Deutsche Telekom Aktie: Tarifvotum am Donnerstag
Die ver.di-Kommission stimmt final über den Lohnvertrag ab. Eine Annahme sichert der Telekom stabile Personalkosten bis 2028.

Kurz zusammengefasst
- Finale Abstimmung über Lohnpaket
- Laufzeit bis Ende 2028 vereinbart
- Lohnplus von insgesamt 8,5 Prozent
- Betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen
Am Donnerstag entscheidet die ver.di-Tarifkommission über das ausgehandelte Lohnpaket für rund 60.000 Beschäftigte. Das Ergebnis bestimmt, ob die Deutsche Telekom ihre Kostenbasis für fast drei Jahre festschreiben kann — oder neu verhandeln muss.
Einigung nach hartem Arbeitskampf
Nach wochenlangem Streik mit mehr als 32.000 Beteiligten einigten sich ver.di und die Telekom in der vierten Verhandlungsrunde Ende Mai in Frankfurt. Das Paket läuft 33 Monate bis Ende 2028. Ver.di beziffert das Lohnplus auf insgesamt rund 8,5 Prozent.
Die Erhöhungen kommen in Stufen. Das Zusätzliche Monatsentgelt steigt im August 2026 von 190 auf 340 Euro, im Juli 2027 weiter auf 480 Euro. Im Juni 2028 erhöhen sich die Entgelttabellen um 2,4 Prozent. Betriebsbedingte Kündigungen sind für die gesamte Laufzeit ausgeschlossen.
Hinzu kommt ein Mitgliederbonus: Ver.di-Mitglieder, die am 28. Mai 2026 im Unternehmen beschäftigt waren, erhalten einmalig 440 Euro. Auszubildende und dual Studierende bekommen Aufschläge in drei Schritten — monatlich bis zu 165 Euro mehr.
Kommission empfiehlt Annahme
Die Tarifkommission hat dem Ergebnis einstimmig zugestimmt. Am 19. Juni stimmt sie nach einer Mitgliederbefragung final ab. Eine Bestätigung schafft Planungssicherheit bei einem der größten Kostenblöcke des Konzerns. Scheitert die Abstimmung, müssen die Verhandlungen von vorn beginnen.
Starke Zahlen als Rückenwind
Die Einigung trifft auf ein operativ stabiles Unternehmen. Im deutschen Segment stieg der Umsatz im ersten Quartal 2026 organisch um 2,1 Prozent auf 6,3 Milliarden Euro. Das bereinigte EBITDA AL legte organisch um 2,5 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro zu.
Auf Konzernebene hob die Telekom ihre Jahresprognose an. Das bereinigte EBITDA AL soll nun rund 47,5 Milliarden Euro erreichen — 100 Millionen Euro mehr als bisher geplant. Den maßgeblichen Wachstumsbeitrag liefert T-Mobile US: Die Serviceumsätze kletterten im ersten Quartal um 11,5 Prozent auf 18,9 Milliarden US-Dollar.
Die Aktie notiert bei 27,95 Euro und liegt damit rund 1,9 Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt. Auf Jahressicht ist das Papier nahezu unverändert. Das Tarifvotum vom Donnerstag dürfte keinen unmittelbaren Kursimpuls auslösen — wohl aber bestätigen, ob die kommunizierte Kostenbasis für 2026 und darüber hinaus trägt.
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