Deutsche Telekom Aktie: Fünf Sterne trotz Kursflaute
Morningstar bewertet Telekom-Aktie mit fünf Sternen als unterbewertet. Barclays sieht trotz Zielsenkung deutliches Aufwärtspotenzial.
Kurz zusammengefasst
- Morningstar vergibt Bestnote für US-Papiere
- Aktie notiert 50 Prozent unter fairem Wert
- Barclays senkt Kursziel, bleibt optimistisch
- Aktienrückkaufprogramm stützt den Kurs
Während der Kurs der Deutschen Telekom noch immer nahe seinem Jahrestief dümpelt, werden Analysten zunehmend zuversichtlicher. Morningstar vergibt für die US-gehandelten Papiere die Bestnote von fünf Sternen – ein deutliches Signal, dass der Markt das Unternehmen nach Einschätzung der Analysten unterbewertet. Diese Diskrepanz zwischen Kursverlauf und Analystenmeinung prägt gerade die Debatte um die Aktie.
Fünf Sterne trotz zweistelligem Kursverlust
Mit dem jüngsten Schlusskurs an der US-OTC-Börse von 29,03 Dollar notiert das Papier nach Morningstar-Einschätzung rund 50 Prozent unter seinem fairen Wert von 44 Dollar. Ausschlaggebend für die Hochstufung war die Kursschwäche der vergangenen Monate: Über drei Monate verlor die Aktie etwa 20 Prozent, auf Zwölfmonatssicht summiert sich das Minus auf einen ähnlichen Wert. Ein Fünf-Sterne-Rating ist dabei keine automatische Kaufempfehlung, sondern lediglich der Hinweis, dass der Markt die Aktie aus Sicht der Analysten deutlich zu niedrig einpreist.
Am Xetra-Handel zeigt sich die Aktie inzwischen erholt. Erst Ende Juni war das Papier mit 23,53 Euro auf sein 52-Wochen-Tief gefallen, das Jahreshoch von 34,36 Euro aus dem Februar bleibt weiterhin ein gutes Stück entfernt. Am Dienstag zählte die Telekom-Aktie zu den Gewinnern im DAX und legte im frühen Handel zeitweise um 1,3 Prozent zu – ein Zeichen, dass die Erholung der vergangenen Tage anhält.
Barclays kürzt Ziel, bleibt aber optimistisch
Der Analystenkonsens traut den XETRA-Papieren deutlich mehr zu, als der aktuelle Kurs widerspiegelt. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 38,19 Euro. Barclays senkte sein Kursziel Anfang Juli zwar von 39,50 auf 36,50 Euro, beließ die Einstufung aber bei Overweight – nach dieser Rechnung ergibt sich weiterhin ein Aufwärtspotenzial von rund 45 Prozent. Als Begründung nannte die Bank ein schwierigeres Wettbewerbsumfeld in den USA sowie Risiken durch Satelliten-Konkurrenz im Breitbandgeschäft, hält das aktuelle Kursniveau aber trotzdem für zu pessimistisch bewertet.
Gestützt wird der Kurs zusätzlich vom laufenden Aktienrückkaufprogramm, das der Konzern seit April über die Börse abwickelt. Für die kommenden Wochen dürfte entscheidend sein, ob sich die Erholung der vergangenen Tage fortsetzt oder der Titel erneut in Richtung seines Jahrestiefs abrutscht. Die nächsten Quartalszahlen werden zeigen, ob das operative Geschäft die von Morningstar und Barclays unterstellte Bewertungslücke rechtfertigt.
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