Deutz: Vorstand kauft für 983.089 Euro

Deutz überzeugt mit beschleunigtem Wachstum im zweiten Quartal; Führungsspitze signalisiert durch umfangreiche Aktienkäufe Vertrauen in die strategische Ausrichtung.

Andreas Sommer ·

Kurz zusammengefasst

  • Umsatzplus von 13 Prozent im Q2
  • Führungskräfte kaufen tausende Aktien
  • FFG-Übernahme für 1,6 Milliarden Euro
  • Hauptversammlung Ende August entscheidet

Der Kölner Motoren- und Antriebshersteller Deutz hat am Donnerstag mit einem beschleunigten Wachstum im zweiten Quartal überzeugt – und tags darauf zogen Vorstand und Aufsichtsrat mit umfangreichen eigenen Aktienkäufen nach. Die Kombination aus operativer Stärke und geschlossenem Vertrauenssignal der Führungsebene spiegelt sich im Kurs: Am Freitag schloss die Aktie bei 10,44 Euro, ein Plus von 4,19 Prozent auf Tagesbasis. Zum 52-Wochen-Hoch von Ende Februar fehlen dem Papier damit noch rund 16 Prozent.

Quartalszahlen übertreffen den Vorjahreswert deutlich

Im zweiten Quartal steigerte Deutz den Umsatz um 13 Prozent auf 585 Millionen Euro, der Auftragseingang legte um fast 15 Prozent auf 560 Millionen Euro zu. Besonders deutlich fiel der Ergebnissprung aus: Das bereinigte EBIT wuchs um knapp 41 Prozent auf 42,4 Millionen Euro. Sondereffekte drückten den Nettogewinn dagegen um ein Drittel auf 11,7 Millionen Euro. Für das gesamte erste Halbjahr weist Deutz einen um 28,7 Prozent höheren Auftragseingang sowie ein Umsatzplus von 10,7 Prozent aus, die operative Marge verbesserte sich auf 7,1 Prozent. Das Unternehmen bestätigte seine Jahresguidance mit einem Erlösziel von 2,3 bis 2,5 Milliarden Euro und einer bereinigten operativen Marge von 6,5 bis 8,0 Prozent. Warburg-Research-Analyst Stefan Augustin bewertete die Resultate als ohne wesentliche Überraschungen, bezeichnete den Auftragseingang aber als etwas enttäuschend.

Vorstand und Aufsichtsrat kaufen in großem Stil

Nur einen Tag nach der Zahlenvorlage folgten die eigentlichen Aufsehen erregenden Meldungen: Vorstandschef Sebastian C. Schulte erwarb am 6. August über Tradegate Aktien im Wert von 983.089 Euro zu einem Durchschnittskurs von 9,83 Euro. Weitere Käufe kamen von Melanie Freytag mit rund 296.000 Euro, von Aufsichtsratsmitglied Dietmar Voggenreiter über mehrere Handelsplätze sowie von Vorstandsmitglied Oliver Neu mit 99.937 Euro. Auch Simone Voggenreiter und Vorstandsmitglied Katharina Krüger, die 10.160 Aktien für insgesamt 101.600 Euro über Xetra kaufte, stockten ihre Positionen auf. Der Bernecker Börsenbrief wertete die breit angelegten Insiderkäufe als starkes Vertrauenssignal in die Geschäfte der Kölner. Dass praktisch die gesamte Führungsspitze gleichzeitig zugreift, unterstreicht, wie zuversichtlich das Management den weiteren Kurs des Unternehmens einschätzt.

FFG-Übernahme rückt näher an die entscheidende Hauptversammlung

Im Hintergrund treibt vor allem eine strategische Weichenstellung die Anlegerfantasie: Anfang Juli hatte Deutz die vollständige Übernahme der Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft (FFG) für 1,6 Milliarden Euro angekündigt – der größte Zukauf in der mehr als 160-jährigen Firmengeschichte. Die Transaktion wird teils in bar, teils in neu ausgegebenen Deutz-Aktien bezahlt, rund eine Milliarde Euro finanziert das Unternehmen über frisch zugesagte Bankkredite. Die bisherigen FFG-Eigentümerfamilien werden mit einem Anteil von bis zu 29,9 Prozent zum langfristigen Ankeraktionär und streben zwei Sitze im Aufsichtsrat an. Nach der Ankündigung war die Aktie zeitweise um bis zu acht Prozent gesprungen – ein deutliches Signal dafür, wie der Markt die strategische Logik des Deals bewertet.

CEO Schulte begründete den Schritt mit klaren Ambitionen: „FFG soll künftig den Kern unseres Defense-Geschäfts bilden, wobei alle Geschäftsbereiche von Synergien und neuen Marktzugängen profitieren können.“ Man steige „umsatz- und ergebnisseitig in eine ganz neue Liga auf“. Laut Unternehmensangabe soll FFG allein im kommenden Jahr über eine Milliarde Euro Umsatz bei einer operativen Marge von mehr als 20 Prozent erwirtschaften. Über die dafür notwendige Kapitalerhöhung gegen Sacheinlage entscheiden die Deutz-Aktionäre auf einer außerordentlichen, virtuellen Hauptversammlung am 24. August. Zusätzlich steht noch die Zustimmung der Kartellbehörden aus; der Abschluss der Übernahme ist für Ende 2026 oder Anfang 2027 vorgesehen.

Für Anleger bündeln sich damit in den kommenden Wochen mehrere Katalysatoren: das Votum der Hauptversammlung über die milliardenschwere Sachkapitalerhöhung, der fortschreitende Kartellprozess und – als nächster harter Termin – der Quartalsbericht zum dritten Quartal am 5. November. Die geschlossenen Insiderkäufe unmittelbar nach den Q2-Zahlen liefern derweil ein zusätzliches Argument dafür, dass das Management den eingeschlagenen Wachstumskurs für nachhaltig hält.

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Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite 1,80 %
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ISIN: DE0006305006 WKN: 630500

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