Deutz: Auftragseingang springt 41,2 Prozent

Die Hauptversammlung von Deutz unterstützt den Transformationsplan Next DEUTZ und beschließt eine höhere Dividende. Der Kursabschlag ist technisch bedingt.

Dr. Robert Sasse ·
Deutz AG Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Aktionäre stützen den Umbauplan
  • Höhere Dividende von 0,18 Euro
  • Kursabschlag durch Ex-Dividenden-Tag
  • Auftragseingang steigt um 41 Prozent

Deutz erhält von den Aktionären Rückenwind für den Umbau. Die Hauptversammlung hat die Strategie „Next DEUTZ“ breit unterstützt, eine höhere Dividende beschlossen und wichtige Verträge für neue Geschäftsfelder genehmigt. Der Kursabschlag am Donnerstag ist daher nicht nur Stimmungssache. Er hängt auch am Ex-Dividenden-Tag.

Aktionäre tragen den Umbau mit

Auf der Präsenzversammlung im Kölner Gürzenich stimmten die Anteilseigner der Linie von CEO Dr. Sebastian C. Schulte mit großer Mehrheit zu. Vorstand und Aufsichtsrat wurden entlastet. Auch Aufsichtsratschef Dr. Dietmar Voggenreiter und Patricia Geibel-Conrad bleiben im Gremium.

Der Kern der Story liegt aber nicht in den Formalien. Deutz will das klassische Motorengeschäft breiter aufstellen und baut dazu die Bereiche Energie und Verteidigung aus. Das Ziel reicht bis 2030 und soll den Konzern weniger abhängig vom traditionellen Zyklus machen.

Dazu passte die Zustimmung zu drei Beherrschungs- und Ergebnisabführungsverträgen. Sie betreffen SOBEK Group, Deutz Power Systems und DEUTZ Defense Systems. Damit kann der Konzern diese Einheiten enger steuern und Ergebnisse direkt verrechnen.

Besonders SOBEK ist strategisch wichtig. Die Tochter bringt Zugang zu Drohnentechnologie und speziellen Antriebslösungen für Verteidigungsanwendungen. Das erklärt, warum die neuen Felder auf der Versammlung so stark im Mittelpunkt standen.

Dividende drückt den Kurs technisch

Die Dividende für das Geschäftsjahr 2025 steigt auf 0,18 Euro je Aktie. Im Vorjahr lag sie bei 0,17 Euro. Am Donnerstag handelt die Aktie ex Dividende, der rechnerische Abschlag ist damit technisch erklärbar.

Am Mittwoch schloss die Aktie bei 10,76 Euro. Auf Jahressicht liegt sie dennoch deutlich im Plus, seit Jahresbeginn beträgt der Zuwachs 24,75 Prozent.

Der starke Lauf hat eine Kehrseite. Ein RSI von 83,0 signalisiert kurzfristig eine stark überkaufte Lage. Kein Wunder, dass auch kleinere Belastungen im Kurs schneller sichtbar werden.

Auftragseingang stützt die Erzählung

Operativ bekam der Vorstand kurz vor der Hauptversammlung Rückenwind. Im ersten Quartal stieg der Auftragseingang um 41,2 Prozent auf 771,0 Millionen Euro. Das macht die Zustimmung zur Strategie leichter vermittelbar.

Für das Gesamtjahr peilt Deutz weiter einen Umsatz zwischen 2,3 und 2,5 Milliarden Euro an. Bei der bereinigten EBIT-Rendite bleibt die Zielspanne bei 6,5 bis 8,0 Prozent.

Am 6. August folgt der Halbjahresbericht, am 5. November die Q3-Mitteilung. Bis dahin misst sich die Story an zwei Punkten: ob der hohe Auftragseingang in Umsatz mündet und ob Defense sowie Energie sichtbar liefern.

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Deutz AG Aktie

9,93 EUR

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KGV 16,77
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite 1,98 %
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ISIN: DE0006305006 WKN: 630500

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