Deutsche Telekom Aktie: JPMorgan senkt Kursziel auf 38 Euro

Widerstand von Management, Aktionären und Regulierern in den USA blockiert die geplante Vollintegration von T-Mobile US in die Deutsche Telekom. JPMorgan senkt das Kursziel.

Andreas Sommer ·
Deutsche Telekom Aktie

Kurz zusammengefasst

  • US-Tochter lehnt Fusionsplan ab
  • Regulierer fordern Garantien für Einnahmen
  • JPMorgan senkt Kursziel auf 38 Euro
  • Quartalszahlen am 6. August erwartet

Die geplante vollständige Integration von T-Mobile US in die Deutsche Telekom gerät ins Stocken. Berichten von Semafor und Reuters zufolge lehnt die Führung der US-Tochter den Fusionsplan ab, ebenso namhafte institutionelle Minderheitsaktionäre. Zusätzlich signalisieren US-Regulierungsbehörden Widerstand und verlangen Garantien, dass Einnahmen aus dem US-Geschäft im Land verbleiben. Für den Bonner Konzern ist das ein Rückschlag bei einem Vorhaben, das die Konzernstruktur grundlegend verändern würde.

Die Aktie der Deutschen Telekom schloss am Freitag bei 26,85 Euro und gab damit um 0,63 Prozent nach. Zum 52-Wochen-Hoch von 34,35 Euro, notiert Ende Februar erreicht, beträgt der Abstand mittlerweile 21,83 Prozent. Der Kursverlauf spiegelt die Unsicherheit über den Ausgang des Fusionspokers wider, der Anleger seit Monaten beschäftigt.

JPMorgan kappt Kursziel, Einstufung bleibt

Am Freitag reduzierte JPMorgan das Kursziel für die Deutsche Telekom von 40,00 auf 38,00 Euro. An der Einstufung „Overweight“ hielt die Investmentbank fest. Die Anpassung fällt in eine Phase, in der die Aussichten auf eine reibungslose US-Integration schwinden – ein Umstand, der auch die Bewertungsmodelle der Analysten beeinflussen dürfte, auch wenn die Bank ihre Begründung nicht im Detail öffentlich machte.

Der Widerstand aus den USA trifft die Deutsche Telekom in einer Phase, in der T-Mobile US selbst gemischte Signale sendet. Am 23. Juli legte die US-Tochter Zahlen für das zweite Quartal vor: Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag mit 2,99 US-Dollar über den Erwartungen, während der Umsatz die Prognosen leicht verfehlte. Besonders auffällig war der Rückgang beim Wachstum der Postpaid-Neukunden, das im Jahresvergleich um 13 Prozent sank. Für ein Unternehmen, dessen Wachstumsstory maßgeblich auf dem US-Mobilfunkgeschäft ruht, ist das ein Warnsignal, das die Debatte um die Fusionspläne zusätzlich befeuert.

Rückkaufprogramm läuft parallel weiter

Unabhängig von der Fusionsdebatte setzt die Deutsche Telekom ihr Aktienrückkaufprogramm fort. Zwischen dem 20. und 24. Juli erwarb der Konzern nach eigenen Angaben 1.353.640 eigene Aktien zu einem gewichteten Durchschnittskurs von rund 26,70 Euro. Das Programm signalisiert, dass das Management trotz der politischen Unsicherheit in den USA an der Kapitalrückführung an Aktionäre festhält und den aktuellen Kursbereich für einen sinnvollen Einstiegspunkt hält.

Am 27. Juli gab der Konzern zudem den Termin für die nächsten Geschäftszahlen bekannt: Am 6. August veröffentlicht die Deutsche Telekom die detaillierten Ergebnisse für das zweite Quartal und das erste Halbjahr 2026. Der Bericht dürfte mit Spannung erwartet werden, denn Anleger erhoffen sich Aufschluss darüber, wie das Management die Entwicklung bei T-Mobile US einordnet und ob es an den ursprünglichen Fusionsplänen festhält oder Anpassungen in Aussicht stellt.

Was Anleger jetzt im Blick behalten sollten

Die Gemengelage aus regulatorischem Gegenwind, internem Widerstand bei T-Mobile US und schwächeren Neukundenzahlen macht die kommenden Wochen zu einer Bewährungsprobe für die Deutsche Telekom. Der Aktienkurs hat sich zuletzt zwar von seinem Jahrestief erholt, bleibt aber deutlich unter dem im Februar erreichten Hoch. Die Quartalszahlen am 6. August dürften zeigen, wie belastbar das operative Geschäft trotz der Unsicherheiten in den USA tatsächlich ist – und ob das Management an seinem ambitionierten Integrationsplan festhält oder Zugeständnisse an Regulatoren und Minderheitsaktionäre in Erwägung zieht.

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– 0,34 EUR -1,25 %
KGV 15,19
Sektor Kommunikationsdienste
Div.-Rendite 3,62 %
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ISIN: DE0005557508 WKN: 555750

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