Deutsche Telekom Aktie: Streik und Strategie

Verdi-Warnstreiks belasten die Aktie, während Anleger gespannt auf die Quartalszahlen von T-Mobile US blicken.

Redaktion Stock-World ·
Deutsche Telekom Aktie (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Verdi kündigt Warnstreiks an
  • T-Mobile US legt Quartalszahlen vor
  • Analysten uneins über Fusion
  • Telekom kauft eigene Aktien zurück

Die Woche beginnt für die Telekom-Aktie mit Gegenwind von zwei Seiten: Verdi hat Warnstreiks angekündigt, und gleichzeitig richtet sich der Blick der Anleger auf die morgigen Quartalszahlen der US-Tochter T-Mobile.

Gewerkschaft macht Ernst

Nach einer aus Verdi-Sicht enttäuschenden zweiten Verhandlungsrunde rollen ab Dienstag die ersten Arbeitsniederlegungen an – zunächst in Norddeutschland sowie Berlin und Brandenburg, weitere Standorte sollen im Wochenverlauf folgen. Betroffen sind rund 60.000 Tarifbeschäftigte bundesweit.

Die Forderungen sind klar umrissen: 6,6 Prozent mehr Gehalt bei zwölf Monaten Laufzeit, ein jährlicher Mitgliederbonus von 660 Euro sowie monatlich 120 Euro mehr für Auszubildende und dual Studierende. Verdi-Verhandlungsführer Frank Sauerland kritisierte scharf, dass die Unternehmensseite trotz Rekordumsätzen und Rekordergebnissen vor allem die Aktionäre bedenke. Die Ankündigung hinterließ umgehend Spuren: Nachbörslich auf Tradegate verlor die Aktie knapp drei Prozent.

T-Mobile als eigentlicher Kurstreiber

Der Ausgang der Tarifauseinandersetzung dürfte mittelfristig weniger entscheidend sein als das, was morgen aus den USA kommt. T-Mobile US legt seine Zahlen für das erste Quartal vor – und die Erwartungen sind durchaus ambitioniert. Analysten rechnen mit einem Umsatz von rund 22,98 Milliarden Dollar, gut zehn Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Beim Gewinn je Aktie hingegen wird mit einem Rückgang von 2,58 auf 2,01 Dollar gerechnet: starkes Wachstum, schwächere Margen.

Die Zahlen haben diesmal besondere Sprengkraft, weil zuletzt Diskussionen über eine mögliche strukturelle Zusammenführung von Telekom und T-Mobile US aufgekommen sind. Kern des Arguments: Während die Mutter mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa 14 bewertet wird, liegt die US-Tochter näher an 20. JPMorgan sieht in einer möglichen Transaktion das Potenzial, diesen Bewertungsabschlag zu verringern.

Das Analystenlager bleibt gespalten. Bernstein warnt vor erheblichen regulatorischen Hürden und sieht eine Fusion für T-Mobile-Aktionäre als netto negativ. Barclays findet die operativen Synergien bislang schwer greifbar. Die UBS hingegen wertet die jüngste Kursschwäche als Einstiegsgelegenheit und hält die Bewertung für zu pessimistisch.

Im regulären Xetra-Handel verlor die Telekom-Aktie am Montag zeitweise 0,25 Prozent auf 27,54 Euro. Parallel dazu kaufte der Konzern in der Woche vom 20. bis 24. April im Rahmen seines laufenden Rückkaufprogramms knapp 1,58 Millionen eigene Aktien zum gewichteten Durchschnittspreis von 28,30 Euro – ein stilles Signal, das die Unternehmensführung offenbar weiterhin von der eigenen Unterbewertung überzeugt.

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Deutsche Telekom Aktie

25,10 EUR

– 1,02 EUR -3,91 %
KGV 14,71
KUV 1,04
Sektor Kommunikationsdienste
Div.-Rendite 3,92 %
Marktkapitalisierung 120,44 Mrd. EUR
Ø Kursziel 36,43 EUR
ISIN: DE0005557508 WKN: 555750

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