DocMorris Aktie: Pelion fordert Köpfe

Nach einem tiefroten Geschäftsjahr fordert Großaktionär Pelion den Austausch des Verwaltungsratspräsidenten. Analysten senken ihre Kursziele aufgrund halbierter Wachstumserwartungen beim E-Rezept.

Dieter Jaworski ·
DocMorris Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Großaktionär Pelion fordert Ablösung des Verwaltungsratschefs
  • Nettoverlust von 134,3 Millionen Franken im Jahr 2025
  • Wachstumserwartungen für E-Rezept mehr als halbiert
  • Hauptversammlung im Mai entscheidet über personelle Weichen

Der Großaktionär CEPD verliert die Geduld. Nach einem tiefroten Geschäftsjahr 2025 fordert der Investor nun den Austausch des Verwaltungsratspräsidenten Walter Oberhänsli. Damit steuert der Online-Apotheker auf eine Machtprobe bei der kommenden Hauptversammlung zu.

Pelion, die hinter CEPD stehende Gesellschaft, hält rund 14 Prozent der Anteile. Die Kritik richtet sich vor allem gegen die langfristige Strategie, die zuletzt in einem Nettoverlust von 134,3 Millionen Franken mündete. Als Nachfolger für den Posten an der Spitze des Gremiums wird der ehemalige Celesio-Chef Fritz Oesterle vorgeschlagen.

Analysten senken den Daumen

Die Skepsis des Großaktionärs spiegelt sich in den aktuellen Einschätzungen der Bankhäuser wider. UBS, Deutsche Bank und Berenberg haben ihre Kursziele nach der Vorlage der Jahreszahlen nach unten korrigiert. Ein Hauptgrund ist die deutlich langsamere Dynamik beim E-Rezept. Die Wachstumserwartungen wurden hier von 45 Prozent auf jährlich 20 Prozent mehr als halbiert.

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Diese Korrektur belastet die kurzfristigen Umsatzschätzungen erheblich. Marktbeobachter verweisen zudem auf die schwindenden Marktanteile, die DocMorris in einem hart umkämpften Umfeld zurückgewinnen muss.

Sparkurs gegen den Abwärtstrend

Um den operativen Breakeven beim bereinigten EBITDA noch im laufenden Jahr zu erreichen, forciert das Management harte Sparmaßnahmen. Die geplante Schließung des Logistikstandorts Ludwigshafen verdeutlicht den Ernst der Lage. An der Börse bleibt die Situation angespannt: Nach neuen Tiefstständen in den letzten Tagen zeigt die Aktie heute lediglich eine nervöse Gegenbewegung.

Am 12. Mai 2026 wird die Hauptversammlung über die personelle Neuaufstellung entscheiden. Gelingt der Umbau im Verwaltungsrat nicht, steht das amtierende Management unter massivem Zugzwang, die operativen Ziele trotz des schwächeren Marktumfelds beim E-Rezept punktgenau zu liefern.

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