Droht ein Absturz am Aktienmarkt?
Neue Zolldrohungen des US-Präsidenten belasten die Börsenstimmung. Die Entwicklung beim Weltwirtschaftsforum in Davos wird entscheidend für die weitere Richtung sein.

Kurz zusammengefasst
- Neue US-Zolldrohungen gegen Europa
- Risiko einer Eskalation des Handelskonflikts
- Spannung vor Trumps Rede in Davos
- Potenzial für deutliche Marktkorrekturen
Waren die Anleger nach dem Jahreswechsel noch sehr zuversichtlich und schoben die Aktienmärkte entsprechend weiter nach oben, folgt aktuell die Ernüchterung. So nehmen die Sorgen um einen möglichen Handelskrieg zwischen Europa und den USA nach den jüngsten Zolldrohungen von US-Präsident Trump wieder zu!
Kommt es zum Handelskrieg?
So wurde das zunächst ausgehandelte, aber noch nicht in Kraft getretene Handelsabkommen zwischen der EU und den USA zunächst auf Eis gelegt, welches bereits weitreichende Zugeständnisse des „alten Kontinents“ beinhaltete. Mit der Verschärfung der von den USA gewünschten Übernahme Grönlands werden in Europa die Bestrebungen lauter, neben entsprechenden Gegenzöllen unter anderem auch eine Digitalsteuer auf US-Dienstleistungen zu erheben. Dies würde viele große US-Konzerne treffen, die ihre Dienste hierzulande anbieten. Noch steht aber bislang nur die Überlegung im Raum, der sehr wechselhaften und wenig planbaren US-Politik die Stirn zu bieten. Ob Trump daraufhin einlenken und sich zu einem Kompromiss bewegen lässt, bleibt allerdings offen. Allerdings könnte der Druck von Seiten der US-Unternehmen durchaus US-Verhandlungsbereitschaft eröffnen. Sollte dies allerdings nicht der Fall sein, droht eine Eskalation des Handelskonflikts mit deutlichen Kollateralschäden auf beiden Seiten. In diesem Fall dürfte sich auch an den zuletzt deutlich angezogenen Aktienmärkten ein klarer Verkaufsimpuls ergeben.
Augen auf Davos gerichtet!
So haben die Anleger zum Wochenauftakt zwar erschrocken auf die erneuten US-Zolldrohungen reagiert, ein Handelskrieg zwischen der EU und den USA ist damit allerdings keinesfalls eingepreist. Man darf daher gespannt sein, welche Aussagen vom US-Präsidenten auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos kommen werden. Dort wird seine am Mittwoch anstehende Rede im Zuge der aktuellen Turbulenzen mit ganz besonderer Spannung erwartet. Entsprechend darf man auch auf die Reaktion aus Europa gespannt sein. Sollte sich der Ton weiter verschärfen, ist mit entsprechendem Abwärtspotenzial am Aktienmarkt zu rechnen.
Stephan Feuerstein
Hebelzertifikate-Trader
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