Deutsche Telekom Aktie: Vorstand kauft am Jahrestief
Trotz Kurs nahe Jahrestief kauft ein Telekom-Vorstand Aktien. Analysten sehen weiteres Aufwärtspotenzial von rund 45 Prozent.

Kurz zusammengefasst
- Vorstandsmitglied kauft Aktien nahe Tief
- Barclays senkt Ziel, bleibt aber optimistisch
- Kurs liegt 17,55 Prozent unter Vorjahresniveau
- Bewertung wird mit KGV von 12,7 günstiger
Die Deutsche Telekom-Aktie steckt in einem echten Widerspruch. Der Kurs klebt nahe am Jahrestief, doch Analysten trauen dem Papier weiterhin deutliche Kursgewinne zu. Noch bemerkenswerter: Ein Vorstandsmitglied kauft ausgerechnet jetzt eigene Aktien nach.
Am Berichtstag notiert der Titel bei 25,60 Euro und verliert 0,97 Prozent. Auf Wochensicht steht dennoch ein Plus von 5,35 Prozent zu Buche. Der Blick auf zwölf Monate zeigt allerdings ein anderes Bild: Dort liegt die Aktie 17,55 Prozent im Minus.
Barclays senkt Ziel, bleibt aber optimistisch
Barclays hat Anfang Juli sein Kursziel für die Telekom nach unten korrigiert. Die Briten senkten die Marke von 39,50 auf 36,50 Euro. An der Kaufempfehlung Overweight halten die Analysten aber fest.
Damit sehen sie weiterhin ein Aufwärtspotenzial von rund 45 Prozent. Auch der breitere Analystenkonsens bleibt optimistisch. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 38,19 Euro – deutlich über dem aktuellen Niveau.
Chartbild bleibt angeschlagen
Die fundamentale Zuversicht der Analysten trifft auf ein schwaches technisches Bild. Vom 52-Wochen-Hoch bei 34,35 Euro aus dem Februar trennen die Aktie noch immer 25,47 Prozent. Erst am 30. Juni fiel der Kurs auf ein neues Jahrestief von 23,54 Euro.
Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 27,45 Euro, der 200-Tage-Durchschnitt bei 28,72 Euro. Beide Marken liegen klar über dem aktuellen Kurs. Der RSI von 41,8 signalisiert weder Überverkauft- noch Überkauft-Zustand, sondern eine unentschlossene Marktlage.
Auslöser für die Schwäche war der Anstieg der Zins- und Inflationserwartungen. Als zinssensitiver Wert reagierte die Telekom-Aktie auf den Beginn des Iran-Konflikts besonders empfindlich. Die Erholung der vergangenen Woche ändert daran noch nichts Grundsätzliches.
Bewertung wird günstiger
Der Kursrückgang hat einen Nebeneffekt: Die Aktie ist fundamental billiger geworden. Für 2026 wird die Telekom mit einem KGV von 12,7 gehandelt, für 2027 mit 11,3. Beide Werte liegen deutlich unter dem 10-Jahres-Mittel von 17,8.
Die Dividendenrendite liegt inzwischen bei 4,4 Prozent. Das ist überdurchschnittlich attraktiv. Ob diese Bewertung reicht, um den technischen Abwärtstrend zu brechen, ist derzeit offen.
Insider kauft, Konzern kauft zurück
Zusätzliches Gewicht bekommt die Lage durch ein Directors‘-Dealing. Vorstandsmitglied Rodrigo Francisco Diehl kaufte sowohl am 30. Juni als auch am 1. Juli eigene Aktien. Marktteilnehmer werten solche Käufe nahe am Jahrestief oft als Vertrauenssignal aus der Führungsebene.
Parallel dazu läuft das Aktienrückkaufprogramm des Konzerns weiter. Ende Juni erwarb die Telekom über die Börse XETRA 727.344 eigene Aktien zu einem Durchschnittspreis von knapp 24,79 Euro. Seit Programmstart im April kamen so rund 19,3 Millionen Aktien zusammen.
Die nächsten fundamentalen Impulse liefern die Quartalszahlen im August. Bis dahin bleibt die Aktie in einem Spannungsfeld gefangen: günstige Bewertung auf der einen Seite, technischer Abwärtsdruck auf der anderen. Eine nachhaltige Rückkehr über 26,00 Euro dürfte über die kurzfristige Richtung entscheiden.
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