DroneShield: ASIC untersucht 70-Millionen-Aktienverkauf
DroneShield präsentiert starke Quartalszahlen, doch eine laufende Regulierungsuntersuchung und ein auslaufender Großaktionär belasten die Stimmung vor der Hauptversammlung.
Kurz zusammengefasst
- Umsatzsprung um 121 Prozent im ersten Quartal
- ASIC untersucht mögliche Aktienverkäufe und doppelte Buchführung
- BlackRock meldet sich als Großaktionär ab
- FIFA-Auftrag für Drohnenabwehr in Kansas City
Für DroneShield wird der heutige Freitag zum Lackmustest. Die Hauptversammlung in Sydney fällt mit einem FIFA-Großauftrag und dem beschleunigten Ausbau der US-Produktion zusammen – doch eine aktive Regulierungsuntersuchung überschattet alles. Die Aktie notiert bei 2,03 Euro, rund 44 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 3,65 Euro. Der RSI von 40,3 signalisiert leichte Abwärtsdynamik.
Rekordzahlen treffen auf Governance-Fragen
Operativ läuft es für den Drohnenabwehr-Spezialisten so gut wie lange nicht. Der Umsatz stieg im ersten Quartal auf 74,1 Millionen australische Dollar – ein Plus von 121 Prozent zum Vorjahr. Der operative Cashflow erreichte 24,1 Millionen Dollar, der vierte positive Quartalswert in Folge. Das Unternehmen sitzt auf 222,8 Millionen Dollar Cash bei Nullverschuldung. Die Zahlungseingänge schnellten um 360 Prozent nach oben.
Parallel dazu läuft der US-Produktionsausbau schneller als geplant. Das ursprünglich auf zwei Jahre angelegte Projekt soll nach Angaben von US-Tochterchef Ray Fitzgerald bereits in sechs bis neun Monaten abgeschlossen sein – mindestens vier Monate früher. Die Belegschaft in den USA hat sich verdoppelt, mehr als 30 Prozent der Neuzugänge arbeiten in Software und Künstlicher Intelligenz. Ziel ist eine kombinierte Jahresproduktionskapazität von 2,4 Milliarden australischen Dollar bis Ende 2026, gegenüber derzeit rund 500 Millionen.
Proxy-Berater empfehlen Ablehnung des Vergütungsberichts
Die Hauptversammlung wird zur Bewährungsprobe für die neue Führungsriege. Angus Bean, Nachfolger von Oleg Vornik als Managing Director, steuert seine erste AGM. Hamish McLennan soll als unabhängiger Chairman nachrücken. Auf der Tagesordnung stehen die Vergütungsberichte, McLennans Wahl in den Aufsichtsrat, eine Erhöhung der Vergütung für nicht geschäftsführende Direktoren auf 1,7 Millionen Dollar sowie die Gewährung von 290.375 Performance-Optionen an Bean.
Der einflussreiche Proxy-Berater Ownership Matters empfiehlt, den Vergütungsbericht abzulehnen. Die Abstimmung ist zwar nicht bindend, ein deutliches Nein wäre jedoch ein öffentlicher Vertrauensentzug.
Im Hintergrund läuft seit Monaten eine Untersuchung der australischen Finanzaufsicht ASIC. Geprüft wird, ob drei frühere Führungskräfte im November vergangenen Jahres Aktien im Wert von rund 70 Millionen Dollar verkauft haben, während sie möglicherweise im Besitz nicht öffentlicher Informationen waren. Parallel untersucht die Behörde, ob DroneShield Umsätze doppelt verbucht hat – ein Beispiel ist eine im November 2025 angekündigte Bestellung über 7,6 Millionen Dollar, die das Unternehmen später zurückzog.
BlackRock und verbundene Unternehmen haben sich zudem am 19. Mai als wesentliche Aktionäre abgemeldet. Der Ausstieg eines großen institutionellen Investors verstärkt den Verkaufsdruck.
FIFA-Auftrag als Lichtblick
Positiv vermelden kann das Unternehmen einen prominenten Sicherheitsauftrag: Die Polizei von Kansas City setzt DroneShields Abwehrsysteme während der FIFA-Weltmeisterschaft 2026 ein. Das Arrowhead Stadium, Austragungsort von sechs Spielen, wird mit einer integrierten Drohnen- und Counter-UAS-Plattform geschützt. Finanziert wird das Projekt aus einem Bundeszuschuss des Heimatschutzministeriums. DroneShield liefert die primäre Erkennungs- und Abwehrschicht.
Ausblick
Die Analysten sind gespalten. Jefferies bleibt bei „Halten“ mit einem Kursziel von 3,70 australischen Dollar. Bell Potter ist optimistischer mit „Kaufen“ und einem fairen Wert von 4,80 Dollar.
Am 3. Juni folgt der nächste Quartalsbericht. Die NATO bereitet zudem bis Mitte 2026 einen Lieferantenpool für Drohnenabwehrsysteme vor – ein potenzieller Wachstumstreiber, der über den aktuellen Governance-Kopfschmerz hinweghelfen könnte.
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