Strategische Übernahmen, neue Partnerschaften, regulatorischer Rückenwind — und trotzdem notiert die Diginex-Aktie nahe ihrem 52-Wochen-Tief. Das Auseinanderklaffen zwischen operativer Ambition und Marktreaktion prägt das Bild des ESG-RegTech-Unternehmens im März 2026.
Short-Interesse sinkt, Kurs bleibt schwach
Im Februar ging das Short-Interesse merklich zurück: Zum 27. Februar lagen die Leerverkaufspositionen bei rund 2,46 Millionen Aktien — ein Minus von 18,2 % gegenüber Mitte des Monats. Die Days-to-Cover-Ratio von 0,6 Tagen signalisiert, dass strukturelle Wetten gegen den Titel abnehmen.
Vom Kurs ist davon wenig zu spüren. Heute bewegt sich die Aktie zwischen 0,56 und 0,63 USD, zuletzt bei 0,57 USD — nicht weit entfernt vom 52-Wochen-Tief bei 0,52 USD. Das 52-Wochen-Hoch lag bei 39,85 USD. Der 200-Tage-Durchschnitt bei 8,74 USD verdeutlicht, wie tief der Absturz reicht. Die Marktkapitalisierung ist im Jahresvergleich um über 85 % geschrumpft.
Übernahme, neue CEO, neue Märkte
Im Januar 2026 schloss Diginex die Übernahme von PlanA.earth ab — ein Gesamtvolumen von rund 55 Millionen Euro, kombiniert aus 3 Millionen Euro in bar und knapp 6,7 Millionen neu ausgegebenen Aktien. Die Integration bündelt ESG-Reporting, KI-gestützte CO₂-Bilanzierung und Dekarbonisierungsplanung in einer Plattform. Zu den Bestandskunden zählen HSBC, Coca-Cola, Visa und BMW.
Mit der Übernahme kam auch eine neue Unternehmenschefin: Lubomila Jordanova, Gründerin von Plan A, bringt Expertise in Carbon Accounting und EU-Regulierung mit. Eine Reseller-Vereinbarung mit Resulticks zielt zusätzlich auf kumulierte Einnahmen von 40 Millionen USD über vier Jahre ab.
Regulatorisch erhält das Unternehmen Schützenhilfe: Die britische FCA schlug im März 2026 vor, die TCFD-Anforderungen durch einen neuen UK Sustainability Reporting Standard zu ersetzen — ein Marktumfeld, das Diginex als direkt relevant für sein Kerngeschäft wertet.
Wachstum, aber kein Vertrauen der Analysten
Fundamental zeigt sich ein zweigeteiltes Bild. Im Geschäftsjahr 2025 stieg der Umsatz um 57 % auf 2,04 Millionen USD. Der Verlust wuchs jedoch ebenfalls — auf -5,21 Millionen USD, rund 7 % mehr als im Vorjahr. Profitabilität bleibt vorerst außer Reichweite.
Das Analystenbild ist eindeutig negativ: Wall Street Zen stufte die Aktie Ende Januar auf „Sell“ herab, Weiss Ratings bekräftigte dieselbe Empfehlung. Auffällig ist ein wiederkehrendes Muster: Strategische Ankündigungen und M&A-Meldungen lösten in der Vergangenheit regelmäßig negative Kursreaktionen aus — ein klassisches „Sell the News“-Verhalten.
Solange Umsatzwachstum und operative Verluste weit auseinanderliegen und der Markt auf Ankündigungen mit Verkäufen reagiert, bleibt der Weg zur Kurserholung lang — unabhängig davon, wie ambitioniert die Plattformstrategie aufgestellt ist.
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