Deutsche Telekom Aktie: Warnstreiks vom 19. bis 21. Mai
ver.di weitet Warnstreiks bei der Telekom aus. Der Konzern plant trotz Tarifkonflikt milliardenschwere Aktienrückkäufe.
Kurz zusammengefasst
- ver.di ruft zu bundesweiten Warnstreiks auf
- Gewerkschaft fordert 6,6 Prozent mehr Lohn
- Telekom kauft eigene Aktien für zwei Milliarden zurück
- Nächste Verhandlungsrunde Ende Mai geplant
Bei der Deutschen Telekom verschärft sich der Tarifkonflikt genau in einer heiklen Phase. ver.di erhöht den Druck mit Warnstreiks, während der Konzern weiter Kapital an Aktionäre zurückführt. Für den Markt geht es damit nicht nur um Löhne, sondern auch um die Frage der Kostenkontrolle.
Die Aktie reagiert bislang verhalten. Am Mittwoch notiert sie bei 29,10 Euro, ein Minus von 0,82 Prozent. Auf Wochensicht bleibt trotzdem ein Plus von 3,37 Prozent.
Köln wird zum Zentrum des Streiks
ver.di hat die bundesweiten vollschichtigen Warnstreiks ausgeweitet. Sie laufen von Dienstag bis Donnerstag, dem 19. bis 21. Mai. In Nordrhein-Westfalen bündelt die Gewerkschaft den Protest heute in Köln.
Dort erwartet ver.di mehr als 2.000 Teilnehmer aus dem Bundesland. Der Demonstrationszug startet an einem Telekom-Standort in der Sternengasse und endet mit einer Kundgebung am Heumarkt. Weitere Aktionen sind unter anderem in Hannover, Frankfurt, Stuttgart, München und Berlin geplant.
Der Zeitpunkt ist bewusst gewählt. In wenigen Tagen folgt die nächste Verhandlungsrunde. ver.di will vorher sichtbar machen, dass die Belegschaft hinter den Forderungen steht.
Lohnforderung trifft auf Kostenfokus
Die Gewerkschaft fordert 6,6 Prozent mehr Entgelt bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Dazu kommt ein Mitgliederbonus von 660 Euro jährlich. Für Auszubildende und duale Studenten verlangt ver.di höhere Monatsvergütungen sowie einen eigenen Bonus.
Die Arbeitgeber haben in der dritten Runde ein Strukturangebot vorgelegt. ver.di lehnt es als klar unzureichend ab. Damit bleibt der Abstand zwischen beiden Seiten groß.
Seit Beginn des Arbeitskampfs am 28. April beteiligten sich mehr als 32.000 Beschäftigte an Warnstreiks. Das zeigt: Der Konflikt bleibt nicht auf einzelne Standorte begrenzt. Er erreicht Teile des operativen Apparats.
Rückkäufe liefern Angriffsfläche
Brisant wird der Streit durch das laufende Kapitalprogramm. Für 2026 ist ein weiterer Aktienrückkauf von bis zu 2 Milliarden Euro geplant. Die meisten Papiere sollen eingezogen werden.
In der Woche vom 11. bis 15. Mai kaufte die Telekom rund 1,6 Millionen eigene Aktien zurück. Für ver.di ist das ein naheliegendes Argument: Wenn Geld für Rückkäufe vorhanden ist, steigt der Druck in der Lohnrunde.
Operativ steht der Konzern solide da. Im ersten Quartal stieg der organische Umsatz um 4,7 Prozent auf 29,9 Milliarden Euro. Für das Gesamtjahr plant die Telekom mit rund 47,5 Milliarden Euro bereinigtem EBITDA AL.
Der nächste harte Termin steht fest: Am 26. und 27. Mai treffen sich beide Seiten zur vierten Verhandlungsrunde. Ein Abschluss würde den Kostenausblick stabilisieren, ein Scheitern dürfte den Tarifkonflikt verlängern.