Die richtige Strategie aktuell?
Die wiederholten Zollankündigungen des US-Präsidenten führen zu Marktvolatilität, doch die Reaktionen könnten sich abschwächen. Inflation und Notenbankpolitik bleiben kritisch.

Kurz zusammengefasst
- Wiederholte Zollankündigungen verursachen Marktvolatilität
- Abnutzungseffekt bei Handelskonflikten möglich
- Inflationsdaten beeinflussen Notenbankentscheidungen
- Strategieanpassungen für volatile Phasen empfohlen
Die „Trump-Bewegung“ wird es mittlerweile genannt, wenn der amtierende US-Präsident wieder einmal eine beachtliche, kurzfristige Zollankündigung macht, die er wenige Tage später dann zunächst erst einmal in die Zukunft verschiebt. Die Anleger reagieren darauf zunächst mit panikartigen Verkäufen. Auf die Verschiebung der Zölle folgt dann die entsprechende Gegenreaktion nach unten. „Buy the dip“ war bislang die perfekte Strategie auf die „Trump-Bewegung“. Doch es bleibt fraglich, ob dies auch in Zukunft so sein wird.
Abnutzungseffekt?
So ist davon auszugehen, dass die Marktteilnehmer die immer wieder verkündeten Zollandrohungen mehr und mehr als Instrument sehen, mit welchem Trump andere Länder zu Zugeständnissen bewegen möchte. Entsprechend dürften die Ausschläge in der Zukunft tendenziell immer geringer ausfallen. Allerdings dürften auch die betroffenen Länder diese Drohungen zunehmend gelassener angehen und sie ebenfalls als Mittel zum (Verhandlungs-) Zweck wahrnehmen.
Kein Anlass zur Euphorie!
Insgesamt dürfte die aktuelle US-Politik aber deutlichen Schaden hinterlassen, der sich bereits jetzt im Konsumentenvertrauen bemerkbar macht. Die Inflationsdaten, welche in dieser Woche anstehen, werden zeigen, ob die US-Notenbank Spielraum im Hinblick auf eine Zinssenkung hat oder eben nicht. Voraussichtlich sollten die US-Zölle – auch nachdem diese nach entsprechenden „Deals“ geringer als angedroht ausfallen – die Inflation in den USA weiter nach oben treiben. Damit dürfte die US-Notenbank weiter zurückhaltend bleiben. Für den mittlerweile durchaus ambitioniert bewerteten US-Aktienmarkt sind dies nicht die besten Aussichten. Vor allem in den kommenden Sommermonaten ist die Gefahr einer Abschwächung nicht zu unterschätzen.
Weniger ist mehr?
In jedem Fall ist allerdings davon auszugehen, dass Donald Trump auch in den kommenden Monaten immer wieder Impulse für kräftige Kursausschläge setzen wird. Um diese Risiken etwas einzugrenzen, bietet es sich in einzelnen Fällen an, mit weniger Hebel zu arbeiten. Entsprechend sind Strategien mit Discount-Optionsscheinen, bei welchen auch eine Seitwärtsrendite möglich ist, aktuell interessant!
Stephan Feuerstein
Hebelzertifikate-Trader
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