Dow Jones: Geopolitik trübt die Stimmung

Neue Konflikte im Nahen Osten drücken die US-Futures. Der Dow Jones zeigt sich robuster als der stark fallende Nasdaq 100.

Andreas Sommer ·
Dow Jones Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Risikoaversion der Anleger steigt
  • Nasdaq 100 mit deutlichem Minus
  • EZB-Zinssenkung wird erwartet
  • Geopolitik dominiert die Märkte

Naher Osten statt Notenbank — das ist der Taktgeber an den Märkten zu Wochenbeginn. Neue Schlagabtausche zwischen Israel und dem Iran haben die Risikoaversion der Anleger spürbar erhöht und die US-Futures unter Druck gesetzt.

Technologie zieht den Nasdaq tiefer

Der Dow Jones zeigte sich dabei vergleichsweise robust. Zum Wochenschluss Freitag verlor der Index rund 1,35 Prozent — schmerzhaft, aber harmlos gegenüber dem Nasdaq 100, der mit fast 4,77 Prozent Minus in das Wochenende ging. Der Ausverkauf traf vor allem Technologie- und Halbleiterwerte hart. Das wirft eine interessante Frage auf: Könnte sich die Führung im Markt verschieben — weg von wachstumsgetriebenen Tech-Werten, hin zu den defensiveren Schwergewichten im Dow?

Historisch dreht sich der Favoritenwechsel oft genau dann ein, wenn externe Schocks die Risikobereitschaft dämpfen. Geopolitische Eskalationen im Nahen Osten gehören in diese Kategorie.

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Fed im Hintergrund, EZB im Fokus

Währenddessen läuft im Hintergrund die geldpolitische Debatte weiter. Die US-Notenbank Fed hält sich bedeckt — Zinserwartungen bleiben verhalten. Auf der anderen Seite des Atlantiks rechnen nahezu alle befragten Bankhäuser mit einer weiteren EZB-Zinssenkung auf 2,25 Prozent beim nächsten Ratstreffen. Für das zweite Halbjahr 2026 geht eine Mehrheit von einer Stabilisierung bei 2,50 Prozent aus — einige Institute rechnen sogar mit einem leichten Anstieg auf 2,75 Prozent.

Das globale Zinsbild bleibt damit im Fluss. Für den Dow Jones bedeutet das: Solange die Fed keine klaren Signale sendet, werden geopolitische Entwicklungen den Takt vorgeben. Der nächste Eskalationsschritt — oder seine Deeskalation — im Nahen Osten dürfte den Index stärker bewegen als jede Konjunkturzahl dieser Woche.

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