Deutsche Telekom Aktie: JPMorgan bestätigt 40-Euro-Ziel
JPMorgan und UBS bewerten die Deutsche Telekom trotz jüngster Kursverluste positiv. Die Aktie erholt sich leicht, bleibt aber unter wichtigen Durchschnitten.

Kurz zusammengefasst
- Kursplus von 2,4 Prozent im DAX
- JPMorgan sieht günstiges Chancen-Risiko-Verhältnis
- UBS erwartet starke Q2-Zahlen 2026
- Glasfaserprojekte in mehreren Kommunen gestartet
Zwei große Banken loben die Deutsche Telekom fast im gleichen Atemzug. Die Aktie dankt es mit dem stärksten Kursplus im DAX. Am Montag klettert das Papier um 2,41 Prozent auf 26,78 Euro.
Erst Ende Juni hatte die Aktie bei 23,54 Euro ein neues 52-Wochen-Tief markiert. Auf Sicht von sieben Tagen steht nun ein Plus von gut 5 Prozent. Die Erholung bleibt aber fragil: Seit Jahresbeginn liegt das Papier noch 3,91 Prozent im Minus, auf Zwölf-Monats-Sicht sogar 12,54 Prozent.
JPMorgan sieht Bewertungslücke
JPMorgan-Analyst Akhil Dattani bestätigt seine „Overweight“-Einstufung. Sein Kursziel bleibt bei 40 Euro. Die Aktie hatte gegenüber ihrem Frühjahrs-Hoch 2025 zeitweise rund 30 Prozent an Wert verloren.
Aus Sicht von JPMorgan wird diese niedrige Bewertung für Anleger zunehmend schwer zu ignorieren. Das Institut rechnet weiterhin mit zweistelligen Gewinnsteigerungen. Strategische Unsicherheiten bleiben laut den Analysten kurzfristig zwar bestehen. Das Chancen-Risiko-Verhältnis stufen sie trotzdem als günstig ein.
UBS-Analyst Polo Tang bekräftigt parallel sein „Buy“-Rating mit Kursziel 36,20 Euro. Er blickt optimistisch auf die Zahlen zum zweiten Quartal 2026 – sowohl für das deutsche Heimatgeschäft als auch für die US-Tochter T-Mobile US. Die jüngste Kursschwäche bezeichnet die UBS als übertrieben und verweist auf robuste Trends im Breitband- und Mobilfunkgeschäft.
Glasfaser-Ausbau läuft weiter
Während die Analysten über Bewertungen diskutieren, baut die Telekom operativ weiter aus. Am Montag startete der Konzern neue Glasfaserprojekte in mehreren Kommunen. In Heddesheim erhalten rund 455 Haushalte und Unternehmen einen Gigabit-Anschluss, in Meinerzhagen-Mitte kommen 850 weitere Einheiten hinzu.
Für 2026 plant die Telekom mindestens 2,5 Millionen neue Glasfaseranschlüsse. Bis Mitte 2026 haben bereits rund 12,7 Millionen Haushalte in Deutschland Zugang zum Glasfasernetz des Konzerns. Wie viele davon den Anschluss tatsächlich aktiv nutzen, dürfte für die künftige Ertragskraft im Festnetzgeschäft entscheidend werden.
Charttechnik bleibt angespannt
Trotz des Kurssprungs notiert die Aktie weiterhin unter wichtigen Marken. Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 27,37 Euro, der 200-Tage-Durchschnitt bei 28,75 Euro – beide klar über dem aktuellen Kurs. Zum 52-Wochen-Hoch von 34,35 Euro aus dem Februar fehlen noch rund 22 Prozent.
Der RSI von 53,5 signalisiert eine neutrale Marktlage. Das lässt Raum für weitere Erholung, ohne dass die Aktie bereits überkauft wäre. Ein nachhaltiger Sprung über die Zone von 27,40 Euro gilt unter Marktbeobachtern als nötiges Signal, um den mittelfristigen Abwärtstrend zu brechen.
Die nächste Bewährungsprobe kommt schnell: Am 23. Juli legt T-Mobile US seine Quartalszahlen vor. Bestätigen sich die Erwartungen der Analysten, könnte das der Telekom-Aktie den nötigen Schub über die entscheidende Widerstandszone geben.
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