Dow Jones: Warsh-Rede belastet Wochenstart
Nach Warshs Inflationswarnung geben US-Indizes nach, während steigende Ölpreise die Zinssorgen verstärken und Energiewerte zulegen.
Kurz zusammengefasst
- Dow Jones verliert 0,5 Prozent
- Brent-Preis steigt über 90 Dollar
- Ölkonzerne legen gegen Markttrend zu
- PG&E büßt rund ein Fünftel ein
Ein Satz aus Jackson Hole reicht aus, um die Wall Street zum Wochenstart auszubremsen. Notenbankchef Kevin Warsh hatte am Freitag klargemacht, dass die Inflation aus seiner Sicht noch nicht ausreichend gebändigt ist – die Fed habe „noch Arbeit zu erledigen“. Am Montag zieht dieser Satz seine Spur durch die Kurstafeln.
Der Dow Jones fällt im frühen Handel um 0,5 Prozent auf 53.284 Punkte, S&P 500 und Nasdaq Composite geben jeweils 0,4 Prozent nach. Hinzu kommt neue Unruhe im Nahen Osten: Nach Angriffen der US-Streitkräfte auf iranische Ziele springt der Ölpreis kräftig an, Brent verteuert sich um 2,7 Prozent auf über 90 Dollar. Das nährt die Inflationssorgen zusätzlich – steigende Energiepreise sind für die Fed ein denkbar ungünstiges Signal, kurz bevor die Zinserwartungen für September ohnehin schon nach oben gedreht haben.
Energiewerte gegen den Trend
Während der breite Markt nachgibt, profitieren Ölwerte vom Preisschub. Chevron legt um 2,2 Prozent zu, Occidental Petroleum um 2,6 Prozent, Halliburton sogar um 3,2 Prozent.
Auf der Verliererseite steht PG&E: Der Versorger verliert rund ein Fünftel seines Wertes, nachdem ein neues kalifornisches Gesetz zur Waldbrand-Prävention Versicherern weiterhin erlaubt, Versorger für Schäden durch Großfeuer zu verklagen – schwächer als von Gouverneur Gavin Newsom ursprünglich vorgeschlagen.
Charttechnisch bleibt die Lage angespannt. Der Dow schloss die Vorwoche bei 53.565 Punkten unterhalb seiner 20-Tage-Linie bei 53.686 Punkten, was das Bild kurzfristig eintrübt.
Bärischer Druck überwiegt leicht: Bei anhaltender Schwäche rückt die 50-Tage-Linie bei 52.910 Punkten in den Fokus. Ein nachhaltiger Schluss über 53.686 Punkten würde dagegen den Weg zu 54.113 Punkten öffnen.
Konjunkturseitig bleibt es bis zum offiziellen US-Arbeitsmarktbericht am Freitag ruhig – dem Highlight der Woche. Bis dahin dürfte der Markt vor allem auf weitere geopolitische Nachrichten aus dem Nahen Osten reagieren, die über die Ölpreis-Richtung direkt in die Zinserwartungen hineinwirken.
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