Deutsche Telekom Aktie: Hammer an 25,92 Euro

Nach einer schwachen Woche zeigt die Telekom-Aktie ein mögliches Umkehrsignal. Geopolitische Effekte und Cloud-Wachstum stützen den Kurs.

Dieter Jaworski ·
Deutsche Telekom Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Hammer-Kerze signalisiert mögliche Trendwende
  • Unterstützung bei 25,92 Euro getestet
  • Chinas Exportkontrollen wirken als Kurstreiber
  • Cloud-Geschäft von T-Systems expandiert

Die Deutsche Telekom kommt nach einer verlustreichen Woche mit einem charttechnischen Signal zurück ins Blickfeld der Anleger. Ein Candlestick-Hammer-Muster im Kursverlauf deutet auf eine mögliche Trendwende nach oben hin – ausgerechnet nachdem das Papier binnen einer Woche rund 3,5 Prozent verloren hatte. Am heutigen Montag notiert die Aktie bei 26,60 Euro und legt um 0,57 Prozent zu, nachdem sie am Freitag noch bei 26,45 Euro geschlossen hatte.

Schwache Woche, aber Unterstützung hält

Die vergangenen Handelstage waren für die Telekom-Aktie kein Spaziergang. Binnen sieben Tagen verlor das Papier 2,03 Prozent, das Wochentief lag bei 25,92 Euro, das Wochenhoch bei 27,35 Euro. Genau diese Marken markieren nun Unterstützung und Widerstand für die kommenden Tage. Dass der Kurs im Bereich der Unterstützung eine Hammer-Kerze ausgebildet hat, gilt unter Chartanalysten als typisches Umkehrsignal – Käufer griffen demnach genau dort zu, wo zuvor Verkaufsdruck herrschte. Auch der Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt von 27,15 Euro, aktuell gut zwei Prozent im Minus, zeigt: Die Aktie hat sich zuletzt unter ihre kurzfristige Trendlinie zurückgezogen, was Raum für eine technische Erholung lässt.

Inhaltlich diskutieren Anleger derzeit zwei gegenläufige Themen. Auf der einen Seite wächst die Sorge vor stärkerer Konkurrenz durch Satelliteninternet-Anbieter wie Starlink, die klassischen Mobilfunk- und Festnetzanbietern langfristig Marktanteile abnehmen könnten. Auf der anderen Seite verweisen Beobachter auf die robusten Cashflows der US-Tochter T-Mobile US, die als tragende Säule des Konzerngewinns gilt. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 13,9 wird die Telekom-Aktie zudem nicht besonders teuer gehandelt, während für das laufende Geschäftsjahr eine Dividende von rund einem Euro pro Aktie erwartet wird.

Exportkontrollen aus China als unerwarteter Kurstreiber

Ein weiterer Faktor, der den Kurs zuletzt stützte, kam überraschend aus der Geopolitik: Neue chinesische Exportkontrollen sorgten in der vergangenen Woche dafür, dass sich das Telekom-Papier besser hielt als es der allgemeine Marktdruck hätte erwarten lassen. In einem Marktumfeld, das zeitweise von einem Ölpreisschock über 100 US-Dollar und fallenden Indizes geprägt war, zählte die Telekom damit zu den vergleichsweise stabilen Werten im DAX.

Cloud-Geschäft expandiert weiter

Abseits der Kursbewegungen liefert das Geschäft mit der Open Telekom Cloud, dem IaaS-Angebot der Konzerntochter T-Systems, positive Signale. Das Angebot – heute als „T Cloud Public“ vermarktet und auf OpenStack-Basis in den Rechenzentren Biere und Magdeburg betrieben – gewinnt neue Kunden und expandiert geografisch. Das CounteR Project migrierte zuletzt auf die Plattform, auch VAMED Deutschland setzt inzwischen auf die Telekom-Cloud. Parallel baut T-Systems die internationale Präsenz aus: Ein neuer Cloud-Standort in Amsterdam soll das europäische Angebot stärken. Für den Konzern ist das Cloud-Geschäft ein Wachstumsfeld jenseits des klassischen Mobilfunk- und Festnetzgeschäfts, auch wenn es finanziell bislang eine kleinere Rolle spielt als T-Mobile US.

Was Anleger jetzt im Blick haben sollten

Für die kommenden Handelstage dürfte die Marke von 25,92 Euro als wichtige Unterstützung gelten, ein Ausbruch über 27,35 Euro als Bestätigung der Hammer-Formation. Mit einer Marktkapitalisierung von 127,68 Milliarden Euro bleibt die Deutsche Telekom einer der Schwergewichte im DAX. Die Kombination aus moderater Bewertung, erwarteter Dividende und stabilisierenden Sondereffekten aus der Geopolitik gibt der Aktie kurzfristig Rückenwind – ob daraus eine nachhaltige Trendwende wird, hängt jedoch davon ab, ob die Sorgen um die Wettbewerbssituation im Satelliteninternet in den Hintergrund treten.

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KGV 14,58
Sektor Kommunikationsdienste
Div.-Rendite 3,83 %
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ISIN: DE0005557508 WKN: 555750

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