Dow Jones: Zinsängste drücken Index
Höhere Ölpreise und Anleiherenditen belasten US-Aktien; das Fed-Protokoll sieht eine weitere Zinserhöhung bis Jahresende als wahrscheinlich.
Kurz zusammengefasst
- Dow Jones verliert 1,1 Prozent
- Zehnjährige Rendite erreicht Stand von 2002
- Gesundheitsaktien trotzen dem Abwärtstrend
- Fed-Mehrheit hält Zinsschritt bis Jahresende für wahrscheinlich
Nach den Rekorden bei S&P 500 und Nasdaq 100 am Vortag schalten die US-Börsen zur Wochenmitte einen Gang zurück. Der Dow Jones verliert im frühen Handel 1,1 Prozent auf 50.960 Punkte. Treiber sind steigende Ölpreise und anziehende Anleiherenditen, die Inflationssorgen neu anfachen.
Rendite auf Mehrjahreshoch
Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen erreichte den höchsten Stand seit 2002. Das nährt die Sorge vor hartnäckigem Preisdruck und weiteren Zinsschritten der Notenbank.
Der S&P 500 gibt 0,6 Prozent auf 7.773 Punkte nach, nachdem er am Dienstag ein Allzeithoch oberhalb von 7.800 Zählern markiert hatte. Der Nasdaq 100 verliert ebenfalls 0,6 Prozent auf 31.025 Punkte.
Beim Öl liefern die Lagerdaten Zündstoff. Die US-Rohölbestände sanken in der Woche zum 2. Oktober um gut 3,2 Millionen Barrel, Analysten hatten mit einem Anstieg gerechnet. Ein solcher Rückgang stützt die Preise zusätzlich.
Defensive Werte gefragt
Innerhalb des Dow zeigt sich ein klares Muster: Gesundheitswerte halten dagegen, Zykliker und Finanzwerte geben nach. Amgen führt mit einem Plus von 2,9 Prozent, gefolgt von Johnson & Johnson mit 2,0 Prozent und UnitedHealth mit 1,4 Prozent. Auch Walmart und Merck & Co legen etwa ein Prozent zu.
Am Index-Ende stehen Caterpillar, Goldman Sachs und Sherwin-Williams, die bis zu sechs Prozent einbüßen. Anleger flüchten offenbar in defensive Branchen, die weniger von Zinsen und Konjunktur abhängen.
Fed-Protokoll liefert Rückenwind für die Zinssorgen
Am Abend veröffentlichte die US-Notenbank das Protokoll ihrer September-Sitzung. Die Mehrheit der Geldpolitiker hält demnach eine weitere Zinserhöhung bis Jahresende für wahrscheinlich. Eine dringende Notwendigkeit schon im Oktober geht aus dem Dokument jedoch nicht hervor.
Die Fed hatte den Leitzins am 16. September erstmals seit drei Jahren auf 3,75 bis 4,00 Prozent angehoben. Die Fed-Funds-Futures preisen für Dezember mit 86 Prozent Wahrscheinlichkeit den nächsten Schritt ein. Für Oktober erwartet der Markt einen unveränderten Satz.
Für den Dow heißt das: Solange Renditen und Ölpreis steigen, bleibt der Gegenwind bestehen. Die Marke von 50.000 Punkten rückt bei anhaltendem Druck wieder in Reichweite. Die nächste Fed-Sitzung im Oktober dürfte kaum Bewegung bringen, der Dezember-Termin gilt dagegen als der eigentliche Fixpunkt für die Zinsfantasie.
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