Deutsche Telekom Aktie: Mirchandani folgt auf Illek
Die Deutsche Telekom regelt zwei Vorstandsposten neu, während der Glasfaserausbau langsam bleibt und JPMorgan die Aktie weiter positiv bewertet.
Kurz zusammengefasst
- Christian Illek scheidet 2027 altersbedingt aus
- Dhananjay Mirchandani übernimmt den Finanzbereich
- Glasfaser-Nutzung bleibt bei 27,5 Prozent
- JPMorgan bestätigt 38 Euro Kursziel
Die Deutsche Telekom stellt ihre Führungsspitze neu auf. Finanzchef Christian Illek verlässt den Konzern nach der Hauptversammlung Ende April 2027 aus Altersgründen, wie das Unternehmen am Mittwoch bekanntgab. Nachfolger wird Dhananjay Mirchandani, bislang Leiter des Konzerncontrollings, der das Amt zum 1. Mai 2027 übernimmt.
Parallel dazu besetzt der Bonner Konzern den Technologievorstand neu. Jan Hofmeyr, bisher Vice President Telco bei AWS, wird zum 1. November 2026 Vorstand für Produkt und Technologie. Er folgt auf Abdurazak Mudesir, der im Frühjahr zu Verizon gewechselt war. Zudem übernimmt Mladen Mitic den Posten des Chief Product & Digital Officer von Jonathan Abrahamson. Aufsichtsratschef Frank Appel sprach von einem geordneten Übergang.
Zweifel an der Nachfolgeplanung
Der gleichzeitige Wechsel an zwei zentralen Vorstandsposten wirft in Teilen der Öffentlichkeit Fragen auf. Berichten zufolge gibt es intern Zweifel am Kaliber der Nachfolger. Zugleich verweist die Telekom auf ihre operative Kontinuität: Der Konzern steigert nach eigenen Angaben seit 48 Quartalen in Folge das organische Ergebnis (Ebitda AL) – ein Argument, das die Verantwortlichen dem Umbau an der Spitze entgegensetzen dürften.
JPMorgan reagierte auf die Personalie zurückhaltend, aber nicht alarmiert. Die Bank beließ die Deutsche Telekom in einer Studie vom Dienstag auf „Overweight“ mit einem Kursziel von 38 Euro.
Analyst Akhil Dattani hielt fest, dass er mit einer Amtszeit Illeks bis März 2028 gerechnet habe – der Abschied komme also früher als erwartet. JPMorgan sieht die personellen Wechsel bei der Telekom sowie bei der US-Tochter T-Mobile US als Risikofaktor, ohne davon die grundsätzlich positive Einschätzung abhängig zu machen.
Glasfaser-Ausbau kommt nur schleppend voran
Neben dem Führungswechsel bleibt der Netzausbau ein Dauerthema für den Konzern. Die Aufnahmerate für Glasfaseranschlüsse in Deutschland lag im Juni bei lediglich 27,5 Prozent. Von 28,7 Millionen Haushalten mit verfügbarem Glasfaseranschluss nutzen bislang nur 7,9 Millionen das schnelle Netz aktiv. Ende 2026 dürften laut Prognosen weiterhin 57,2 Prozent der Haushalte auf DSL beziehungsweise VDSL setzen.
Der Branchenverband Breko fordert eine Abschaltung des Kupfernetzes bis 2035, um den Umstieg zu beschleunigen. Die Deutsche Telekom hält dagegen an ihrem eigenen Zeitplan fest und will die Entscheidung über eine DSL-Abschaltung selbst treffen.
Kurs zeigt sich robust
An der Börse ließ die Personalie die Aktie bislang kalt. Das Papier schloss am Mittwoch bei 29,20 Euro, nach einem Tagesplus von 3,2 Prozent. Seit Jahresbeginn steht damit ein Kursgewinn von 5,1 Prozent zu Buche. Zum 52-Wochen-Hoch von 34,35 Euro, erreicht Ende Februar, fehlen der Aktie derzeit rund 15 Prozent – ein Hinweis darauf, dass Anleger den Vorstandsumbau trotz interner Kritik nicht als Belastung für die Kursentwicklung werten.
Für Anleger dürfte in den kommenden Monaten entscheidend sein, ob die neuen Führungskräfte den seit 48 Quartalen anhaltenden operativen Aufwärtstrend fortsetzen können. JPMorgans Festhalten am Kursziel von 38 Euro signalisiert zumindest an der Wall Street Vertrauen in die Kontinuität des Geschäftsmodells – trotz des Wechsels an zwei Schlüsselpositionen.
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