Deutsche Telekom Aktie: UScellular-Übernahme für 4,4 Milliarden Dollar

Die Telekom erhöht ihr Aktienrückkaufprogramm auf bis zu 5 Mrd. Euro und hebt die Cashflow-Prognose an. Das zweite Quartal zeigt operative Stärke.

Eduard Altmann ·
Deutsche Telekom Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Rückkaufprogramm auf 5 Mrd. Euro erhöht
  • Prognose für freien Cashflow angehoben
  • T-Mobile-US-Synergien auf 1,2 Mrd. gestiegen
  • WM-2030-Rechte für MagentaTV gesichert

Die Deutsche Telekom hat in den vergangenen 30 Handelstagen um 13,74 Prozent zugelegt. Trotzdem trennen die Aktie noch 15,43 Prozent von ihrem 52-Wochen-Hoch. Genau in dieser Lücke liegt für mich die eigentliche Geschichte des heutigen Tages: Der Vorstand stockt das Aktienrückkaufprogramm 2026 per Ad-hoc-Mitteilung um weitere bis zu 3 Milliarden Euro auf – von zuvor bis zu 2 Milliarden auf nun bis zu 5 Milliarden Euro. Wer so viel Kapital an die Aktionäre zurückgibt, muss von der eigenen operativen Kraft überzeugt sein. Und genau diese Kraft liefert der Konzern gerade mit Zahlen, die diese Wette untermauern.

Kapitalrückgabe als Signal, nicht als Selbstzweck

Das bisherige Rückkaufprogramm über 2 Milliarden Euro war laut Unternehmensangaben bereits zu 60 Prozent umgesetzt: Rund 1,2 Milliarden Euro flossen in den Rückkauf von etwa 42,1 Millionen Aktien. Die Aufstockung kann nun in Tranchen zwischen dem 10. August und dem 22. Dezember 2026 abgearbeitet werden. Für mich ist das mehr als kosmetische Kurspflege. Ein Konzern, der binnen eines Jahres sein Rückkaufvolumen mehr als verdoppelt, sendet ein Signal an den Markt: Der Cashflow trägt diese Ausschüttungspolitik – und zwar deutlich komfortabler, als es die zuletzt schwächelnde Reported-Gewinnentwicklung vermuten lässt.

Die Zahlen hinter dem Signal

Im zweiten Quartal 2026 erzielte die Telekom einen Nettoumsatz von 29,9 Milliarden Euro, organisch ein Plus von 3,3 Prozent. Das bereinigte EBITDA AL wuchs organisch um 7,3 Prozent auf 11,8 Milliarden Euro, der freie Cashflow AL um 3,1 Prozent auf 5,0 Milliarden Euro. Der bereinigte Nettogewinn stieg um 11,1 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro. Auffällig: Der ausgewiesene Nettogewinn sank dagegen um 6,3 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro, vor allem wegen Integrationskosten bei T-Mobile US im Zusammenhang mit der UScellular-Übernahme. Diese Diskrepanz zwischen bereinigtem und ausgewiesenem Ergebnis ist erklärbar, sollte Anleger aber nicht kaltlassen – Integrationskosten sind temporär, doch sie zeigen, dass Wachstum in den USA derzeit seinen Preis hat. Bemerkenswert bleibt, dass der Konzern trotzdem seine Prognose für den freien Cashflow AL 2026 von zuvor „mehr als 19,8 Milliarden Euro“ auf „rund 20,0 Milliarden Euro“ angehoben hat. Wer die Prognose anhebt, während er gleichzeitig Milliarden für Integrationskosten verbucht, argumentiert aus einer Position der Stärke.

T-Mobile US und die Fußball-Wette

Die im August 2025 abgeschlossene UScellular-Übernahme über 4,4 Milliarden US-Dollar entwickelt sich nach Unternehmensangaben besser als ursprünglich kalkuliert: Die jährlichen Kostensynergien wurden von rund 1,0 Milliarden auf rund 1,2 Milliarden US-Dollar erhöht. Parallel dazu hat sich die Telekom im Sportrechtemarkt weiter positioniert und sich die Medienrechte für alle 104 Partien der Fußball-Weltmeisterschaft 2030 exklusiv für MagentaTV gesichert. Rodrigo Diehl, Vorstand Deutschland, bezeichnete die WM 2026 als „Weltmeisterschaft der Rekorde“ mit über 200 Millionen Zuschauern und deutlich mehr Neukunden als erwartet. Für mich zeigt das ein Muster: Die Telekom investiert dort, wo sich Kundenbindung messbar in Wachstum übersetzt – bei Sportrechten offenbar mit Erfolg.

Analystenblick und mein Fazit

Die Deutsche Bank senkte ihr Kursziel Ende Juli von 42 auf 40 Euro, beließ die Einstufung aber bei „Buy“. Analyst Robert Grindle verwies dabei auf Konkurrenzprojekte wie Starlink und Stargate, die die Telekom „nicht mehr so hell leuchten“ ließen – gleichzeitig spreche die im Vergleich niedrigere Bewertung des Konzerns für ihn weiter für die Aktie. Diese Ambivalenz trifft meinen eigenen Eindruck ziemlich genau. Die operativen Kennzahlen, die angehobene Guidance und die massive Rückkauf-Aufstockung sprechen für einen Konzern, der seine Cashflow-Stärke ernst nimmt und daraus Kapital an die Aktionäre zurückführt. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 15,43 Prozent zeigt aber auch: Der Markt hat diese Substanz noch nicht vollständig eingepreist. Der AI Investor Day am 5. Oktober und die Q3-Zahlen am 5. November dürften zeigen, ob sich dieses Vertrauen weiter bestätigt. Unterm Strich überwiegen für mich aktuell die Argumente, die für eine fortgesetzte Neubewertung der Aktie sprechen.

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