Dow Jones: Zinsen bremsen Erholung
Akamai gewinnt nach einem Cloud-Vertrag mit Anthropic deutlich, während steigende Anleiherenditen den Dow Jones belasten.

Kurz zusammengefasst
- Dow Jones steigt um 0,3 Prozent
- Zehnjahresrendite klettert auf 5,18 Prozent
- Brent-Preis sinkt um 1,2 Prozent
- Akamai-Aktie legt rund 12 Prozent zu
Nach den Verlusten der Vortage versucht sich der Dow Jones am Freitag an einer Gegenbewegung. Kurz nach Handelsstart steht der Index bei 51.497 Punkten, ein Plus von 0,3 Prozent. Ganz überzeugend wirkt die Erholung nicht — steigende Anleiherenditen halten die Kauflaune im Zaum.
Die Zehnjahresrendite zieht um zwei Basispunkte auf 5,18 Prozent an und bleibt damit der zentrale Belastungsfaktor für Aktien. Höhere Zinsen verteuern die Finanzierung von Unternehmen und schmälern die relative Attraktivität von Dividendenpapieren gegenüber Anleihen. Etwas Entlastung kommt vom Ölmarkt: Der Preis für ein Barrel Brent fällt um 1,2 Prozent auf 105,30 Dollar, nachdem am Vortag noch ein kräftiger Anstieg zu beobachten war.
Diplomatie an der Straße von Hormus
Hintergrund der nachgebenden Ölpreise sind neue diplomatische Bemühungen im Nahostkonflikt. Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi soll dem Weißen Haus einen Plan zur Wiederöffnung der Straße von Hormus binnen einer Woche vorgelegt haben. Die Aussicht auf eine Entspannung an einer der wichtigsten Öltransportrouten der Welt dämpft Sorgen vor Lieferengpässen.
An der Konjunkturfront gab es unterdessen eine positive Überraschung: Die Auftragseingänge für langlebige Wirtschaftsgüter stagnierten im August, während Volkswirte im Konsens mit einem Rückgang von 0,3 Prozent gerechnet hatten. Später am Tag folgt noch der Index der Verbraucherstimmung der University of Michigan.
Einzelwerte treiben die Bewegung
Unter den Einzeltiteln sorgt Akamai für Aufsehen. Die Aktie springt um rund 12 Prozent, nachdem bekannt wurde, dass Anthropic dem Unternehmen über sieben Jahre hinweg 11,6 Milliarden Dollar für Cloud-Services zahlen wird. Costco legt nach überraschend starken Quartalszahlen um 1,4 Prozent zu, auch wenn die UBS auf ein langsameres Wachstum bei den Mitgliedsgebühren hinweist.
Kaum bewegt zeigen sich dagegen die Aktien von Morgan Stanley. Grund ist ein Medienbericht, wonach die Schweizer UBS einen Zusammenschluss mit der US-Bank erwägen könnte — als möglicher Weg, sich den strengeren Eigenkapitalanforderungen in der Schweiz zu entziehen.
Charttechnisch bleibt die Lage angespannt. Die Marke von 51.480 Punkten gilt als wichtige Unterstützung, die zuletzt zweimal gehalten hat. Rutscht der Index darunter, rücken tiefere Kursregionen um 50.000 Punkte in den Blick. Ein Ausbruch über die Widerstandszone bei 52.100 bis 52.400 Punkten könnte hingegen eine Erholung bis in Richtung 52.778 Punkte einleiten.
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