DWS Aktie: Drei Fonds verkaufen weitere Immobilien
Höhere Zinsen und Inflation belasten den Immobilienmarkt; DWS setzt auf Verkäufe und plant keine Aussetzung der Anteilsrücknahme.

Kurz zusammengefasst
- Drei offene Fonds verzeichnen Mittelabflüsse
- Weitere Immobilienverkäufe sollen Rückgaben finanzieren
- Keine Unterbrechung der Anteilsrücknahme vorgesehen
- DWS-Aktie seit Jahresbeginn 28 Prozent im Plus
Mittelabflüsse setzen drei offene Immobilienfonds der DWS Group unter Druck. Um Anleger auszuzahlen, die ihre Anteile zurückgeben wollen, greift die Fondsgesellschaft zu weiteren Immobilienverkäufen. Wie DWS-Immobilienexperte Clemens Schäfer am Mittwoch laut Reuters erklärte, seien diese Veräußerungen notwendig, um die Rückgabewünsche zu bedienen. Eine Aussetzung der Anteilsrücknahme sei bei den betroffenen Fonds hingegen nicht geplant.
Marktumfeld belastet Immobilienportfolios
Die Situation spiegelt die veränderten Rahmenbedingungen wider. Nach Angaben von Schäfer belasten höhere Zinsen und die Inflation den Immobilien-Investmentmarkt. Das veränderte Zinsumfeld dämpft die Nachfrage nach Immobilienanlagen und sorgt für Rückgabeforderungen auf Anlegerseite. Bereits am 16. September kündigte die DWS an, bei drei offenen Immobilienfonds weitere Immobilien zu verkaufen, um die Anteilsrückgaben der Investoren zu bedienen.
Der Druck auf das Segment kommt nicht überraschend. Vor gut drei Wochen sorgte eine Wertkorrektur beim Fonds Grundbesitz Europa für Unruhe; seither verlor das Papier 6,2 Prozent. Zeitgleich stand die geplante Umbenennung in Deutsche Asset Management im Raum, während eine Jefferies-Heraufstufung der Aktie vor gut drei Wochen erfolgte – seither ging es für den Titel um 7,3 Prozent abwärts.
Die Veräußerungen sollen nun die nötige Liquidität gewährleisten, ohne dass der Handel mit den Fondsanteilen unterbrochen werden muss. Das Management setzt damit klar auf Verkäufe aus dem Portfolio, um den Abflüssen geordnet zu begegnen.
Aktie behauptet Jahresgewinn
An der Börse zeigte sich das Papier der Fondsgesellschaft zuletzt gefestigt. Am Freitag ging die DWS-Aktie mit einem Kurs von 72,25 Euro aus dem Handel, was einem Zuwachs von 1,3 Prozent entsprach. Seit Jahresanfang weist der Titel ein Plus von 28 Prozent auf und hält damit trotz der jüngsten Belastungen im Immobiliensektor einen deutlichen Wertzuwachs.
Für Investoren richtet sich die Aufmerksamkeit nun auf den weiteren Geschäftsverlauf im Herbst. Die DWS Group wird am 28. Oktober ihre Ergebnisse für das dritte Quartal 2026 vorlegen. Die Zahlen dürften zeigen, wie stark sich die Entwicklung im Immobiliensektor auf das operative Geschäft auswirkt.
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