet und sich gefährlich ihrem Jahrestief nähert, sorgt die Investmentbank Barclays mit einer äußerst optimistischen Prognose für Aufsehen. Anleger stehen nun vor der Entscheidung: Handelt es sich um eine übersehene Kaufchance oder ignorieren die Analysten die warnenden Signale aus den USA?
- Barclays bestätigt Kursziel: Analysten sehen fast 50 Prozent Aufwärtspotenzial.
- US-Gegenwind: Kurszielsenkung für die wichtige Tochter T-Mobile US.
- Charttechnik: Aktie fällt unter wichtige gleitende Durchschnitte.
Barclays sieht 40 Euro
Ungeachtet der jüngsten Schwächephasen halten die Analysten von Barclays an ihrer bullishen Einschätzung fest. Die Bank bestätigt ihr „Overweight“-Rating und das ambitionierte Kursziel von 40,00 Euro. Gemessen am Schlusskurs vom Freitag bei 27,05 Euro entspräche dies einem theoretischen Kurspotenzial von rund 48 Prozent.
Die Zuversicht der Experten stützt sich vor allem auf den Heimatmarkt. Der Wettbewerbsdruck in Deutschland sei im vierten Quartal stabil geblieben und könnte sich im Jahr 2026 weiter entspannen. Dies würde die Margen stützen und könnte laut Barclays eine Neubewertung der T-Aktie rechtfertigen.
Belastung durch US-Tochter
Ein Grund, warum der Markt dieser Optimismus-Welle derzeit nicht folgt, liegt in den Vereinigten Staaten. Das Analysehaus Bernstein hat das Kursziel für die Ertragsperle T-Mobile US von 265 auf 245 US-Dollar gesenkt. Da das US-Geschäft einen Großteil der Konzerngewinne liefert, reagieren Investoren empfindlich auf Anzeichen eines verschärften Wettbewerbs in Übersee. Diese Sorgen dämpfen die Fantasie für die Muttergesellschaft erheblich.
Strategisch versucht das Management indes, die Abhängigkeiten zu verringern. Die Investment-Plattform DTCP plant mit dem „Project Liberty“ einen 500 Millionen Euro schweren Fonds für europäische Sicherheitstechnologien. Zudem soll ein neuer COO bei der Tochter T-Systems die Digitalisierung im Gesundheitswesen vorantreiben.
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Warnsignale im Chart
Die technische Verfassung der Aktie spricht derzeit eine deutliche Sprache und steht im Kontrast zur Barclays-Prognose. Mit dem Rücksetzer von 2,91 Prozent am Freitag rutschte das Papier unter den 50-Tage-Durchschnitt von 27,70 Euro. Auch der langfristige Trend ist angeschlagen: Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt bei 29,90 Euro beträgt mittlerweile fast 10 Prozent.
Besonders kritisch ist die Nähe zum 52-Wochen-Tief. Dieses liegt bei 26,45 Euro und ist damit nur noch gut 2 Prozent vom aktuellen Kurs entfernt. Ein Unterschreiten dieser Marke könnte weiteren Verkaufsdruck auslösen.
Zahlenvorlage entscheidet
Die Auflösung dieses Spannungsfeldes zwischen charttechnischer Schwäche und fundamentalem Optimismus wird für den 26. Februar 2026 erwartet. An diesem Tag veröffentlicht der Konzern seine Ergebnisse für das vierte Quartal 2025. Sollte die Telekom hier operative Stärke beweisen und die Margen-Hoffnungen von Barclays untermauern, könnte sich das Blatt wenden. Bleiben die Zahlen jedoch hinter den Erwartungen zurück, dürfte der Test des 52-Wochen-Tiefs unausweichlich sein.
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