An der Wall Street prallen derzeit zwei Welten aufeinander: Schwäche bei konjunkturabhängigen Blue Chips, Stärke bei den großen Tech-Namen. Am Freitag setzte sich dieses Muster eindrucksvoll fort. Während der Dow Jones nach unten gedrückt wurde, legte vor allem der Nasdaq zu – getrieben von wenigen, aber sehr gewichtigen Technologiewerten.
Dow unter Druck, Tech im Vorteil
Im Zentrum der Schwäche stand der Dow Jones Industrial Average. Der Index eröffnete im Minus und fand den gesamten Handelstag keinen Halt. Einzelne Schwergewichte zogen den kursgewichteten Index sichtbar nach unten, obwohl es keinen breiten Marktschock gab.
Der Dow beendete die Woche damit bereits zum zweiten Mal in Folge im Minus. Inzwischen liegt er mit rund einem halben Prozent unter dem Niveau vor sieben Tagen, auf Monatssicht aber leicht im Plus. Seit Jahresbeginn ergibt sich ein Zuwachs von gut 1 %, auf Sicht von zwölf Monaten steht ein solider Anstieg von gut 10 % zu Buche – der übergeordnete Aufwärtstrend ist also intakt, auch wenn die Luft kurzfristig dünner geworden ist.
Die Nervosität der Anleger nahm leicht zu: Der Volatilitätsindex VIX stieg auf 16,09 Punkte. Gleichzeitig blieb das Gesamtbild an den US-Börsen gemischt: Der S&P 500 bewegte sich kaum, der Nasdaq Composite legte moderat zu, gestützt von den üblichen Tech-Schwergewichten.
Im Hintergrund wirkten zusätzlich ein deutlich schwächerer US-Dollar – der Dollar Index fiel um rund 0,8 % – sowie leicht nachgebende Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen auf 4,24 %. Das Umfeld war also eher unterstützend, die Probleme lagen klar auf Einzelebene.
Intel belastet, Mega-Tech stützt
Der entscheidende Belastungsfaktor für den Dow war Intel. Die Aktie brach um etwa 17 % ein, nachdem der Chipkonzern einen deutlich schwächeren Ausblick vorlegte und dabei auf Engpässe in der Versorgungskette verwies. Für einen kursgewichteten Index wie den Dow ist ein solcher Einbruch eines Einzelwertes besonders schmerzhaft.
Auch andere Werte zogen nach unten:
- Goldman Sachs: rund –3,8 %, zusätzliche Bremswirkung aus dem Finanzsektor
- Caterpillar: etwa –3,4 %, ein Hinweis auf anhaltende Konjunktursorgen im Industriebereich
- Capital One Financial: –7,6 % nach Quartalszahlen unter den Erwartungen
- American Express: ebenfalls auf der Verliererseite im Finanzsektor
Auf der Gegenseite standen die Gewinner – allen voran Tech-Schwergewichte, die den Abwärtsdruck aber nicht vollständig kompensieren konnten:
- Microsoft: +3,5 %, klarer Lichtblick und wichtigster Stützpfeiler im Dow
- Amazon: +2,1 %, setzt die positive Serie der Mega-Caps fort
- 3M: ebenfalls unter den stärkeren Dow-Werten
- Nvidia: +1,6 %, anhaltendes Interesse am KI-Sektor
Gut zu sehen war eine deutliche Sektorrotation: Halbleiterwerte wurden kräftig verkauft, während andere Technologiebereiche wie Software und KI-Wachstumsstorys Käufer fanden. Finanzwerte gerieten dagegen breitflächig unter Druck.
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Technisches Bild: Aufwärtstrend, aber Widerstand
Aus technischer Sicht bleibt der Dow in einem übergeordneten Aufwärtstrend. Der Index notiert spürbar über seinem 200-Tage-Durchschnitt, der aktuell bei gut 45.700 Punkten liegt. Auch die 100- und 50-Tage-Linien verlaufen darunter, was die positive Grundtendenz unterstreicht.
Wichtige Kennziffern zur Einordnung:
- Schlusskurs Freitag: 49.098 Punkte
- Abstand zum 52-Wochen-Hoch (49.579 Punkte): knapp –1 %
- Abstand zum 52-Wochen-Tief (37.646 Punkte): rund +30 %
- RSI (14 Tage): 62,4 – weder klar überkauft noch neutral, eher obere Normalzone
Kurzfristig zeichnete der Freitag allerdings ein schwächeres Bild. Der Dow prallte im Tagesverlauf in der Nähe von 49.265 Punkten nach unten ab und schloss nahe seinem Tagestief um 48.963 Punkte. Das zeigt, dass Verkäufer auf höheren Niveaus aktiv bleiben. Die Zone um dieses Tagestief gilt nun als erste Unterstützung für den Wochenstart.
Auf der Oberseite rückt weiterhin die psychologisch wichtige Marke von 50.000 Punkten in den Fokus. Sie wirkt als Widerstand, den der Index bislang nicht ernsthaft testen konnte. Technisch gilt: Ein Rutsch klar unter das jüngste Tagestief würde weiteres Abgabepotenzial eröffnen, während ein Anstieg über den Bereich um 49.300 Punkte kurzfristig wieder etwas Entspannung bringen dürfte.
Ausblick: Divergenz als zentrales Thema
Für die neue Woche dürfte eine Frage im Mittelpunkt stehen: Setzt sich die Differenzierung zwischen einem schwächeren Dow und einem stärkeren Nasdaq fort?
Mehrere Faktoren sprechen dafür, dass diese Konstellation zumindest kurzfristig bestehen bleiben kann:
- Die schwache Intel-Prognose wirkt als Belastungsfaktor für den Halbleitersektor und nährt Zweifel an der Dynamik in Teilen der Industrie.
- Finanzwerte stehen nach verfehlten Erwartungen bei einzelnen Instituten unter Beobachtung.
- Gleichzeitig bleibt die Nachfrage nach Wachstumsstories rund um Software und Künstliche Intelligenz hoch, wovon die großen Tech-Konzerne profitieren.
Zusätzliche Impulse kommen von der Makroseite: Ein weicherer US-Dollar und stabile bis leicht niedrigere Anleiherenditen stützen risikoaffine Anlagen. Geopolitische Spannungen und deren Einfluss auf Rohstoffe bleiben jedoch ein Unsicherheitsfaktor – zuletzt kletterte der WTI-Ölpreis um knapp 3 % auf über 61 US-Dollar je Barrel.
In den kommenden Sitzungen wird der Markt vor allem neue Unternehmenszahlen und branchenspezifische Nachrichten verarbeiten. Ob der Dow seine Konsolidierungsphase verkürzt oder sich weiter von den dynamischeren Technologiewerten abkoppelt, dürfte maßgeblich vom Newsflow rund um Zykliker, Finanzwerte und den weiteren Kommentaren aus dem Halbleitersektor abhängen.
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