Dow Jones: Fed-Entscheid wirft Schatten voraus
Der Dow Jones gibt vor dem Fed-Termin nach. Steigende Energiepreise und Skepsis gegenüber KI belasten zusätzlich die US-Börsenstimmung.

Kurz zusammengefasst
- Dow Jones verliert rund 0,3 Prozent
- Fed-Zinserhöhung mit über 92 Prozent eingepreist
- Energiekosten verstärken Inflationsdruck
- Halbleiterwerte durch KI-Sorgen belastet
Einen Tag vor der wohl wichtigsten Zinssitzung seit Monaten hält sich die Wall Street zurück. Der Dow Jones Industrial notiert am Dienstag rund 0,3 Prozent schwächer bei 52.277 Punkten, auch die Futures auf den Leitindex gaben bereits am Morgen nach. Der Grund liegt auf der Hand: Die US-Notenbank entscheidet an diesem Mittwoch über die Leitzinsen — und es ist die dritte Sitzung unter dem neuen Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh.
Die Märkte preisen mittlerweile eine Wahrscheinlichkeit von über 92 Prozent für eine Zinserhöhung ein. Sollte sie kommen, wäre es die erste Anhebung unter Warshs Führung. Erwartet wird ein Schritt um 0,25 Prozentpunkte, womit die Zielspanne dann bei 3,75 bis 4,00 Prozent läge.
Energiepreise und Inflation treiben die Sorgen
Auslöser der Zinsdebatte sind die zuletzt gestiegenen Energiekosten, die den Inflationsdruck weiter befeuern. Für die Notenbank unter Warsh entsteht damit ein Balanceakt: Eine zu zögerliche Reaktion würde die Teuerung weiter anheizen, ein zu forscher Kurs würde die Konjunktur ausbremsen. Kein Wunder, dass Anleger vor diesem Termin lieber Kasse machen als Risiken einzugehen.
Verschärft wird die Nervosität durch eine zweite Front. Warnungen zur Sicherheit von Künstlicher Intelligenz und Forderungen einzelner Tech-Chefs nach einer langsameren Entwicklung haben einen spürbaren Ausverkauf bei Halbleiterwerten ausgelöst. Diese Gemengelage aus Zinsangst und KI-Skepsis belastet die Stimmung an der Wall Street zusätzlich und drückt auch auf den technologielastigen Nasdaq 100, dessen Indikation rund 0,1 Prozent im Minus lag.
Die eigentliche Richtungsentscheidung fällt am Mittwoch. Bestätigt sich die erwartete Zinserhöhung, dürfte die Reaktion vor allem davon abhängen, welchen Ausblick Warsh für die kommenden Monate signalisiert.
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