Deutsche Telekom Aktie: Fast 7 Prozent nach Rückkauf
Die Deutsche Telekom stockt ihr Rückkaufprogramm auf bis zu fünf Milliarden Euro auf. Starke Quartalszahlen und eine günstige Bewertung stützen die Entscheidung.

Kurz zusammengefasst
- Rückkaufvolumen auf fünf Milliarden erhöht
- Starke Q2-Zahlen übertreffen Erwartungen
- Prognose für freien Cashflow angehoben
- Analysten bestätigen positive Einschätzungen
Der Vorstand der Deutsche Telekom hat am Donnerstag nachgelegt: Das laufende Aktienrückkaufprogramm für 2026 wird um bis zu 3 Milliarden Euro erweitert. Zusammen mit dem bereits laufenden Programm über 2 Milliarden Euro kann der Konzern damit bis Jahresende Aktien im Volumen von bis zu 5 Milliarden Euro zurückkaufen. Bis einschließlich 5. August waren aus dem ursprünglichen Programm bereits rund 1,2 Milliarden Euro umgesetzt, dabei erwarb die Telekom rund 42,1 Millionen eigene Aktien.
Als Begründung verweist der Konzern darauf, dass sich der Aktienkurs zuletzt am unteren Rand historischer Bewertungskorridore für das Kurs-Gewinn-Verhältnis bewegt habe – begleitet von sehr hoher Volatilität. Reuters berichtete, die Ausweitung des Programms habe die Aktie um fast 7 Prozent nach oben getrieben, nachdem die Kernergebnisse des Quartals die Markterwartungen übertroffen hatten. Die Rally reiht sich in eine bereits laufende Aufwärtsbewegung ein: Auf Wochensicht steht bei der Telekom-Aktie ein Plus von 8,13 Prozent, am Freitag schloss das Papier bei 29,00 Euro.
Starkes zweites Quartal trägt die Entscheidung
Grundlage für den erweiterten Rückkauf sind kräftige Q2-Zahlen. Der Nettoumsatz stieg um 4,4 Prozent auf 29,9 Milliarden Euro, organisch wuchs der Umsatz um 3,3 Prozent. Das bereinigte EBITDA AL legte organisch um 7,3 Prozent auf 11,8 Milliarden Euro zu, der freie Cashflow AL stieg um 3,1 Prozent auf 5,0 Milliarden Euro. Der bereinigte Nettogewinn kletterte um 11,1 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro – der ausgewiesene Nettogewinn sank dagegen um 6,3 Prozent, was der Konzern vor allem auf Integrationskosten bei T-Mobile US im Zusammenhang mit der UScellular-Übernahme zurückführt.
Getragen wurde das Wachstum von beiden Kernmärkten: Der US-Umsatz stieg um 5,2 Prozent auf 19,6 Milliarden Euro, in Deutschland legte der Umsatz um 3,5 Prozent auf 6,5 Milliarden Euro zu. Hierzulande profitierte das Geschäft von der Fußball-Weltmeisterschaft – rund eine Million neue Kunden abonnierten das TV-Angebot, größtenteils über flexible Tarife. Vorstandschef Tim Höttges kommentierte: „Unser operatives Geschäft entwickelt sich weiterhin gut, in der ersten Jahreshälfte 2026 liefern erneut alle Konzernbereiche beeindruckendes Wachstum.“
Der Konzern hob im Zuge der Zahlen auch die Prognose an. Für den freien Cashflow AL rechnet die Telekom 2026 nun mit rund 20,0 Milliarden Euro, zuvor waren es mehr als 19,8 Milliarden Euro – eine Anpassung, die eine entsprechende Ankündigung von T-Mobile US widerspiegelt. Beim Konzern-EBITDA wird ein Wachstum zu konstanten Wechselkursen von rund 6 Prozent auf 47,5 Milliarden Euro angestrebt, die EBITDA-Guidage für den Konzern ohne die USA bleibt bei 15,4 Milliarden Euro bestätigt. T-Mobile US selbst hatte bereits am 23. Juli eigene Zahlen vorgelegt; laut Handelsblatt verdiente die US-Tochter mehr als erwartet und hob die eigene Prognose an, dennoch fiel die Aktie, weil der Kundenzuwachs an Schwung verlor.
Analysten loben Cashflow und Bewertung, T-Mobile-Fusion rückt in die Ferne
Die Reaktionen der Analysten auf das Zahlenwerk fielen am Freitag überwiegend positiv aus. Die Deutsche Bank bestätigte ihre Kaufempfehlung und ein Kursziel von 40 Euro – Analyst Robert Grindle bezeichnete das Quartal als beruhigend und hob den höheren freien Cashflow sowie den ausgeweiteten Rückkauf hervor. DZ-Bank-Analyst Karsten Oblinger verwies auf die historisch niedrige Bewertung und die solide Bilanz als hervorragende Grundlage für das größere Rückkaufprogramm. Weitere Häuser wie Bernstein, Berenberg und JPMorgan bestätigten am selben Tag ihre positiven Einstufungen mit Kurszielen zwischen 35 und 38 Euro; JPMorgan verwies darauf, dass der Nettogewinn inklusive US-Geschäft die Markterwartung um sechs Prozent übertroffen habe.
Bemerkenswert ist eine andere Lesart der Rückkauf-Entscheidung: Berenberg-Analyst Paul Sidney wertet die zusätzlichen Rückkäufe als Hinweis darauf, dass eine vollständige Verschmelzung von Telekom und T-Mobile US unwahrscheinlicher geworden sein könnte – schließlich bindet das Programm Kapital, das sonst für eine Übernahme zur Verfügung stünde. Höttges äußerte sich im Earnings Call nicht zu den seit Monaten kursierenden Spekulationen über eine solche Fusion.
Kursbild und Ausblick
Die Aktie führte am Freitag die Kursgewinne im DAX an und war zwischenzeitlich auf dem Weg zum besten Handelstag seit 2013. Charttechnisch hatte der Titel bereits am Donnerstag rechnerisch die 200-Tage-Linie erreicht, wie eine automatisierte Trendauswertung zeigte – aktuell liegt der Kurs 1,49 Prozent über diesem Durchschnitt. Zum 52-Wochen-Hoch von 34,35 Euro bleibt weiterhin deutlicher Abstand.
Mit Blick nach vorn richten sich die Augen der Anleger auf zwei Termine: Am 5. Oktober lädt die Telekom zu einem Investorentag zu ihren KI-Aktivitäten, bei dem auch die vollständig ausverkaufte industrielle KI-Cloud in München mit 10.000 GPUs eine Rolle spielen dürfte – Höttges hatte im Earnings Call laut Medienberichten eine mögliche Kapazitätserweiterung der Anlage angedeutet. Am 5. November folgen die Zahlen zum dritten Quartal.
Deutsche Telekom-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Deutsche Telekom-Analyse vom 8. August liefert die Antwort:
Die neusten Deutsche Telekom-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Deutsche Telekom-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 8. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Deutsche Telekom: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...