Deutsche Telekom Aktie: Morningstar hebt auf fünf Sterne
Morningstar stuft Telekom-Aktie auf fünf Sterne hoch, sieht deutliches Kurspotenzial. Barclays senkt Kursziel, bleibt aber optimistisch.

Kurz zusammengefasst
- Morningstar vergibt Fünf-Sterne-Rating
- Barclays senkt Ziel, bleibt übergewichtet
- Aktie notiert 25% unter Jahreshoch
- Quartalszahlen am 6. August erwartet
Während die Aktie der Deutschen Telekom charttechnisch schwächelt, sieht ein US-Analysehaus genau jetzt die beste Kaufgelegenheit seit Langem. Morningstar hebt sein Rating für die in den USA gehandelten Papiere von vier auf fünf Sterne an. Das ist die höchste Bewertungsstufe, die die Analysten vergeben.
Der Kurs der Telekom-Aktie notierte zuletzt bei 25,54 Euro. Genau in dieser Schwächephase kommt die Hochstufung.
Morningstar sieht Bewertungslücke
Nach Einschätzung von Morningstar liegt das Papier deutlich unter seinem fairen Wert von 44 US-Dollar. Ausschlaggebend für die Anhebung ist vor allem die Kursschwäche der vergangenen Monate. Über drei Monate hat die Aktie rund 20 Prozent verloren, auf Jahressicht liegt das Minus bei ähnlicher Größenordnung.
Morningstar bewertet den Konzern weiterhin mit einem schmalen wirtschaftlichen Burggraben. Die Analysten sehen in der Bewertungslücke vor allem Potenzial für konservative Anleger. Ein Fünf-Sterne-Rating ist dabei keine automatische Kaufempfehlung. Es bedeutet nur: Der Markt preist die Aktie nach Ansicht der Analysten deutlich zu niedrig ein.
Barclays senkt Kursziel, bleibt aber optimistisch
Die Morningstar-Einschätzung reiht sich in eine Serie vorsichtig positiver Analystenstimmen ein. Wenige Tage zuvor hatte die britische Investmentbank Barclays ihr Kursziel angepasst. Die Bank senkte das Ziel von 39,50 auf 36,50 Euro, beließ die Einstufung aber bei „Overweight“.
Barclays-Analyst Mathieu Robilliard nannte am Mittwoch mehrere Gründe für den Schritt. Die Telekom-Aktie sei der Branche im bisherigen Jahresverlauf deutlich hinterhergelaufen. Drei Belastungsfaktoren spielen laut Robilliard eine Rolle: ein schlechteres Wettbewerbsumfeld in den USA, wachsende Konkurrenz durch Satelliten-Internet für Breitbandanbieter und die mögliche Bildung einer Holding mit Tochter T-Mobile US. Trotz der Kürzung hält Barclays das aktuelle Kursniveau für zu pessimistisch.
Kurs bleibt unter Druck
Charttechnisch zeigt sich die Aktie trotz der positiven Analystensignale weiter angeschlagen. Der Schlusskurs liegt rund 25,65 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 34,35 Euro vom 27. Februar 2026. Erst Ende Juni war das Papier auf ein neues Jahrestief von 23,54 Euro gefallen. Aktuell notiert die Aktie damit rund 8,50 Prozent über dieser Marke.
Auf Monatssicht steht ein Minus von 8,10 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn sind es 8,36 Prozent. Auch die gleitenden Durchschnitte signalisieren Abwärtsdruck: Der Kurs liegt 6,95 Prozent unter dem 50-Tage-Schnitt von 27,45 Euro und 11,09 Prozent unter dem 200-Tage-Schnitt von 28,72 Euro. Der RSI von 41,4 zeigt weder eine überkaufte noch eine überverkaufte Lage an.
Immerhin: Auf Wochensicht hat sich der Kurs bereits um 1,35 Prozent erholt. Ob das eine Trendwende einläutet oder nur eine kurze Gegenbewegung ist, lässt sich derzeit nicht sagen.
Zahlen am 6. August als Test
Ob die von Morningstar und Barclays gesehene Bewertungslücke fundamental gerechtfertigt ist, zeigt sich frühestens mit den nächsten Geschäftszahlen. Am 6. August 2026 präsentiert das Management die Ergebnisse für das zweite Quartal. Bis dahin dürfte die Diskrepanz zwischen optimistischer Analysteneinschätzung und schwachem Kursverlauf im Mittelpunkt der Anleger-Aufmerksamkeit stehen.
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