Diginex Aktie: Resulticks bringt 150 Millionen Umsatz

Diginex ersetzt den Kaufvertrag für Resulticks und benennt dessen CEO als künftige Führung. Die Aktie verliert dennoch 13 Prozent.

Dieter Jaworski ·
Abstrakte Darstellung von digitalen Datenströmen und vernetzten Knotenpunkten in einer modernen, professionellen Büroumgebung. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Neuer Kaufvertrag für Resulticks
  • Resulticks-CEO wird Diginex-Chefin
  • Aktie fällt nach Handelsaussetzung
  • Kapitalerhöhung über 20 Millionen Dollar

Diginex hat die Übernahme von Resulticks auf eine neue vertragliche Grundlage gestellt. Am Freitag unterzeichneten beide Unternehmen eine geänderte und neu gefasste Kaufvereinbarung, die die ursprüngliche Vereinbarung vom 16. April ersetzt. Trotz der Einigung rutschte die Aktie am selben Tag um 13 Prozent auf 1,32 US-Dollar ab – zuvor hatte die Nasdaq den Handel wegen einer ausstehenden Meldung zur Transaktion ausgesetzt.

Neue Führung und harte Zahlen

Mit dem überarbeiteten Vertrag ändert sich auch die Führungsspitze des kombinierten Unternehmens. Redickaa Subrammanian, Mitgründerin und CEO von Resulticks, soll nach Abschluss der Transaktion CEO des fusionierten Konzerns werden. Miles Pelham tritt als Chairman zurück, der Diginex-Vorstand wird um neue, von Resulticks-Aktionären benannte Direktoren erweitert.

Resulticks bringt beachtliche Substanz in den Deal ein: Für das Geschäftsjahr 2025 wies das Unternehmen laut GlobeNewswire einen Umsatz von 150 Millionen US-Dollar und einen Gewinn nach Steuern von 17 Millionen US-Dollar aus, bei einer jährlichen Wachstumsrate von über 60 Prozent seit der Pandemie. Diese Zahlen dürften erklären, warum Diginex trotz eigener Verluste an der Übernahme festhält.

Über den Zusammenschluss entscheiden die Aktionäre auf einer außerordentlichen Hauptversammlung am 8. Oktober. Dort stehen neben der Genehmigung der Kaufvereinbarung auch eine Erhöhung des genehmigten Aktienkapitals zur Abstimmung. Der Abschluss der Transaktion wird spätestens für den 30. Oktober angestrebt.

Diginex selbst wächst, verliert aber deutlich mehr

Das eigene Geschäftsjahr, das am 31. März endete, brachte Diginex einen Umsatzsprung um 77 Prozent auf 3,6 Millionen US-Dollar – getragen von den Zukäufen Matter, Plan A und The Remedy Project. Dem stand jedoch ein Nettoverlust von 31,1 Millionen US-Dollar gegenüber, gegenüber 5,2 Millionen US-Dollar im Vorjahr. Bei der Tochter Matter verbesserte sich immerhin die Automatisierung der Kohlenstoffdaten-Extraktion von 25 auf 80 Prozent.

Um die wachsende Finanzierungslücke zu schließen und den Zusammenschluss abzusichern, kündigte Diginex im August eine Kapitalerhöhung über 20 Millionen US-Dollar an. Sie umfasst 20 Millionen Stammaktien samt begleitenden Fünf-Jahres-Warrants mit einem Ausübungspreis von einem US-Dollar. Ergänzt wird dies durch bereits gesicherte private Finanzierungszusagen von insgesamt 70 Millionen US-Dollar für das kombinierte Unternehmen.

Zeitplan unter Druck, doch Nasdaq-Compliance gesichert

Der Weg zum Abschluss war zuletzt holprig: Das ursprüngliche Long-Stop-Datum der Übernahmevereinbarung wurde von Ende Juli auf den 12. August verschoben – just an jenem Tag, an dem die Nasdaq den Handel wegen der ausstehenden Transaktionsmeldung aussetzte. Immerhin bestätigte die Börse Ende Juli schriftlich, dass Diginex die Compliance-Anforderungen erfüllt.

Für Anleger bleibt die Gemengelage unübersichtlich: Ein umsatzstarker Übernahmekandidat, eine frische Vertragsgrundlage und gesicherte Finanzierungszusagen stehen einem stark verwässernden Kapitalschnitt und tiefroten eigenen Zahlen gegenüber.

Mit einer annualisierten Volatilität von 121 Prozent bei einem RSI von 43,3 signalisiert der Markt, dass die Unsicherheit bis zur Hauptversammlung im Oktober anhalten dürfte. Die Marktkapitalisierung liegt derzeit bei umgerechnet 40,72 Millionen Euro – ein Bruchteil der Umsatzkraft, die Resulticks allein einbringen soll.

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