Deutz Aktie: Verteidigungs-Coup trotz Ausverkauf?
Deutz meldet 29,90 Prozent zugerechnete Stimmrechte, höhere Margen im Neunmonatszeitraum und mehr als eine Milliarde Euro Umsatzpotenzial für 2027.

Kurz zusammengefasst
- Erichsen werden 29,90 Prozent zugerechnet
- Gondesen-Familie erhält ebenfalls 29,90 Prozent
- MPCM senkt Kursziel auf 18 Euro
- FFG-Übernahme am Donnerstag abgeschlossen
Bei Deutz weisen die am Freitag veröffentlichten Pflichtmitteilungen umfangreiche Stimmrechtszurechnungen auf Grundlage einer Stimmrechtsvereinbarung aus. Norbert Erichsen wurden zum Donnerstag insgesamt 29,90 % der Stimmrechte zugerechnet. Im schwachen Marktumfeld verlor die Aktie am Freitag 2,0%; laut dpa-AFX belastete ein weltweiter Ausverkauf bei KI- und Halbleiteraktien den deutschen Aktienmarkt.
Vereinbarung bündelt Stimmrechte
Für Erichsen nennt die Mitteilung neben der Vereinbarung Zurechnungen über die FFG Beteiligungsgesellschaft mbH. Eine weitere Pflichtmitteilung betrifft Gorm Iver Gondesen, Maren Gondesen, Gorm-Eilif Gondesen und Lisa-Marie Gondesen. Ihnen wurden zum Donnerstag jeweils zusammen ebenfalls 29,90 % der Stimmrechte zugerechnet. Dabei nennt die Veröffentlichung die Universum Holding GmbH und eine Stimmrechtsvereinbarung.
Bereits am Donnerstag meldete Deutz eine neue Gesamtzahl von rund 240 Millionen Stimmrechten. Die dazugehörige sonstige Kapitalmaßnahme wurde am Mittwoch wirksam.
Analysten senken Bewertungsmaßstäbe
Nach den Quartalszahlen senkte MPCM am Freitag das Kursziel von 19 auf 18 Euro. Die Kaufempfehlung blieb bestehen; zur Begründung verwies das Analysehaus unter anderem auf die Bewertung vergleichbarer Unternehmen.
Die DZ BANK hatte am Donnerstag laut dpa-AFX ihren fairen Wert von 16 auf 15 Euro reduziert und ebenfalls an der Kaufempfehlung festgehalten.
Die am Donnerstag veröffentlichten Neunmonatszahlen für 2026 zeigten einen Umsatz von 1,67 Mrd. €. Das bereinigte EBIT erreichte 118,2 Mio. €. Die bereinigte EBIT-Marge stieg auf 7,1 %.
Für das Gesamtjahr erwartet Deutz weiterhin einen Umsatz von 2,3 bis 2,5 Mrd. €. Bei der bereinigten EBIT-Rendite rechnet das Unternehmen seit Donnerstag mit dem oberen Ende der Spanne von 6,5 % bis 8,0 %.
Den Abschluss der FFG-Übernahme bestätigte Deutz ebenfalls am Donnerstag. Für 2027 erwartet das Unternehmen daraus mehr als 1 Mrd. € zusätzlichen Umsatz im Verteidigungssegment bei über 20 % bereinigter EBITDA-Marge.
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