Dow Jones: Fünfte Woche in Rot

Der Dow Jones verzeichnet fünf negative Wochen in Folge, getrieben von steigenden Inflationserwartungen und einer gedämpften Konsumentenstimmung, die Zinsängste schüren.

Redaktion Stock-World ·
Dow Jones Aktie (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Fünf aufeinanderfolgende Wochen mit Verlusten
  • Inflationserwartungen springen auf 3,8 Prozent
  • Energiesektor gewinnt, Konsumgüter verlieren
  • Index fällt auf tiefsten Stand seit Monaten

Fünf Verlustwochen in Folge — das hatte der Dow Jones zuletzt vor vier Jahren. Am Freitag kam ein weiterer Rückschlag hinzu: Schwache Konsumentenstimmung und aufkeimende Zinsängste schickten den Index auf den tiefsten Stand seit Monaten.

Inflation als Spielverderber

Der eigentliche Auslöser war ein Datenpunkt aus Michigan. Die Universität veröffentlichte ihren finalen Stimmungsindex für März — revidiert auf 53,3 Punkte, deutlich schlechter als erwartet. Gleichzeitig sprangen die Inflationserwartungen der Verbraucher für die nächsten zwölf Monate auf 3,8%, der stärkste monatliche Anstieg seit fast einem Jahr.

Das verändert die Rechnung für die US-Notenbank erheblich. Statt der lange erwarteten Zinssenkungen preisen Anleihemärkte inzwischen eine 25-prozentige Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung bis Oktober ein. Der VIX-Volatilitätsindex stieg um 13% auf 31,05 — den höchsten Stand seit April 2025.

Energie gewinnt, Konsum verliert

Die Branchenverteilung am Freitag war eindeutig. Energiewerte profitierten von Brent-Rohöl bei 112,57 Dollar je Barrel: Exxon Mobil legte 3,4% zu, Chevron 1,6%. Der Rest des Index stand unter Druck.

Am härtesten traf es Reise- und Freizeitwerte. Norwegian Cruise Line verlor 6,9%, United Airlines 4,5%, Carnival Corp 4,3%. Starbucks gab 4,8% nach. Steigende Treibstoffkosten und einbrechende Konsumlaune — eine ungünstige Kombination für diese Sektoren.

Technisch angeschlagen

Der Dow schloss die Woche bei rund 45.093 Punkten und liegt damit mehr als 10% unter seinem Rekordhoch von Ende 2025. Sowohl der 50- als auch der 100-Tage-Durchschnitt wurden unterschritten und fungieren nun als Widerstand. Die Marke von 45.000 Punkten gilt als nächste psychologische Unterstützung.

Nächste Woche richtet sich der Blick auf den 6. April: Die US-Regierung hat dieses Datum als Frist für eine mögliche Entspannung im Konflikt um die Straße von Hormus gesetzt. Bleibt eine Einigung aus, dürfte der Druck auf Konsumwerte und die Stimmung an den Märkten anhalten.

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