Deutsche Telekom Aktie: Musk-Angriff auf T-Mobile US?
BofA erhöht wegen des stärkeren Dollars ihre Prognosen für 2026; SpaceX’ mögliche US-Netzpläne bleiben ungesichert.

Kurz zusammengefasst
- SpaceX spricht mit Turmbetreibern
- Vertrag über Standorte noch offen
- BofA hebt 2026-Prognosen um 1,0 Prozent
- Telekom-Zahlen folgen am 5. November
Ein möglicher neuer Wettbewerber im US-Mobilfunk belastet heute die Deutsche Telekom. Laut Bloomberg verhandelt SpaceX über den Zugang zu mindestens 80.000 Mobilfunkstandorten. Ein Vertrag ist noch nicht unterzeichnet. Für Telekom-Anleger steht damit ein mögliches Wettbewerbsrisiko im Raum, während ein stärkerer Dollar die Geschäftserwartungen stützt.
SpaceX prüft ein landesweites Netz
Die Gespräche könnten den Aufbau eines weiteren landesweiten US-Netzbetreibers vorbereiten. Bloomberg zufolge verhandelt SpaceX mit mindestens einem großen Turmbetreiber; dabei wird Crown Castle genannt. Aus den Verhandlungen folgt allerdings noch keine gesicherte Umsetzung.
Die Größenordnung wäre erheblich: TD Cowen schätzt die Kosten eines landesweiten Mastnetzes auf über 80 Mrd. $. Diese Schätzung verdeutlicht die finanzielle Dimension des Vorhabens. Sie ist weder eine bestätigte Investitionssumme noch eine Ausgabenzusage von SpaceX.
Hinzu kommt ein vereinbarter Frequenzkauf. Der Abschluss ist für das erste Halbjahr 2027 geplant und steht unter dem Vorbehalt behördlicher Zustimmung. Auch hier bestehen somit noch offene Voraussetzungen.
Die Börse reagiert bereits auf die Möglichkeit zusätzlicher Konkurrenz. AT&T, Verizon und T-Mobile US gerieten nachbörslich unter Druck. Die Deutsche Telekom verliert heute -2,3%; die Bewegung fällt damit in ein von Wettbewerbssorgen geprägtes Umfeld.
Stärkerer Dollar stützt die Erwartungen
Auf der operativen Seite setzt BofA einen anderen Akzent. Das Analysehaus hob am Montag seine Umsatz- und EBITDAaL-Prognosen für die Deutsche Telekom für 2026 jeweils um 1,0 % an. Als Begründung nennt BofA den stärkeren Dollar.
Damit treffen zwei unterschiedliche Einflussfaktoren aufeinander: Der Währungseffekt verbessert aus Sicht des Analysehauses die Geschäftserwartungen. Die SpaceX-Pläne betreffen dagegen die mögliche künftige Wettbewerbsstruktur. Eine höhere Prognose beseitigt dieses Risiko nicht; umgekehrt sind Verhandlungen noch kein Markteintritt.
Für die anstehenden Quartalszahlen erwartet BofA einen Umsatz von 30,98 Mrd. €. Der genannte Konsens liegt bei 30,47 Mrd. €. Das Analysehaus blickt damit zuversichtlicher auf die Erlösentwicklung als der Durchschnitt der Schätzungen.
Geschäftszahlen als nächster Prüfstein
Die Deutsche Telekom berichtet am 5. November. Dieser Termin bietet Anlegern den nächsten konkreten Prüfstein für die Geschäftsentwicklung und die Erwartungen an das laufende Jahr.
Die Jahresprognose für 2026 sieht ein bereinigtes EBITDA AL von rund 47,5 Mrd. € sowie einen Free Cashflow AL von rund 20,0 Mrd. € vor.
Für die Einordnung der Aktie bleibt die Trennung entscheidend: Den konkreten Finanzzielen steht ein bislang nicht vertraglich gesichertes Wettbewerbsvorhaben gegenüber. Die SpaceX-Pläne sind deshalb ein relevanter Risikofaktor, aber noch kein Beleg für eine Verschlechterung des Telekom-Geschäfts.
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